Wenn in der Geschäftswelt Habsucht und Furcht die Herrschaft haben, so entsteht Krieg, und die Nichtkämpfer leiden dann am meisten. Ein solcher Kampf ist nichts andres als eine Phase der herrschenden Unklarheit im menschlichen Gemüt hinsichtlich wahrer Werte. Würden alle Menschen erkennen, daß Wirklichkeit rein geistig ist, so wäre der bittere Kampf um materielle Dinge bald zu Ende, und Überfluß wäre so allgegenwärtig wie Gott selber. Das große Bedürfnis der heutigen Zeit ist die Wiederherstellung des Begriffs wahrer Werte. Hierin sieht die Christliche Wissenschaft ihre Aufgabe.
In dem gegenwärtigen Weltkrieg ist der Zeitpunkt erreicht, wo der Kampf mit den Waffen hundertfach geschärft wird durch den angeblichen Mangel an Nahrungsmitteln, der auf der Annahme beruht, daß Hunger nur mit der Materie gestillt werden könne. Der Kampf um Materie bringt die tierischen Triebe an die Oberfläche, wie denn auch die physischen Explosionen auf dem Schlachtfelde von scharfer geistiger Spannung und schwerem mentalen Druck zu Hause begleitet sind. Die heutigen hohen Preise der Lebensmittel in allen Teilen der Welt erregen die Befürchtung, daß es dem Körper des Menschen an Nahrung und Kleidung mangeln werde. Auf Seite 62 von Wissenschaft und Gesundheit finden wir die Lösung dieser Frage. Wir lesen da: „Das göttliche Gemüt, das die Knospe und Blüte bildet, wird für den menschlichen Körper sorgen, ebenso wie es die Lilien kleidet; kein Sterblicher aber mische sich in Gottes Regierung dadurch, daß er mit Gesetzen irrender, menschlicher Begriffe dazwischentritt.”
Furcht ist der bösartigste Stoß gegen Gottes Herrschaft. Sie sucht die Menschen zu verwirren, indem sie unnötigerweise eine Sache stundenlang erörtert. Es ist ihre Absicht, durch diese Verschleppungstaktik die Unmittelbarkeit zu unterdrücken, die durch die göttliche Intelligenz zum Ausdruck kommt. Auf tausenderlei Art sucht sich Furcht geltend zu machen; aber das Gemüt, das mit Gottvertrauen erfüllt ist, kann nicht beeinflußt und beunruhigt werden. „Er hat seinen Engeln befohlen über dir, daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen.” So lesen wir in der Heiligen Schrift. Kein Sperling fällt auf die Erde, ohne daß es der himmlische Vater weiß; selbst die Haare auf dem Haupte hat Er gezählet. Wer will bezweifeln, daß Gott die Seinen zu versorgen und zu beschützen vermag?
Aus dem gegenwärtigen Chaos wird die ordnungsmäßige Ernährung und Kleidung der Völker durch die Lehre und Ausübung der Christlichen Wissenschaft hervorgehen. Die Erkenntnis, daß das Prinzip zum Wohl aller Menschen wirkt, verscheucht die Furcht vor Mangel, hilft menschlicher Notdurft ab, entfernt den Stachel der Habsucht und bringt die Brüderschaft der Menschen samt ihren Segnungen ans Licht. Und warum? Weil ein allmächtiger, unparteiischer Gott ein unerschöpflicher Quell und das Prinzip ist. Das Wesen des Prinzips läßt kein Versagen zu. „Die Liebe höret nimmer auf,” lesen wir in der Bibel. Das Prinzip und die Liebe haben beide die Eigenschaft der Unaufhörlichkeit, und wenn zwei Größen einer dritten gleich sind, so sind sie untereinander gleich. Unter dem größten Druck, wenn die Speisekammer und der Geldbeutel leer sind, hilft die Hand des Unendlichen der Not ab; nur muß die Bitte um Hilfe in der rechten Weise dargebracht werden.
Gott läßt Seine Schöpfung nicht leiden und verhungern. Das Brot des Lebens ist für den Menschen wichtiger als das materielle Brot. Die schlimmste Art der Hungersnot erfährt der Mensch dann, wenn er nicht göttlich denkt. Er stellt sich unter die Gesetze der Welt, die im Hinblick auf das Gesetz Gottes ungültig sind. Das pilzartige Wachstum einer eingebildeten Person vergeht, wenn durch den Einfluß der Christlichen Wissenschaft das geistige Bewußtsein wach wird. Aus unendlicher Fülle läßt Gott Seine Hilfe in menschliche Notstände strömen, und Menschen wie Völker, die sich auf das Prinzip verlassen und sich der Liebe freuen, werden gespeist, wie jene Fünftausend durch die geistige Erkenntnis Jesu Christi gespeist wurden.
Jeder Christliche Wissenschafter sollte es sich zur Aufgabe machen, die große Gabe der Christus-Wissenschaft, die ihm durch Mrs. Eddy zuteil geworden ist, in praktischer Weise anzuwenden. Er teile andern reichlich die göttliche Zusicherung mit, daß das stets tätige Prinzip, welches als Gesetz wirkt und zugleich Liebe ist, uns nie im Stich läßt. Dann wird das Geschrei nach besonderen Vorrechten und das Stoßen und Drängen um Bevorzugung aufhören; dann wird man nicht mehr übermäßige Profite erwarten; dann wird die Täuschung der Materialität aufhören, und man wird den wirtschaftlichen Kampf als etwas Törichtes ansehen, als etwas, was dem stets fließenden Quell des göttlichen Reichtums Hohn spricht.
