Laut Matthäus (2:2) kamen die Weisen aus dem Morgenland nach Jerusalem und fragten: „Wo ist der neugeborene König der Juden?“
Daß Herodes beunruhigt war, als er von der Suche nach einem königlichen jüdischen Erben erfuhr, lag zum Teil an seiner eigenen Abstammung. Wäre Herodes ein wahrer Jude gewesen, und nicht ein Idumäer, hätte er es zweifellos nicht für nötig befunden, sich möglicherweise dem Hohn derjenigen auszusetzen, bei denen er anfragte, „wo der Christus sollte geboren werden“ (Vers 4). Die Juden hatten schon lange das Kommen eines Messias erwartet, der seine Ahnenreihe bis auf Jakob zurückführen konnte, aber die aus dem Edom des Alten Testaments stammenden Idumäer — die Nachkommen von Jakobs Bruder Esau — hatten nur eine verschwommene Kenntnis von der messianischen Prophezeiung.
Vor dem Zorn und der Eifersucht des Herodes gewarnt, die gegen jedes in den letzten zwei Jahren in Bethlehem geborene männliche Kind gerichtet waren, weigerten sich die Weisen, dem König von Judäa irgendwelche Auskunft über die Geburt des Kindes zu geben, denn „Gott befahl ihnen im Traum, daß sie nicht sollten wieder zu Herodes gehen, und sie zogen auf einem andern Weg wieder in ihr Land“ (Vers 12).