Ich betrachte es als ein Vorrecht, in einem wahrhaft christlichen Heim aufgewachsen zu sein, in einer Atmosphäre der Freude und Harmonie, nicht in einer Atmosphäre der Schwermut und Hoffnungslosigkeit. Der Gedanke, daß Gott ein liebevoller Vater ist, war vorherrschend.
Eine Heilung durch Gebet, die sich ereignete, bevor wir uns für die Christliche Wissenschaft interessierten, ist eine meiner lebhaftesten Kindheitserinnerungen. Selten sah man einen Arzt in unserem Haus; doch als einmal eine meiner Schwestern schwer krank war, wurde einer gerufen. Nachdem er sie untersucht hatte, sagte er scharf: „Warum haben Sie mich nicht früher gerufen? Sie hat Scharlach, und ich werde sie in die Isolierstation des Krankenhauses einweisen. Ich komme morgen wieder.“
Als der Arzt gegangen war, sagte meine Mutter: „Wir wollen jetzt beten“, und sie und ich knieten nieder und beteten. Ich kann mich nicht mehr an mein Gebet entsinnen, doch ich weiß, daß ich, als wir nach dem Beten wieder aufstanden, von einem jubelnden Gefühl erfüllt war, daß jetzt alles wieder gut sein würde, daß Gott dafür sorgte. Am nächsten Tag mußte der Arzt verwundert gestehen: „Ich muß mich geirrt haben. Das Kind ist gesund.“ Ich war damals sechs oder sieben Jahre alt.