Manchmal sieht es so aus, als bestehe Gefahr, dass die heilenden Eigenschaften von Gerechtigkeit und Barmherzigkeit verloren gehen. In den Medien werden Gerechtigkeit und Barmherzigkeit häufig als Gegensätze dargestellt. In der Sprache der Politik ausgedrückt: die „Gerechtigkeitspartei“ hat ein Parteiprogramm, das Auge für Auge, härtere Urteile und schnellere Bestrafung für Verbrechen zum Ziel hat. Das Programm der „Barmherzigkeitspartei“ dagegen sieht Gesetzesbrecher als Opfer sozialer Ungerechtigkeiten, die für ihre Taten nicht verantwortlich gemacht werden dürfen, und behauptet, Strafen seien grausam und bewirkten nur das Gegenteil dessen, was man zu erreichen sucht.
Diese überspitzt formulierten Definitionen sind natürlich beide unfair — aber sind sie nicht das tägliche Brot im Talk-Radio oder bei vielen Fernsehdiskussionen? Und auf diesem Wege beeinflussen sie die Meinung von Millionen Hörern und Zuschauern über ihr Leben und über das, was in der Welt geschieht.
Ein Mensch, dessen Lebensanschauung durch solche Programme geprägt worden ist, würde nie vermuten, dass ein geistiges Verständnis von Gerechtigkeit und barmherziger Gnade heilt. Der 89. Psalm in der Bibel ist voller Lobpreis Gottes. Hier lesen wir: „Gerechtigkeit und Gericht sind deines Thrones Stütze, Gnade und Treue gehen vor dir einher. Wohl dem Volk, das jauchzen kann! Herr, sie werden im Licht deines Antlitzes wandeln (Vers 15, 16). Eine moderne Übersetzung gibt den ersten Teil so wieder: „Dein Thron ist gegründet auf Recht und Gerechtigkeit, Güte und Treue gehen vor dir her.“ Die Gute Nachricht Bibel.
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