
Editorials
Kürzlich besuchte ich eines Sonntags einen Gottesdienst, der auf das Denken der Jugend ausgerichtet war. Stühle mußten in den Gängen aufgestellt werden, um die Menge unterzubringen.
„Gibt es in der Christlichen Wissenschaft eine Geistlichkeit?“ so fragen manchmal diejenigen, die mit ihren Lehren nicht vertraut sind. O ja, und diese Seelsorge berührt alle Bereiche des menschlichen Lebens.
Als Christus Jesus durch die Straßen Jerusalems ging, begegnete er einem Mann, der von Geburt an blind war und keine Veranlassung hatte zu hoffen, daß er jemals sehen würde. Gedrängt von seiner Lebensaufgabe, durch die heilende Macht des Christus unbestreitbaren Beweis für seine Lehren zu erbringen, heilte er den Mann von seiner Blindheit.
Ihr Materialisten! Ihr erzählt uns, daß alles zu Ende sei, wenn dieser Körper sterbe. Woher wollt ihr das wissen? Wißt ihr es wirklich? Ihr sagt, es gebe keinen Beweis dafür, daß das Leben weitergehe.
Was wir von anderen Leuten halten und wie wir sie behandeln, ist wichtig. Wir alle haben einen Nächsten.
Christus Jesus gab zu verstehen, daß wirkliches Lauschen weit mehr ist, als bloß Töne materiellen Ursprungs zu vernehmen. Er sagte über einige, die seinen Worten zuhörten: „Mit hörenden Ohren hören sie nicht; und sie verstehen es auch nicht.
Aus ihrer eigenen reichen Erfahrung heraus lehrt unsere Führerin Mary Baker Eddy, daß rechte Beharrlichkeit ein Teil der mentalen Einstellung sein muß, die für Erfolg in der Arbeit des christlich-wissenschaftlichen Heilens vonnöten ist. In Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift schreibt sie: „Wenn du den Gedanken über den Irrtum oder die Krankheit erhebst und beharrlich für die W ahrheit streitest, zerstörst du den Irrtum.
Seit unvordenklichen Zeiten hat die Menschheit, größtenteils ohne zu fragen, das Zeugnis der physischen Sinne akzeptiert. Sie hat den Kosmos als ein riesenhaftes Gebäude materieller Gegenstände und Dinge angesehen und stets geglaubt, daß diese Erscheinungen selbständige Wirklichkeit seien, völlig unabhängig von dem Gemüt, das sie wahrnimmt.
„Wie kann ich die Christliche Wissenschaft erfassen, wenn sie doch allem, was ich weiß, genau entgegengesetzt ist? Soll ich alles vergessen, was ich auf der Hochschule gelernt habe, alles, was ich in meiner beruflichen Tätigkeit erlebt und bewiesen habe? Ich bin nun einmal ein Tatsachenmensch, und da ist es für mich völlig unmöglich, etwas zu akzeptieren, was so unbestimmt und nebelhaft ist, wie es geistige Feststellungen sind! Beim Heilen körperlicher Leiden untersucht die medizinische Praxis natürlicherweise den Körper, denn er enthält die Krankheit. Meine Frage ist: Wie kann die Christliche Wissenschaft meinen Körper heilen, wenn sie ihn doch ignoriert? Das ergibt für mich keinen Sinn.
Obwohl die Bibel viele Beispiele dafür gibt, daß durch die Macht des Gebets böse Mächte überwunden und Katastrophen verhütet werden, zeigen die Christen von heute bei ähnlichen Problemen, daß sie nur geringen Glauben an eine solche Macht haben. Unter den Theologen scheint man heute besonderen Wert darauf zu legen, hinauszugehen und etwas zu tun, anstatt niederzuknien und zu beten.