
Editorials
Gar mancher Christian Scientist macht während der ersten Zeit seines erweckten geistigen Verständnisses eine Periode durch, während welcher er den Drang fühlt, mit all seinen Freunden und Bekannten über seinen neugefundenen Glauben zu reden, ohne Rücksicht auf Zeit und Umstände. Dabei denkt er gewöhnlich, die Angeredeten seien ebenso begierig zuzuhören, wie ihm daran gelegen ist, über diesen Gegenstand zu reden.
Man hat uns ersucht, eine Frage zu beantworten, die im wesentlichen denselben Zweck hat wie eine Frage, die im „Sentinel“ vom 18. Mai 1899 gestellt und da beantwortet wurde.
Es ist bemerkenswert, daß die Geschichte vom verlorenen Sohn für denjenigen, der sie richtig versteht, nicht eine weitentfernte orientalische Erzählung, sondern eine naheliegende Erfahrung bedeutet. In gewissem Sinn sind wir alle verlorene Söhne, denn wir haben alle unsern höchsten Idealen oft den Rücken gekehrt, haben in dem, was uns die materiellen Sinne bieten, Befriedigung gesucht, und es ist uns sodann klar geworden — oder es wird uns klar werden —, daß Sinnlichkeit den Verlust der Glückseligkeit und den Verbrauch der Kräfte zur Folge hat.
In siebzehnten Kapitel der Apostelgeschichte lesen wir von Paulus’ Besuch in Thessalonien. Es wird uns da erzählt, daß „der gottesfürchtigen Griechen eine große Menge, dazu der vornehmsten Weiber nicht wenige” zur Erkenntnis der Wahrheit erwachten; so auch später in Beröa.
Wie den Christian Scientisten schon längst aufgefallen ist, beurteilen viele Leute Christian Science vom theologischen Standtpunkt aus in abfälliger Weise, geben aber ihren Wert als Heilmethode zu, während andrerseits viele Leute Christian Science vom ärztlichen Standpunkt aus verwerfen, aber ebenso bereitwillig ihre Theologie für wohltuend und segenbringend erklären. Wie die Scientisten ferner beobachtet haben, neigt der Laie unsrer Tage der Ansicht zu, daß Christian Science zugleich heilt und erlöst, obgleich der eine oder der andre diese Wirkung auf Grund von Suggestion zu erklären sucht, anstatt sie dem göttlichen Geist (Mind) zuzuschreiben.
Eine der Hauptbedingungen zum Erfolg in einer Christian Science Kirche ist Harmonie. Um nun diesen Zustand herbeizuführen oder aufrechtzuerhalten, muß man vor allem verstehen, was mit dem Wort Harmonie gemeint ist.
Ein Schüler auf dem Arbeitsfelde schreibt, es fehle in der Christian Science Praxis sehr an Männern. Ich habe des öfteren auf diesen Punkt hingewiesen.
Im Evangelium Markus lesen wir, wie Jesus zu einem Manne sagte, den er auf wunderbare Weise geheilt hatte: „Gehe hin in dein Haus und zu den Deinen, und verkündige ihnen, wie große Wohltat dir der Herr getan und sich deiner erbarmt hat. ” Diejenigen, welche in unsern Tagen durch die Macht Gottes, wie Christian Science sie uns offenbart, geheilt werden, sind in der Regel willens, den Ihrigen von ihrer Heilung zu erzählen; hingegen finden sie es weit schwieriger, vor Fremden in den Mittwochabend-Versammlungen davon zu reden.
Der Gewinn, der uns zuteil wird, wenn wir die Bibel den Lehren der Christian Science gemäß geistig auslegen, tritt nie klarer hervor, als wenn wir an die kurzen und treffenden Aussprüche Jesu kommen. Als Beispiel sei der scheinbar sehr strenge Verweis erwähnt, den Jesus einem Menschen erteilte, der um Erlaubnis bat, seinen Vater zu begraben, ehe er mit seiner christlichen Werktätigkeit begann.
Viele Leute fühlen beim Anfang eines jeden neuen Jahres die dringende Notwendigkeit, ein andres Leben zu beginnen. Sie fassen demgemäß neue Vorsätze, von denen sie erwarten, daß sie ihnen helfen werden einen besseren Lebenswandel zu führen.