
Editorials
In der Bitte des Vaterunsers: „Vergib uns unsere Schuld”, finden mir die Wage der Gerechtigkeit wunderbar genau balanciert. Wie viele, die diese Bitte täglich auf den Lippen haben, verstehen wohl ihre wahre Bedeutung? Denken wir daran, wie es uns ergehen würde, wenn uns Gott beim Wort nähme? Vergeben wir unserm Bruder in dem Maße, wie wir von Gott Vergebung erhoffen? Christus Jesus spricht sehr klar und deutlich von der Notwendigkeit und Pflicht, dem Bruder zu vergeben.
Wenn der Psalmist sagt: „Wie der Hirsch schreiet nach frischem Wasser, so schreiet meine Seele, Gott, zu dir .
Christus Jesus war der größte Lehrer aller Zeiten. Er beherrschte den Gegenstand, den er lehrte, vollständig, besaß ein klares Verständnis von dem demselben zugrunde liegenden Prinzip und bewies seine Fähigkeit, jedes Lebensproblem zu lösen.
Mrs. Eddy besteht in allen ihren Werken mehr auf einer beweisbaren Kenntnis der Christian Science als auf einem bloßen theoretischen Glauben.
Man braucht nicht sehr weit in dem Studium der Christian Science vorgeschritten zu sein, um zu erkennen, wie genau sie sich in der Lehre und Demonstration an die Wahrheit hält, welche der Meister den selbstsüchtigen Pharisäern klar zu machen suchte, als sie ihn fragten, wann „das Reich Gottes”, von dem er redete, kommen würde. Seine Antwort lautete: „Das Reich Gottes kommt nicht mit Aufsehen” (Züricher Bibel), worauf die Erklärung folgte, deren Wahrheit die Christian Scientisten täglich zu beweisen suchen: „Denn sehet, das Reich Gottes ist inwendig in euch.
Das Streben nach Glückseligkeit nimmt wohl die Aufmerksamkeit des Menschen mehr in Anspruch, als irgend etwas andres — wenigstens bis die vielen Enttäuschungen des Lebens ihm dieses Suchen als nutzlos erscheinen lassen. Und doch ist es natürlich, ja durchaus rechtmäßig, nach Glüseligkeit zu trachten.
In Zeiten, da wir zur Mutlosigkeit geneigt sind, weil unsre Fähigkeit, durch die Erkenntnis der Wahrheit unsre Lebensprobleme zu lösen, so gering ist, mögen uns die folgenden Worte Jesu zum Trost und zur Erleuchtung dienen: „So ihr bleiben werdet an meiner Rede, so seid ihr meine rechten Jünger”. Wie sanft und doch wie treffend ist diese Ermahnung! Sie erinnert uns an unsern schwachen Glauben und unsre laue Liebe, an unsern Mangel an Geduld und Ausdauer in der Nachfolge Jesu.
Der Apostel Petrus gab seinen Nachfolgern die Ermahnung: „Seid allezeit bereit zur Verantwortung jedermann, der Grund fordert der Hoffnung, die in euch ist”. Es gibt jedoch Leute, die trotz der klarsten Darlegung einer Lehre sich nicht von deren Richtigkeit überzeugen lassen, sondern auf sichtbaren Beweisen bestehen.
Wie viele bekümmerte Herzen haben nicht schon mit den Jüngern demütig gefleht: „Herr, lehre uns beten”! Diese Bitte drückt ein instinktives Vertrauen auf die Güte Gottes aus. Sie erkennt Ihn an als eine sichere Zuflucht in jeder Not, als einen nie versiegenden Quell der Kraft, wenn die Unzuverlässigkeit menschlicher Stützen, das Schwinden irdischer Hoffnungen uns mit dem Psalmisten ausrufen läßt: „Schaffe uns Beistand in der Not, denn Menschenhilfe ist nichts nütze.
Das vierte Kapitel des Evangeliums Johannes enthält einen sehr ausführlichen Bericht über eine interessante Begebenheit in der Amtstätigkeit Jesu. Es werden da sehr wichtige religiöse Fragen in einer Weise behandelt, die auf den denkenden Leser einen tiefen Eindruck macht.