
Editorials
Die meisten Schüler der Christian Science erreichen zu Anfang ihres Studiums dieser Lehre einen Zeitpunkt, da die an ihnen und andern geschehene Heilung einen so tiefen Eindruck auf sie macht und da die erwachende Erkenntnis der stets gegenwärtigen Macht der Wahrheit, wie Jesus sie kannte und anwandte, ihr Herz so sehr bewegt, daß sie vor Begeisterung über den neuentdeckten Glauben förmlich übersprudeln und nun unter ihren Freunden sofort alle scheinbar falschen Zustände in physischer und moralischer Hinsicht berichtigen wollen. Sie glauben, hierzu sei nichts weiter nötig, als ihren Freunden zu sagen, was sie selbst gesehen und erfahren haben.
Diejenigen , welche die heilende Wirkung der Wahrheit an sich erfahren haben, nachdem alle materiellen Mittel fehlgeschlagen hatten, erkennen in einem jeden der zahllosen Zeugnisse, die in den Mittwochabend-Versammlungen abgegeben und in unsern Zeitschriften veröffentlicht werden, eine neue Bestätigung ihres Glaubens. Ihnen erscheint es nicht unglaublich, daß „des Gerechten Gebet”— sein „absoluter Glaube, daß bei Gott alle Dinge möglich sind” („Science and Health“, S.
In gewissem Sinne wäre es eine große Anmaßung, wenn jemand erklären würde, er könne das Wirken des Geistes verstehen und erklären. Nichtsdestoweniger berechtigen uns die Lehren Jesu zu der Behauptung, daß man „die Tiefen der Gottheit” verstehen lernen kann.
Der Fortschritt des Menschengeschlechtes geht notwendigerweise Hand in Hand mit dem Fortschritt der großen Denker, von welchen die Menschen aus ihrer knechtenden Gleichgültigkeit gegenüber den vorgeschriebenen materiellen Theorien in der Religion und Erziehung sowie gegenüber den bestehenden Regierungsformen aufgerüttelt wurden. Nichtsdestoweniger ist noch ein jeder dieser Denker angefeindet worden, obgleich seine Zeitgenossen zugeben mußten, daß die von ihm angestrebte Reform nötig sei.
Das Verhalten Jesu den Jüngern Johannis gegenüber, als diese ihn fragten, ob er der längst erwartete Messias sei, gibt zu denken. Johannes hatte im Gefängnis von den großen Taten gehört, die „ein Stärkerer”, dessen Erscheinen er vorausgesagt hatte, in Judäa vollbrachte, und er wollte nun wissen, ob Jesus wirklich der Messias sei.
Im 14. Kapitel des Evangeliums Johannes, dessen herrliche Verheißungen schon so vielen bekümmerten Herzen Trost und Mut eingeflößt haben, finden wir die folgende Erklärung des Meisters, welche für die Christian Scientisten von hoher Bedeutung ist, da sie ihnen sozusagen Vollmacht erteilt, die Kranken und Sünder zu heilen: „Wer an mich glaubet, der wird die Werke auch tun, die Ich tue.
In den Sprüchen Salomos werden viele Gründe angegeben, warum das Erlangen von Weisheit oder geistigem Verständnis so sehr wichtig ist. Es wird uns gesagt, der Besitz von Weisheit sichere uns Gesundheit, langes Leben, Frieden, Wohlstand, Schutz usw.
Wenn man die Aufzeichnungen über das Leben Jesu aufmerksam liest, so fällt es einem auf, wie bestimmt der Meister an die von ihm dargebotenen Mittel zur Beseitigung menschlicher Unvollkommenheiten und Leiden glaubte. Wie ferner ersichtlich ist, war er fest überzeugt, daß seine Worte und Werke bei denjenigen, die ein empfängliches Gemüt haben, denselben Glauben bewirken würden.
Die große Frage, welche alle wahren Christian Scientisten beschäftigt, welche alle ausgesprochenen Nachfolger des Meisters beschäftigen sollte und welche sich diejenigen, die sie lange unbeachtet gelassen haben, schließlich mit Zittern und Beben vorlegen werden, ist dieselbe, welche jener Kerkermeister an Paulus und Silas richtete: „Was soll ich tun, daß ich selig werde?” Ihre Antwort war bestimmt und klar: „Glaube an den Herrn Jesum Christum, so wirst du und dein Haus selig. ” Jeder Christ wird natürlich sofort erklären, er stimme dieser Antwort der Jünger vollständig bei.
Gewisse Autoren, die gerne an der Christian Science Kritik üben, haben versucht einen Unterschied zu machen zwischen dem Christentum und der Christian Science, haben aber dabei die besten Definitionen des Wortes Christentum außer Acht gelassen und zugleich ihre Unwissenheit in Bezug auf die Christian Science bewiesen. Der amerikanische Lexikograph Webster definiert Christentum als „die praktische Übereinstimmung des inneren und äußeren Lebens mit dem Geiste der christlichen Religion.