
Editorials
Als ich kürzlich im Konzert dem Gesang des „Messias” lauschte, fielen mir die Worte einer Botschaft ein, die unsere geliebte Führerin an eine der Zweigkirchen zu deren Einweihung sandte, in der sie Jesajas Worte anführte: „Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir!” Diese Botschaft war damals von großer Bedeutung und ist heute unzweifelhaft von noch größerer Bedeutung für alle die sie hörten, denn Christian Science bringt eine wunderbare Erleuchtung der Heiligen Schrift und zeigt, wie ihre göttliche Absicht wahrgenommen und ihr gehorcht werden kann. Hier haben wir die Erklärung, daß „die Herrlichkeit des Herrn” gegenwärtig ist und was muß dies für die bedeuten, die nach dem Zeugnis der Sinne in der Finsternis der Sünde und des Leidens sind? Bedeutet dies, daß, obwohl es eine ewige Tatsache ist, es keine direkte Beziehung zu ihrem Bedürfnis habe? Durchaus nicht! Der Befehl: „Mache dich auf, werde licht,” enthält sicherlich die Möglichkeit des sich Aufmachens aus allen falschen Zuständen und des Widerstrahlens des göttlichen Lichtes.
Die Mehrzahl derjenigen, die Opposition gegen Christian Science erheben, weil ihre Lehren mit den seit lange angenommenen Glaubenslehren und Methoden im Widerspruch sind und denken, daß sie die Lehren deshalb nicht annehmen können, übersehen, indem sie diesen Widerspruch betonen, die Tatsache, daß die alten Methoden, die seit so vielen Jahren in Anwendung waren, sich als unzulänglich zur Erlösung der Menschheit von Sünde und Krankheit erwiesen. Unzweifelhaft sind gegen jede Entdeckung in der Weltgeschichte ähnliche Einwendungen gemacht; aber veraltete Theorien haben immer den beweisbaren Tatsachen Platz gemacht und so sind beharrlich Fortschritte gemacht.
Lieben Christian Scientisten Gott so sehr wie sie die Menschen lieben? Nun, dies ist die Frage; laßt uns sie in uns selber prüfen. Das Denken an Personen schließt in sich, daß man nicht an das Prinzip denkt, und fünfzig Telegramme an jedem Feiertage bedeuten solch ein Denken.
Wenn man der göttlichen Führung immer sicher wäre, würde man angesichts drohender Gefahr Mut besitzen, aber der vorherrschende Sinn der Furchtsamkeit und Ungewißheit zeigt, daß Sterbliche gewöhnlich nicht verstehen, sich dieselbe zu nutze zu machen. In einem Gespräch über die religiösen Glauben der Seeleute, sagte ein erfahrener Lotse, daß viele inbrünstig beten, wenn der Sturm tobt, aber aus Furcht und Mangel an Geschicklichkeit in der Seefahrerkunst, ziehen sie oft in dem Augenblick die Segel ein, wenn der größte Fortschritt gemacht werden könnte.
Das sogenannte religiöse Denken ist in den letzten Jahren viel freisinniger geworden und insofern diese Veränderung ein Wachstum an Barmherzigkeit und Rücksicht für die Überzeugungen anderer anzeigt, gibt es Grund zur Dankbarkeit. Das schreckliche Unrecht, das kürzlich den jüdischen Leuten zugefügt wurde, ist ein trauriges Anzeichen von der Frucht der Bigotterie, und obwohl wir von einem Sinne des Entsetzens und der Demütigung berührt sind, daß dieses zwanzigste christliche Jahrhundert durch solche Ereignisse entehrt werden sollte, wäre es für uns alle gut, in uns selber zu der Einsicht zu kommen, daß wir uns nicht von Vorurteilen beherrschen lassen, die weiter nichts als die Sprößlinge des grausamen Hasses und des zügellosen Antagonismus sind.
Dann und wann finden sich Personen, die ihre üblen Handlungen dadurch zu rechtfertigen suchen, daß etwas Gutes daraus entstanden ist oder entstehen wird; doch das ist eine Unmöglichkeit. Die Behauptung, daß das Gute ein Produkt des Bösen sei, gleicht der Behauptung, daß „süßes” und „bitteres” Wasser aus demselben Brunnen fließen kann.
Irrtum ist immer Irrtum und wird niemals Wahrheit oder wahr. Er gehört immer gänzlich zum falschen sterblichen Sinn und verschwindet nur wie dieser Sinn verschwindet.
Der Bericht in den vier Evangelien von Jesus als er die Fünftausend speiste, mag uns wohl an die Aussage des Engels vor Maria erinnern: „Bei Gott ist kein Ding unmöglich. ” Wie die Schüler der Christian Science in dem Verständnis der Wahrheit Fortschritte machen, werden sie sich mehr des großen Bedürfnisses der Welt bewußt und sehnen sich danach bei der Befriedigung desselben zu helfen und so finden sie die allerbeste Gelegenheit sich selber zu beweisen wie viel von der Wahrheit sie sich zu eigen gemacht haben.
Einige Leute, die unsere Mittwochabend Versammlung zum ersten Male besuchten, sind mehr oder weniger irregeleitet worden und haben einen ungünstigen Eindruck empfangen durch die Tatsache, daß die Sprechenden die bedeutenden Verbesserungen erwähnt haben, die in ihren finanziellen Umständen eingetreten sind, seit sie Christian Science zu ihrer Lebensregel gemacht haben; und weil die Verbindung zwischen Krankheit und Armut nicht verstanden wurde, obwohl ein wenig Nachdenken über das Thema gezeigt hätte, daß diese zwei gewöhnlich so nahe verwandt sind wie Eltern und Kind. Diese Forscher haben in einem gewissermaßen unbefriedigten Gemütszustand die Versammlung verlassen.
Geehrter Herr Redakteur: Gestern besuchte die Rev. Mary Baker G.