Der Vater in Zentralafrika war beunruhigt. Seine erwachsene Tochter war schon eine ganze Woche lang krank gewesen. Alle Symptome deuteten auf Malaria hin. Ein Praktiker der Christlichen Wissenschaft gab der Tochter Behandlung durch Gebet, aber die Besserung ging nur langsam voran und die Tochter wurde schwächer. Dem Vater kam der Gedanke, dass obwohl seine Frau liebevoll und aufmerksam war, sie doch auch Angst um ihre Tochter hatte. Und diese Furcht war nicht hilfreich. Ungeachtet dringlicher Notwendigkeiten in seinem Job blieb er zu Hause, um seine Tochter zu pflegen.
Der Vater fütterte seine Tochter geduldig, Löffel um Löffel. Er umsorgte sie auch, indem er ihr geistige Wahrheiten über ihre Identität als Gottes geliebtes Kind sagte. In Wissenschaft und Gesundheit von M. Baker Eddy fand er Anleitung, sie zu pflegen: „Das arme, leidende Herz braucht seine rechtmäßige Nahrung, wie Frieden, Geduld in Trübsal und das unschätzbare Gefühl von des lieben Vaters liebevoller Güte.“ (S. 365/366)
Er war sich des ernsten Zustands seiner Tochter wohl bewusst, trotzdem blieb er ruhig und zuversichtlich. Er hatte schon zu oft Heilung durch Gebet erlebt, um an der heilenden Macht von Gottes Liebe zu zweifeln. Er blieb an ihrer Seite, vertraute sie still Gottes Pflege an, versicherte sie der zärtlichen Pflege Gottes und spiegelte fühlbar Gottes Pflege wider. Am nächsten Tag trat fraglos eine Besserung ein. Sie war aufgestanden und aß wieder normal. Ein paar Tage später war sie vollkommen geheilt.
Eine neue Satzung - „Christlich-wissenschaftliche Pfleger“
Vor einhundert Jahren pflegten Christliche Wissenschaftler in etwa genau so wie dieser Vater in Afrika seine Tochter pflegte. Soweit uns bekannt ist, hatten sie keine spezielle Ausbildung, sie nutzten den gesunden Menschenverstand, das pflegende Naturell und die Überzeugung, dass dem in Wissenschaft und Gesundheit erklärten Heilsystem zugetraut werden kann, jegliche Krankheit zu heilen, ungeachtet wie schwerwiegend sie ist.
1908 bat Mary Baker Eddy darum, folgende Satzung in dem die Kirche leitenden Handbuch hinzuzufügen:
„Ein Mitglied der Mutterkirche, das sich als christlich-wissenschaftliche Pflegerin oder christlich-wissenschaftlicher Pfleger bezeichnet, muss eine Person sein, die eine demonstrierbare Kenntnis von der Ausübung der Christlichen Wissenschaft hat, die die im Krankenzimmer nötige praktische Weisheit besitzt und die Kranken richtig betreuen kann.
Solche Personen können in Übereinstimmung mit den von den Verlegern aufgestellten Regeln eine Anzeige im Christian Science Journal veröffentlichen lassen.“ (Art. VIII, Abschn. 31, S. 49)
Der Vater war sich des ernsten Zustands seiner Tochter wohl bewusst, trotzdem blieb er ruhig und zuversichtlich. Er hatte schon zu oft Heilung durch Gebet erlebt, um an der heilenden Macht von Gottes Liebe zu zweifeln.
Diese Satzung war nicht der Beginn des christlich-wissenschaftlichen Pflegens es geschah bereits. Aber sie bestätigte, dass Pflegen einen Platz im Heilauftrag der Christlichen Wissenschaft hatte.
Die Satzung lieferte eine Richtlinie für das Pflegen. In den zurückliegenden hundert Jahren haben christlich-wissenschaftliche Pflegerlnnen, geführt von dieser Richtlinie, Professionalität und Geschick darin entwickelt, Kranke unter höchst schwierigen Umständen zu pflegen — Umstände, die Familienmitglieder nicht allein handhaben konnten. Christlich-wissenschaftliche Pflegerlnnen sorgen für Reinigung, sie baden Patienten, auch wenn jene nicht stehen oder gehen können, oder sie helfen ihnen, sich im Bett umzudrehen. Sie reinigen und bandagieren Wunden, bereiten spezielle Nahrung zu und füttern Patienten, die nicht normal essen können. Kurzum, christlich-wissenschaftliche Pflegerlnnen helfen den Patienten, die auf christlich-wissenschaftliche Behandlung vertrauen, so lange bei Verrichtungen, die sie im Moment nicht allein bewerkstelligen können, bis sie wieder selbst dazu in der Lage sind.
Die Kunst des Pflegens ist tief in der Praxis des Christentums eingebettet. Sie leuchtet durch die Berichte von Jesu Leben in den Evangelien. Sie hat ihre Basis in der Tatsache, dass Gott, Liebe, für Seine Kinder sorgt.
Pflegen heißt Hegen
Die Kunst des Pflegens ist tief in der Praxis des Christentums eingebettet. Sie leuchtet durch die Berichte von Jesu Leben in den Evangelien. Sie hat ihre Basis in der Tatsache, dass Gott, Liebe, für Seine Kinder sorgt. Zum Beispiel wird Gott im Fünften Buch Mose mit einem Adler verglichen, der über seinem Jungen schwebt (Kapitel 32). Das Wort Pflegen [im Englischen to nurse] kommt von Nähren [to nourish] und ist eng verwandt mit dem Konzept des einander Hegens, Bewahrens und Ermutigens. Diese Fähigkeit zu hegen ist für uns als Gottes Kinder nichts Unnatürliches.
Indem wir dies erkennen, sollte es uns nicht überraschen, dass die Satzung „Christlich-wissenschaftliche Pfleger“ im Kirchenhandbuch als Teil des Abschnitts „Zur Anleitung der Mitglieder“ auftaucht. Zweifellos hat diese Aktivität etwas mit dem geistigen Fortschritt eines jeden Kirchenmitglieds zu tun und nicht nur mit dem Kern von Mitgliedern, die sich der Pflege anderer verschrieben haben. Mary Baker Eddy schrieb über das Handbuch, dass „... jede Regel und Satzung dieses Kirchenhandbuchs die Geistigkeit dessen, der sie befolgt, erhöhen und seine Fähigkeit, die Kranken zu heilen, die Leidtragenden zu trösten und die Sünder wachzurütteln, stärken wird.“ ( Die Erste Kirche Christi Wissenschaftler und Verschiedenes, S. 230)
Nicht alle, die die Christliche Wissenschaft studieren, fühlen sich berufen, professionelle christlich-wissenschaftliche Pflegerlnnen zu werden, aber jeder von uns ist berufen, zu heilen. Es ist die Liebe, die heilt, und es ist die Liebe, die wir widerspiegeln, wenn wir diejenigen um uns herum geistig hegen und pflegen.
