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Bibelnotizen

Für Die Bibellektionen Vom Februar 1995

Aus der Februar 1995-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


Jede Lektionspredigt, die im Vierteljahrsheft der Christlichen Wissenschaft — Bibellektionen veröffentlicht wird, bildet eine Einheit. Die Bibelzitate (nach der Lutherbibel, revidierte Ausgabe 1984) werden durch Stellen aus dem Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy, bestätigt und erklärt. Der Herold der Christlichen Wissenschaft veröffentlicht verschiedene Anmerkungen und Kommentare, um den Lesern die vielseitigen Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie selbst weiterforschen können.

5. Februar

GEIST

Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. ... Denn nicht ihr seid es, die da reden, sondern eures Vaters Geist ist es der durch euch redet. (Mt 10:16–20)

Barclay berichtet zur Auslegung der Verse 16–20, daß Matthäus „eine ausgesprochene Vorliebe dafür hat, den Stoff so zu gliedern und zusammenzufassen, wie es dem an dieser Stelle behandelten Thema entspricht, ohne Rücksicht darauf, daß Jesus selbst die Worte womöglich bei anderen Gelegenheiten ausgesprochen hat. Matthäus war Lehrer und Systematiker. Auch dieser Abschnitt ist ein Beispiel dafür. Er faßt hier zusammen, was Jesus bei verschiedenen Anlässen über ... Verfolgung und Verhöre vor Fürsten und Königen prophezeit, das heißt, daß er damit die Grenzen Palästinas bei weitem überschreitet. Das erklärt sich daraus, daß Matthäus hier alle Hinweise Jesu auf die Verfolgung seiner Anhänger gesammelt und zusammengefaßt hat: sowohl, was Jesus sagte, als er die Jünger zum ersten Mal aussandte, als auch das, was Jesus ihnen nach seiner Auferstehung sagte, als er sie in alle Welt hinaussandte.“ Barclay nennt drei Arten von Prüfungen, die ihnen womöglich bevorstanden: Der Staat werde sie verfolgen, die Kirche und die Familie.

Stephanus aber, voll Gnade und Kraft, tat Wunder und große Zeichen unter dem Volk. (Apg 6:8)

Auf „Gnade und Kraft“ Bezug nehmend, bringt die WStB hier ein einleuchtendes Wortspiel:„ ,Gnade und Kraft' gehören zusammen. Kraftlose Gnade hilft nichts, und gnadenlose Kraft ist schrecklich. Aber ,Gnade und Kraft' tut ,große Wunder und Zeichen im Volk'. Heilungen und andere Hilfe erstaunlicher Art in der Wirksamkeit des Stephanus lenken den Blick auf Jesus.“ Weiter wird hier vermerkt: „Wieder sehen wir, wie wenig Interesse die Bibel an, Biographien' hat: Wir erfahren von Stephanus — sein Name heißt auf Deutsch, Kranz' — weder seine Herkunft noch seinen Weg zum Glauben an Jesus. Die Bibel zeigt uns Menschen immer so, wie sie in der großen Sache Gottes sichtbar werden und soweit sie für diese Sache Bedeutung haben. Es geht überall in der Bibel um Gott und nicht um Menschen als solche.“

12. Februar

SEELE

Denn Gott der Herr ist Sonne und Schild; der Herr gibt Gnade und Ehre. Er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen. (Ps 84:12)

Der Psalmschreiber hat für das Wesen Gottes die Symbole „Sonne und Schild“ gewählt. Die StEB bemerkt dazu: „Sonne und Schild bezeichnen Gott als Lebensquelle und Schutz; seine Güte (Gnade) gibt den Seinen Ehre, d.h. Ansehen, und dazu die Güter des Lebens.“ Da die beiden Begriffe „Sonne und Schild“ im Zusammenhang genannt werden, könnte damit auch gemeint sein, daß Gott mit Ausgewogenheit, mit Harmonie für seine Kinder sorgt, indem Er das „A und O“ ist, der Anfang und das Ende, oder daß Er das „Wollen und Vollbringen“ gibt.

Über die Frommen heißt es im Anhang der StEB: „Luther gibt damit im Alten Testament verschiedene hebräische Wörter mit differenzierter Bedeutung wieder: 1. gerecht, rechtschaffen (1 Mo 6,9); 2. ganz, untadelig, vollkommen (1 Mo 17,1; Ps 37,37; 84,12); 3. gerade, aufrecht, rechtschaffen (Hiob 8,6; Ps 33,1; 107,42; 111,1; 112,2.4; häufig in den Sprüchen; speziell in Verbindung mit, Herz‘ = Gesinnung in Ps 94,15; 97,11). Auch, geraden Herzens‘ wird von Luther einfach mit, fromm‘ wiedergegeben (Ps 7,11; 11,2; 32,11; 36,11).“

Das Gesetz des Herrn ist vollkommen und erquickt die Seele. Das Zeugnis des Herrn ist gewiß und macht die Unverständigen weise. Die Befehle des Herrn sind richtig und erfreuen das Herz. Die Gebote des Herrn sind lauter und erleuchten die Augen. Sie sind köstlicher als Gold und viel feines Gold, sie sind süßer als Honig und Honigseim. Auch läßt dein Knecht sich durch sie warnen; und wer sie hält, der hat großen Lohn. (Ps 19:8, 9, 11, 12)

HfA überträgt diese Verse folgendermaßen: „Das Gesetz des Herrn ist vollkommen, es macht glücklich und froh. Auf seine Gebote kann man sich verlassen. Sie machen auch den klug, der bisher gedankenlos in den Tag hineinlebte. Die Ordnungen des Herrn sind zuverlässig, sie erfreuen das Herz. Die Befehle des Herrn sind klar; Einsicht gewinnt, wer auf sie achtet. Sie lassen sich nicht mit Gold aufwiegen, sie sind süßer als der beste Honig. Herr, ich gehöre zu dir. Wie gut, daß mich dein Gesetz vor falschen Wegen warnt! Wer sich an deine Gebote hält, wird reich belohnt.“

19. Februar

GEMÜT

Gott sprach zu Mose: Ich werde sein, der ich sein werde. Und sprach: So sollst du zu den Israeliten sagen: „Ich werde sein“, der bat mich zu euch gesandt. (2. Mose 3:14)

Über den Namen Gottes haben schon viele Menschen nachgedacht und zu verschiedenen Zeiten und für verschiedene Gelegenheiten ganz unterschiedliche Namen entdeckt. Das HzB schreibt dazu: „Indem Gott seinem Volk seinen Namen mitteilte, wollte er ihm sein Wesen offenbaren., Jahwe‘ ist mit dem hebräischen Wort, sein‘ verwandt, das mehr als, existieren‘ bedeutet, sondern soviel wie, aktiv gegenwärtig sein‘ heißt. Jahwe (2. Mose 3,13–16) ist der Gott, der handelnd bei seinem Volk ist — und das offenbarte er, als sein Volk, unterdrückte Sklaven, der Erlösung bedurfte.“

In der NJB lautet dieser Vers: „Da antwortete Gott dem Mose: Ich bin der, Ich-bin-da‘. Und er fuhr fort: So sollst du zu den Israeliten sagen: Der, Ich-bin-da‘. hat mich zu euch gesandt.“ Und in einer Fußnote heißt es dazu: „Das Hebräische läßt sich aber auch wörtlich übersetzen mit, Ich bin, der ich bin'. Nach den Regeln der hebräischen Syntax heißt das soviel wie, Ich bin der, der ist‘„ Ich bin der Daseiende‘; in diesem Sinne haben die Übersetzer der Septuaginta den Namen verstanden: ego eimi ho on. Gott ist der einzige wahrhaft Existierende. Das bedeutet, daß er transzendent ist und ein Geheimnis für den Menschen bleibt, aber noch mehr (Existenz bedeutet hebräisch Effizienz!), daß er in der Geschichte seines Volkes und der Menschheit handelt und sie einem Ziel entgegenführt. Diese Stelle enthält im Keim die Entfaltungen, die ihr durch die fortschreitende Offenbarung gegeben werden, vgl. Offb 1,8:, Der ist und der war und der kommt, der Herrscher über die ganze Schöpfung‘.“

Eine weitere Erklärung finden wir im ATP: „Der Name, Jahwe' klingt in der hebräischen Sprache wie die Worte, er ist'. Dieses, ist‘ oder Sein bedeutet nach alttestamentlichem Denken ein Da-Sein oder Wirksam-Sein für jemanden. Das geheimnisvolle, Ich bin, der ich bin' ist also keine Wesensdefinition Gottes, wie es die abendländische Metaphysik immer wieder gedeutet hat; es soll vielmehr die Beständigkeit des göttlichen Wirkens für sein Volk andeuten.“

26. Februar

Christus Jesus

Du, Bethlehem Efrata, die du klein bist unter den Städten in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist. (Mi 5:1)

Micha ist ein Prophet, der im 8. Jh. v. Chr. lebte. Er lebte und wirkte gleichzeitig mit Jesaja, Amos und Hosea. Er sah sogar die Geburtsstadt des kommenden Messias voraus, die ihren Beinamen Efrata wahrscheinlich durch die Besiedelung vom Geschlecht Efrata hat (1. Chr 4:4; Rt 4:11). In Bruns wird erklärt, was im Bibeltext mit „Ausgang“ gemeint ist: „Du aber, Bethlehem Efrata, kleinste unter den Städten Judas, aus dir wird der künftige Herrscher Israels hervorgehen, dessen Ursprung weit zurückliegt in uralten Tagen.“

Seid so unter euch gesinnt, wie es auch der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht. (Phil 2:5)

Die GN definiert das im heutigen Deutsch: „Habt im Umgang miteinander stets vor Augen, was für einen Maßstab Jesus Christus gesetzt hat.“

Aber die Schriftgelehrten und Pharisäer brachten eine Frau zu ihm, beim Ehebruch ergriffen ... Jesus bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde ... Und Jesus sprach: ... geh hin und sündige hinfort nicht mehr. (Joh 8:3–11)

Man mag sich fragen, was es bedeutet, daß sich Jesus in dieser Situation bückte und auf die Erde schrieb. Barclay vermutet, daß verschiedene Gründe dafür in Betracht kommen: „Vielleicht wollte er die Sache in dem kurzen Augenblick, der ihm so verblieb, vor Gott noch einmal überdenken.... In manchen Handschriften findet sich an dieser Stelle der Zusatz:, Als ob er sie nicht gehört hätte.‘ ... Es ist durchaus denkbar, daß Jesus die Schriftgelehrten und Pharisäer auf diese Weise zwingen wollte, ihre Sache nochmals vorzutragen, damit sie sich der Grausamkeit bewußt würden, die in ihren Beschuldigungen enthalten war. ... Normalerweise wird im Griechischen für schreiben das Wort graphein verwendet; hier dagegen wird das Wort katagraphein benutzt, das auch etwas gegen jemanden aufschreiben bedeuten kann. ... Es ist dabei nicht einmal ausgeschlossen, daß das griechische Wort anamarteros, das mit ohne Sünde übersetzt ist, sogar ohne sündiges Verlangen bedeutet. Nach den Worten Jesu herrschte betretenes Schweigen — und dann zogen die Ankläger einer nach dem anderen ab. Jesus blieb mit der Sünderin allein zurück.“

Abkürzungen

ATP = Altes Testament (Serie Piper)

Barclay = William Barclay, Auslegung des Neuen Testaments

Bruns = Hans Bruns, Die Bibel mit Erklärungen

GN = Gute Nachricht

Hfa = Hoffnung für alle

HzB = Handbuch zur Bibel

NJB = Neue Jerusalemer Bibel

StEB = Stuttgarter Erklärungsbibel

WStB = Wuppertaler Studienbibel

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