Skip to main content Skip to search Skip to header Skip to footer

DIE BIBEL ALS ZUSAMMENHÄNGENDES GANZES

[Diese Artikelserie zeigt die stetige Entfaltung des Christus, der Wahrheit, die ganze Heilige Schrift hindurch.]

Das Richteramt Jephthahs, des Gileaditers

Aus der Juli 1967-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


Im Anschluß an die Beschreibung der außergewöhnlichen Leistung, die Gideon vollbrachte, berichtet das Buch der Richter kurz über die Tätigkeiten verschiedener Menschen von geringerer Bedeutung, die Israel von Zeit zu Zeit erlösten. Es betont den wichtigen Beitrag, den Jephthah trotz des Widerstandes, der unfreundlichen Kritik und der Familientragödie, die sein Los waren, leistete, um den Nöten seiner Zeit zu begegnen.

Gideon hatte seine Landsleute ermutigt und inspiriert; aber im Laufe der Zeit fielen sie wiederum in den Götzendienst zurück. Solche Abtrünnigkeit zog üble Folgen nach sich, die sich in der Unterdrückung durch die Ammoniter zeigten. In dieser neuen Notlage brachten die Israeliten dem Herrn ihre Reue nur in Worten zum Ausdruck, so daß sie feststellen mußten, daß dies nicht zureichte. Ja, es war nicht eher, als bis sie wirkliche Umwandlung zeigten, als sie „die fremden Götter [von sich taten] und. .. dem Herrn [dienten]“ (Richter 10:16), daß sie einen Kämpfer in ihrer Mitte entdeckten, Jephthah, der „ein streitbarer Held“ war (11:1).

In seinen jungen Jahren in Gilead, östlich des Jordans, war Jephthah von vielen als „eines andern Weibes Sohn“ (11:2) verspottet worden, und ähnlich wie David zu einer späteren Zeit wurde er der erfolgreiche Anführer einer Schar loser Leute im Lande Tob, nicht weit von Gilead.

Da die Ältesten von Gilead vermuteten, daß die Ammoniter die Streitkräfte Israels angreifen würden, übersahen sie geflissentlich die Art und Weise, wie sie einst mitgeholfen hatten, Jephthah aus seinem Zuhause und seinem Vaterland zu vertreiben, und verlangten jetzt, daß er ihr Hauptmann und Heerführer werde. Sie versprachen ihm absolute Autorität, wenn er ihnen nur in ihrer helfen Not helfen wollte. Obwohl Jephthah sich der Unbilligkeit ihres Antrages sehr wohl bewußt war, war er bereit, ihren Plan anzunehmen.

Trotz seiner kriegerischen Neigungen suchte Jephthah bei Übernahme des Kommandos als erstes den Streit mit den Ammonitern durch friedliche Verhandlungen beizulegen. Erst dann, als diese Bemühungen fehlschlugen, griff er mit seinen Streitkräften ihre Feinde an und erzielte mit Hilfe des Herrn einen entscheidenden Sieg.

Dann erlebte Jephthah die Tragödie seines Erfolges. Bevor er in die Schlacht zog, überzeugt, daß „der Geist des Herrn“ (11:29) auf ihn gekommen war, hatte er übereilt geschworen, daß er Gott, falls Er ihm Erfolg beschieden sein lasse, das erste lebende Wesen, das ihm bei seiner Heimkehr begegnete, als Brandopfer weihen werde. Dies lebende Wesen sollte seine Tochter sein, sein einziges Kind. Also brach er das sechste der Zehn Gebote Mose in dem Bemühen, das dritte streng einzuhalten.

Jephthah hatte noch weitere Prüfungen zu bestehen; denn die Männer von Ephraim, die durch den Sieg Jephthahs gerettet und beschützt worden waren, den er selbst mit solch einem hohen Preis persönlichen Glücks und Friendes erkaufen mußte, klagten ihn jetzt an, daß er nicht ihre Unterstützung für seinen Feldzug erbeten hatte. Jephthah erinnerte sie an seine Bitte um Unterstützung, die sie ihm nicht gewährten. Allzu schnell brach ein Bruderzwist aus. Die Gileaditer besetzten die Flußübergänge des Jordans und gaben das Stichwort „Schiboleth“ aus. Sie wußten, daß kein Ephraimiter, der zum westlichen Ufer zurückkehren wollte, das Wort Schiboleth richtig aussprechen konnte, sondern „Siboleth“ sagen würde, womit er sich dann als Feind entpuppte.

Jephthah legte in seinem sechs Jahre währenden Richteramt den Wunsch dar, Gottes Anordnungen so auszuführen, wie er sie verstand. Seine Bemühungen um Schlichtung, statt den Krieg zu wählen, enthüllten eine überraschend hohe Denkart; aber als der Krieg nicht zu vermeiden war, schlug er entscheidend die Feinde seines Landes.


Er ist der lebendige Gott, der ewiglich bleibt,
und sein Königreich ist unvergänglich,
und seine Herrschaft hat kein Ende.
Er ist ein Erlöser und Nothelfer,
und er tut Zeichen und Wunder
im Himmel und auf Erden.

Daniel 6:27 [26], 28 [27]

Wenn Sie mehr Inhalte wie diese erforschen möchten, können Sie sich für wöchentliche Herold-Nachrichten anmelden. Sie erhalten Artikel, Audioaufnahmen und Ankündigungen direkt per WhatsApp oder E-Mail. 

Anmelden

Mehr aus dieser Ausgabe / Juli 1967

  

Die Mission des Herolds

„... die allumfassende Wirksamkeit und Verfügbarkeit der Wahrheit zu verkünden ...“

                                                                                                                            Mary Baker Eddy

Nähere Informationen über den Herold und seine Mission.