Skip to main content Skip to search Skip to header Skip to footer

Wie der Christian Science Monitor mein Leben änderte

Aus der September 1985-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


„Du kannst manchmal so herzlos sein!“

Mit diesen Worten unterbrach meine Mutter eine zynische Bemerkung, die ich über einen tragischen Vorfall machte, der in den Nachrichten im Fernsehen gezeigt wurde. Mit einem hochmütigen Blick wies ich ihre Worte ab, doch ich vergaß sie nicht.

Der Christian Science Monitor war der Katalysator bei meinem Bemühen, etwas aus dieser unverblümten, aber liebevollen Zurechtweisung zu lernen. Für viele seiner Leser ist der Monitor eine Quelle von Einsichten und neuen Ideen, die den geistigen Horizont erweitern. Er kann aber auch das Herz öffnen und ein Gefühl der Nächstenliebe erwecken.

Die wertvollste Lektion, die der Monitor mich lehrte, rief in mir ein Bewußtsein für die christliche Forderung wach, Eigenliebe und Egozentrik durch echte Liebe zur Menschheit zu ersetzen, was in dem Gebot „[Liebe] deinen Nächsten wie dich selbst“ Luk. 10:27. zusammengefaßt ist.

Die erste Lehre in dieser Richtung, die derjenige lernen muß, den Eigendünkel — oder selbst nur Gleichgültigkeit — beherrscht, ist, daß er tatsächlich Nächste zum Lieben hat. Der Schriftgelehrte, der das oben erwähnte Gebot zitierte und wahrscheinlich dachte, es reiche, wenn man seine Freunde liebe, fragte Jesus, wer denn sein Nächster sei. Der Meister antwortete mit dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter. In dieser Geschichte kommt ein Mann, der in den Augen des Schriftgelehrten ein Geächteter gewesen wäre, dem Opfer eines Überfalls zu Hilfe, nachdem das Opfer von anderen, die man eher als „Nächste“ hätte bezeichnen können, unbeachtet gelassen worden war. Der Samariter ging direkt zu dem Hilfebedürftigen. Er ließ zunächst sein Herz sprechen, und dann half er ihm.

Der Monitor fordert uns ständig auf, uns so um unsere Mitmenschen zu kümmern wie der Samariter. Auf ruhige und verständnisvolle Weise lenkt der Monitor unsere Aufmerksamkeit auf die Opfer von Krieg, Hunger, Diskriminierung, Armut. Er zeigt die subtileren Formen von Unterdrückung auf, wie Intoleranz, Furcht und moralischen Armut. Wir können entweder die Seite umblättern und vorübergehen — oder vielleicht aus Wißbegier etwas näher herantreten. Oder aber wir können uns der Notleidenden annehmen und für die Menschheit beten.

Als ich diese Aufforderung akzeptierte, mußte ich mich als erstes mit der Hartherzigkeit in meinem eigenen Denken auseinandersetzen. Es wurde mir klar, daß ich Berichte über Not und Leiden mit intellektueller Neugier gelesen und den Monitor nur als eine gute Zeitung und einen Segen für die Welt gesehen hatte. Nicht, daß daran etwas verkehrt wäre, daß der Monitor für ausgezeichneten Journalismus bekannt ist. Wenn dies jedoch alles ist, was ein Christlicher Wissenschafter über den Monitor denkt, dann muß vielleicht die nüchterne Vorstellung überwunden werden, daß eine geistige Mission durch bloße menschliche Vortrefflichkeit erfüllt werden könne.

Um völlig erfolgreich zu sein, muß der Monitor uns dahin bringen, daß wir auf wirksame, christliche Weise Interesse an unseren Mitmenschen bekunden. Unser Interesse muß die Liebe zur Menschheit verkörpern, die Mrs. Eddy zum Ausdruck brachte, als sie den Monitor gründete.

Der Monitor führt unsere Gedanken. Er führt den aufmerksamen Menschen, der vielleicht nichts von der Christlichen Wissenschaft weiß, zu einem erhöhten Gefühl der Hoffnung und des Vertrauens auf die Macht des Mitgefühls und des klaren Denkens. Er führt den Christlichen Wissenschafter aus dem mentalen Mystizismus heraus, der behauptet, wir könnten Christus, Wahrheit, erkennen und trotzdem die christliche Forderung, unseren Nächsten wie unsere eigene geistige Natur zu lieben, außer acht lassen; oder wir könnten die Wissenschaft ohne Christlichkeit haben, den allmächtigen Arm Gottes ohne Seine liebevolle, väterlich–mütterliche Umarmung Seiner Kinder.

In dem Maße, wie ich mein Denken — und mein Herz — vom Monitor habe leiten lassen und er mich zu einer tieferen und praktischeren Zuneigung zu meinen Nächsten geführt hat (zu denen, die auf der anderen Straßenseite oder in den fernsten Winkeln der Welt wohnen, die ich wohl niemals sehen werde), habe ich die folgenden Worte in Mrs. Eddys Gedicht „Weide meine Schafe!“ besser verstehen gelernt:

Starren Willen beuge Du,
hartes Herz erneu,
weck die Welt aus dumpfer Ruh,
Dünkels Wahn zerstreu!Vermischte Schriften, S. 398.

Ganz gleich, was wir augenblicklich über den Christian Science Monitor als ein journalistisches Unternehmen denken mögen, der Einfluß des Monitors auf die Welt und auf jeden Leser wird größer sein, wenn wir unsere Herzen von ihm leiten lassen.

Wenn Sie mehr Inhalte wie diese erforschen möchten, können Sie sich für wöchentliche Herold-Nachrichten anmelden. Sie erhalten Artikel, Audioaufnahmen und Ankündigungen direkt per WhatsApp oder E-Mail. 

Anmelden

Mehr aus dieser Ausgabe / September 1985

  

Die Mission des Herolds

„... die allumfassende Wirksamkeit und Verfügbarkeit der Wahrheit zu verkünden ...“

                                                                                                                            Mary Baker Eddy

Nähere Informationen über den Herold und seine Mission.