Als ich vor etwa 13 Jahren unser Lehrbuch „Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift” von Mary Baker Eddy zum erstenmal in der Hand hatte, konnte ich, wie ich mich erinnere, kaum erwarten, es zu lesen, obwohl ich sehr wenig davon verstand. Etwas Unbestimmbares zog mich zu dem Buche hin.
Ein Jahr später bedurfte ich sowohl seelisch als auch körperlich der Hilfe; denn ich war so niedergeschlagen, daß mich Selbstmordgedanken verfolgten. In meiner Verzweiflung ging ich zu einer Ausüberin. Als diese mir die Christliche Wissenschaft erklärte, überkam mich eine große Freude, und von jenem Augenblick an zweifelte ich nie mehr, daß ich den rechten Weg zur Wahrheit gefunden hatte.
Da ich im protestantischen Glauben erzogen worden war, war ich mit der Bibel ziemlich gut vertraut; aber vieles darin wurde mir erst verständlich, als unser Lehrbuch es mir klar machte. Als Kind hatte ich mich oft gefragt, warum die Lehren der Bibel nicht angewandt werden, und ob sie wohl nur als schöne Theorie anzusehen seien, deren Anwendung in unserem gegenwärtigen Daseinszustand kaum möglich sei. Die Christliche Wissenschaft hat natürlich diesen Gesichtspunkt geändert, und heute freue ich mich, hiermit meine Dankbarkeit zu bezeugen.
Ich möchte zwei Fälle erwähnen, in denen mein eigenes Anwenden der Wahrheit genügte, sie zu beweisen: ein Geschäftsproblem und einen Krankheitsfall.
Mehrere Jahre lang kam ich auf Geschäftsreisen oft in eine Stadt, wo es mir nicht gelang, Geschäfte zu machen. Vor einigen Jahren machte ich wieder dieselbe Reise und begann mit dieser Stadt. Ich besuchte jeden denkbaren Kunden, hatte aber nicht den geringsten Erfolg. Schließlich beschloß ich, mit einem andern Ort zu beginnen, und ging ins Hotel zurück, um mein Gepäck zu holen. Unterwegs bemühte ich mich, mein Denken mit dem göttlichen Prinzip in Einklang zu bringen. Ich erinnere mich, daß ich mir keine besondere Erhörung meines Gebets ausdachte, was wir so oft zu tun versucht sind, sondern ich vergegenwärtigte mir ganz einfach, daß Gott alle Seine Ideen leitet und daß ich mir daher wegen des Erfolgs meiner Reise keine Sorgen zu machen brauchte. Dann machte ich mich auf den Weg zum Bahnhof. Ich wurde geführt, durch eine kleine Straße zu gehen, die ich nicht zu gehen pflegte, und zu meiner Überraschung sah ich in einem Ladenfenster Gegenstände ausgestellt, die denen ähnlich waren, die ich anbot. Ich ging hinein, bot meine Waren an und machte an jenem Tage ein gutes Geschäft, und jener Kunde hat viele Jahre lang weiterhin von mir bezogen. Für diesen Beweis bin ich sehr dankbar.
Eines Tages bekam ich plötzlich heftige Schmerzen. Ich beschloß, mich von dieser Form von Irrtum nicht unterjochen zu lassen, und da ich zu Hause war, griff ich nach Wissenschaft und Gesundheit in dem ernsten Verlangen, darin zu finden, was ich im Augenblick brauchte. Ich schlug das Buch aufs Geratewohl auf und sah vor mir den Satz auf Seite 120: „Gesundheit ist nicht ein Zustand der Materie sondern des Gemüts”. Der geistige Sinn dieser wenigen Worte wurde mir offenbar, und ich verstand ganz klar, daß wir alle trotz alles gegenteiligen Anscheins Gesundheit haben, da wir die Kinder Gottes sind und das göttliche Gemüt widerspiegeln. Ich vergaß meine Krankheit vollständig, und ein Gefühl tiefen Friedens erfüllte mich. Als ich etwa eine Stunde später wieder an die Schwierigkeit dachte, waren alle Schmerzen verschwunden.
Ich bin Gott sehr dankbar, daß Er mich auf den Weg der Wahrheit geführt hat, und ich schätze Mrs. Eddys Werk immer mehr, das uns heute befähigt, diese Wahrheit zu kennen, die uns frei macht.
Paris, Frankreich.
