Voll tiefer Dankbarkeit möchte ich von dem Segen berichten, den mir die Christliche Wissenschaft gebracht hat. Auf diese Religion wurde ich durch eine Bekannte aufmerksam gemacht, weil sie glaubte, ich könnte dadurch einem lieben Verwandten helfen. Beim ersten Male wies ich sie zurück. Ich fand die Christliche Wissenschaft wohl schön, war aber noch nicht willens, meine alte, mir auch liebe Kirche zu verlassen. Einige Zeit später, nach sehr traurigen Erfahrungen, als ich ganz niedergedrückt und mutlos war, bot mir die liebe Bekannte die Christliche Wissenschaft nochmals an, und nun erkannte ich das Gute.
Ich besuchte die Versammlungen und fing an, Wissenschaft und Gesundheit zu lesen, damals noch im Englischen. Ich bemühte mich sehr, vorwärts zu kommen aus Liebe zu dem Verwandten, welcher nichts für sich tun konnte, da er sich in einer Heilanstalt befand. An mich dachte ich gar nicht, obwohl ich auch viel krank war und Fehler zu überwinden hatte. Durch mein ehrliches Bemühen und die selbstlose Liebe, die ich gab, fielen meine Krankheiten fast alle von mir ab. Welche Freude erfüllte mich jedesmal, wenn ich zu einer klareren Erkenntnis der Christlichen Wissenschaft kam! Diese Freude verbunden mit Dankbarkeit macht alles so licht und schön und hilft uns vorwärts auch in den dunkelsten Stunden.
Durch das gründliche Lesen unsres Lehrbuches bin ich von Neurasthenie, Nierensteinen, langjährigen Verdauungsstörungen und einem andern heftig auftretenden Übel geheilt worden, das ich sehr fürchtete und von dem ich jeden Winter befallen wurde. Seit ich mich der Christlichen Wissenschaft zugewandt habe, kenne ich kein Krankenlager mehr. Wenn ein Irrtum kommen wollte, habe ich ihn stets durch das Verständnis der vollkommenen Schöpfung und des unlöslichen Verbundenseins mit dem göttlichen Prinzip des Guten überwinden können.
Das Erlangen der Gesundheit war für mich von hohem Wert, da ich seit Jahren allein bin und Tag für Tag meinen Beruf ausfüllen muß. Doch von noch höherem Wert ist für mich die geistige Erhebung, die ich durch das Studium der Christlichen Wissenschaft empfangen habe. Die Erkenntnis, daß wir nichts zu fürchten haben, und immer in der göttlichen Liebe geborgen sind, ist wundervoll. Daß Gott, das Gute, alles erfüllt, das scheinbare Böse jedoch keine Macht hat und nur ein Täuschung, eine falsche Annahme ist und unser wahres Sein nie berühren kann, diese Erkenntnis hat mir Ruhe und Frieden gegeben. Während ich früher unzufrieden mit dem Leben, müde von Enttäuschungen war und alles im schwärzesten Lichte sah, bin ich nun ein glückliches, zufriedenes Menschenkind geworden.
Auch bei Ausbruch des Krieges war mir die Christliche Wissenschaft eine große Hilfe. Unsre Arbeit in einem großen Büro hatte aufgehört, und mir war mit meinen Kolleginnen gekündigt worden. Ich sorgte mich nicht, da ich ja gelernt hatte, daß wir an Gott unsre wahre Versorgung und unsern Arbeitgeber haben und daß Seine Mittel unerschöpflich sind. Ich blieb inmitten der Unruhe meiner Umgebung ganz ruhig, wußte ich doch, daß die göttliche Liebe schon für uns gesorgt hatte. Die Hilfe kam sehr bald — wir erhielten eine andre Tätigkeit, in die wir uns alle hineinfanden. Nun sind wir längst wieder an der alten Stelle und stehen uns viel besser als früher. Dies zeigte mir so recht die Wahrheit der Worte in Wissenschaft und Gesundheit: „Was einen segnet, segnet alle” (S. 206).
Sehr dankbar bin ich ferner angesichts der Folgen des schrecklichen Krieges für die Erkenntnis, daß der wirkliche Mensch, die Gottes-Idee, unverletzt und vollkommen ist, da Gott ja allein sein Leben ist. Voll tiefer Dankbarkeit gedenke ich der treuen Liebe und Fürsorge unsrer hochverehrten Führerin, Mrs. Eddy, die so aufopfernd und selbstlos gearbeitet hat, um der Menschheit diese große Wohltat bringen zu können. Mutig und stark stand sie einer großen materiellen Welt gegenüber. In der vollen Erkenntnis der Allmacht und Allgegenwart Gottes, bewies sie uns den Ausspruch: „Einer mit Gott bildet die Majorität,” wofür wir ihr nicht innig genug danken können. Ich will mich bemühen, immer mehr in der Erkenntnis der Christlichen Wissenschaft zu wachsen, um den Weg gehen zu können, den sie uns gewiesen hat.
Berlin, Deutschland.
