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Friede durch göttliche Herrschaft

Aus der Januar 1939-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


„Trost und Friede sind auf den erleuchteten Sinn der Regierung Gottes gegründet”. Diese von Mrs. Eddy in „The First Church of Christ, Scientist, and Miscellany” (S. 283) festgestellte Tatsache ist beweisbar. Der Friede ist nicht der Nationalität, der Zeitwende, der menschlichen Natur oder Ereignissen unterworfen. Er ist das ewige Zeichen des Geistes und der unendlichen Regierung des Geistes. Dies ist von einzelnen Menschen unzähligemal bewiesen worden. Und Friede durch die allgemeine Anerkennung der Regierung Gottes ist dazu bestimmt, zugunsten der gesamten Menschheit bewiesen zu werden.

Ein treffendes Beispiel bewahrten Friedens in unharmonischer Umgebung finden wir im Buche des Propheten Daniel. Dort lesen wir, daß Daniel, von Gott regiert, in Frieden und auch in Sicherheit war, obgleich er die ganze Nacht hindurch von heißhungrigen Löwen umgeben war und keine Möglichkeit des Entrinnens hatte. Der König dagegen hatte trotz seiner Geborgenheit in seinem Palast wegen seiner versuchten falschen Beherrschung eines treuen Anbeters Gottes durchaus keinen Frieden.

Sollte es scheinen, daß der Schüler der Christlichen Wissenschaft von nagenden Versuchungen bestürmt wird, so kann auch er Frieden und Sicherheit erfahren, vorausgesetzt daß alle seine Gedanken und Gefühle der Herrschaft der göttlichen Liebe untergeordnet sind. Paulus sagt: „Und der Friede Gottes regiere in euren Herzen”, mit andern Worten, gehorcht der vollkommenen Herrschaft des göttlichen Gemüts. Wer dies tut, ist mit unerschütterlichem Vertrauen auf den Sieg des Rechten gesegnet.

Der vollkommenen Herrschaft Gottes entgegengesetzt sind die unbändigen Annahmen des sterblichen Gemüts — Furcht, Anmaßung, Selbstgerechtigkeit, Unwille, eigensinnige menschliche Meinung. Die Christliche Wissenschaft ist nicht bestrebt, den Sünder zu beruhigen oder den Sinn der Sünde zu beschönigen. Dem falschen Anspruch der Sünde muß mit der Wahrheit, die keine Sünde kennt, entgegengetreten werden; dann wird sie aus der menschlichen Erfahrung entfernt. Die Sünde muß als sinnlos, gesetzlos, machtlos gesehen werden. Jeder Christliche Wissenschafter muß beweisen, daß der Mensch als Gottes Gleichnis nichts mit Sünde oder Zwietracht zu tun hat. In der Bibel ist Friede ausdrücklich mit Stärke, Ruhm, Ehre, Rechtschaffenheit, Freude, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Billigkeit und Wohlbefinden in Verbindung gebracht.

„Der Friede Gottes, welcher höher ist denn alle Vernunft”— alle menschliche Vernunft — ist im geistigen Verständnis inbegriffen. Wer daher Frieden haben will, muß sich als geistig, vom göttlichen Gemüt regiert, in seinem Denken stets über Zweifel, Erdichtung und Reibung erhaben sehen.

Wie wird die Sünde in der Christlichen Wissenschaft vernichtet? Durch Verstehen und Ausdrücken des göttlichen Wesens Gottes und des Menschen. Das göttliche Gemüt ist unendlich, und der Mensch weilt in diesem unendlichen Reich, in dem es keine Sünde und keinen Sünder gibt. Wie wird Krankheit in der Christlichen Wissenschaft vernichtet? Durch Aufgeben des Glaubens daran und der Furcht davor. Aber wie soll man die Furcht aufgeben? Dadurch, daß man die Macht und die Wohltätigkeit der göttlichen Liebe, die ausnahmslos alle ewig segnet, liebt und ausdrückt. Die unbändige Annahme Furcht wird aus dem gehorsamen Herzen in dem Verhältnis ausgelöscht, wie Liebe, die Liebe widerspiegelnd, darein einkehrt.

Wie soll die gesamte Menschheit von den Ketten des Wetteifers, der Alleinherrschaft, der Mißwirtschaft und des Kriegs befreit werden? Durch Ablegen der Materialität und Anlegen der Geistigkeit. Jeder muß sein Denken über sich, über seinen Nächsten und die ganze Schöpfung vergeistigen. „Die göttliche Herrschaft gibt Klugheit und Tatkraft. Sie verbannt auf ewig allen Neid, allen Wetteifer, alles böse Denken, alles böse Reden und Handeln; und das so gereinigte sterbliche Gemüt erlangt Frieden und Kraft außerhalb seiner selbst” (Miscellaneous Writings, S. 204, 205). Das sterbliche Gemüt ist immer unruhig, weil es unwahr ist. Friede ist der Beweis des Einsseins mit Gott.

Sollte sich der Schüler der Christlichen Wissenschaft wegen der Tagesereignisse von Unruhe und Verzweiflung anstecken lassen, so würde der Friede Gottes nicht in seinem Herzen herrschen. Seine Erkenntnis der Wirklichkeit würde vorübergehend getrübt sein, weil er nicht auf dem geraden und schmalen Wege wahren Wissens geblieben ist. Jesaja sagt von den Übeltätern: „Sie sind verkehrt auf ihren Straßen; wer darauf geht, der hat nimmer Frieden”. Wäre es nicht untreu, das geistige Erwachen und die Erlösung eines Menschen zu bezweifeln? Wäre es dann nicht noch größere Untreue, die erlösende Kraft des göttlichen Prinzips zugunsten der Völker zu bezweifeln? Der Christliche Wissenschafter, der treu und wachsam ist, erniedrigt sich nicht dazu, auch nur im Flüsterton die anmaßende Einflüsterung des sterblichen Gemüts, daß für den Weltfrieden wenig oder nichts vollbracht worden sei, weiterzuverbreiten.

Die eine gänzlich geistige Schöpfung wird ewig von dem Geist und dem geistigen Gesetz regiert. Die Stimme Gottes verkündigt ewigen Frieden; und diese Stimme wird durch den Streit und das Aufeinanderprallen menschlicher Willenskräfte nicht zum Schweigen gebracht. Die Verkehrtheit materieller Methoden der Kriegführung wird bloßgestellt, und diese Methoden verlieren überall, wo Erleuchtung herrscht, das Ansehen. Die Friedensidee gewinnt festen Boden. Des Volkes Stimme ruft nach wahrer Regierung an Stelle von Krieg und Mißwirtschaft. Sie fordert Zusammenarbeit an Stelle von Spaltung, friedliche anstatt hetzerische Verfahren. Unser Zeitalter ist Zeuge der Dämmerung geistigen Friedens, der bestimmt ist, in den erlösten Menschenherzen ungetrübt zu scheinen.

Paulus ermahnte die Christen zu Ephesus, „zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens”. „Die Einigkeit im Geist” ist die einzige grundlegende Einigkeit. In dem unendlichen Gemüt und seiner einheitlichen, unparteiischen Regierung gibt es keine selbstsüchtige Alleinherrschaft, kein „Wer wird der Größte sein?” Als Christliche Wissenschafter haben wir die Pflicht, uns durch das Sinnenzeugnis nicht abschrecken zu lassen, sondern tätig im Anerkennen dieses feststehenden Friedens des Geistes zu beharren, indem wir ihn freudig bejahen, gewissenhaft leben und mutig beweisen. Der Friedenstifter beweist die vollkommene Regierung des einen Gemüts in seinem Leben und seinem Charakter und verkündigt diese eine Regierung für alle ohne Ausnahme. Der wahr Denkende dient der Sache des Weltfriedens auf unsichtbare Art; denn wahres Denken ist Friede und Kraft. Die Vollmacht des göttlichen Prinzips fordert überall, wo diese Vollmacht verstanden und angewandt wird, Ruhe und Gleichmut.

„Seid vollkommen, tröstet euch, habt einerlei Sinn, seid friedsam! so wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein”. Um diesen Trost zu empfinden, müssen wir „einerlei Sinn” haben, d.h. eins sein mit dem Gemüt, mit Gott. Wir dürfen nicht an das Böse glauben, sondern müssen immer mit „dem Gott der Liebe und des Friedens” zusammenarbeiten. In dem Christlichen Wissenschafter, der in seinem Herzen nur frohe Botschaft verkündigt, hallt der Geist der großen Erklärung unserer Führerin wider (Miscellany, S. 185): „Der Friede der Liebe ist verkündigt, und das Schwert des Geistes ist gezogen. Es wird erst in die Scheide gesteckt werden, wenn die Wahrheit siegreich über die ganze Erde herrscht”.

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