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Gott der Erlöser

Aus der Januar 1939-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


Der Christliche Wissenschafter weiß gewiß, daß Gott das Gebet eines Sterblichen, der sich in tiefstem Elend oder äußerster Verzweiflung befindet oder erfolglos mit einem Problem ringt, erhören und ihn erlösen wird, wenn er sich nur verständnisvoll, demütig und aufrichtig an Gott wendet. Der Christliche Wissenschafter weiß dies gewiß, weil er die errettende Kraft Gottes, der göttlichen Liebe, in seiner eigenen Erfahrung wahrscheinlich oft bewiesen hat. Auf Seite 81 in „Miscellaneous Writings” schreibt Mrs. Eddy in so ansprechender Weise von der Liebe Erhörung des menschlichen Hilferufs. Sie schreibt: „In der Trostlosigkeit menschlichen Verständnisses hört und erhört die göttliche Liebe den menschlichen Hilferuf; und die Stimme der Wahrheit äußert die göttlichen Wahrheiten des Seins, die die Sterblichen aus den Tiefen der Unwissenheit und des Lasters befreien”.

Es ist wunderbar, daß Gott einen hört und errettet, wenn man im tiefsten Tal der Trostlosigkeit — in größter Not — zu sein scheint. Dies regt zum Nachdenken an. Es gibt offenbar keine Erhörung von oben, solange menschlicher Wille, Selbstüberhebung und Hochmut herrschen. Aber sobald der durch Sünde, Leiden oder Kummer verursachte Strom der Trostlosigkeit diese Eigenschaften mit fortreißt und Demut an ihre Stelle tritt, erhört die göttliche Liebe den Ruf. Die Wahrheit, die erlöst, heilt und errettet, wird geoffenbart werden.

Der Christliche Wissenschafter weiß, daß er sich nicht nur in Zeiten größter Not an Gott wenden kann, sondern daß ihm die Kraft Gottes jederzeit zu Gebote steht, wodurch er sich gegen die irrigen Annahmen schützen kann, die den falschen Sinn der Trostlosigkeit und der Verzweiflung hervorrufen. Trotzdem muß er sich demütig und selbstlos an Gott wenden, wenn er sich dieses Ergebnis sichern will. Das ist immer so. Wie oft haben die Menschen Gott scheinbar vergeblich angerufen! Wie oft sind ihre Gebete scheinbar nicht erhört worden! Warum? Weil Selbstüberhebung irgend welcher Art den Beweis verhinderte: es fehlte die Demut und die Selbstlosigkeit, wodurch das göttliche Gesetz zu ihren Gunsten hätte wirken können.

Mehr als jemand anders, der je auf Erden gelebt hat, konnte sich Christus Jesus die Hilfe der göttlichen Liebe zunutze machen, weil er der demütigste, selbstloseste Mensch war. Er sagte von sich (Joh. 5, 30): „Ich kann nichts von mir selber tun. Wie ich höre, so richte ich, und mein Gericht ist recht; denn ich suche nicht meinen Willen, sondern des Vaters Willen, der mich gesandt hat”. So verstand und erklärte der Meister, daß er nichts von sich selber tun konnte, daß er nicht seinen, sondern des Vaters Willen tat.

Was für große geistige Wahrheiten lagen der Selbstlosigkeit und der Demut Jesu zugrunde? Die Christliche Wissenschaft enthüllt sie. Jesus verstand Gottes Allheit; er verstand, daß Gott der unendliche Geist oder das unendliche Gemüt ist. Er wußte, daß Gott vollkommen ist. Er wußte, daß der Mensch das Bild Gottes, der Sohn Gottes ist, und daß der Mensch daher nicht von Gott getrennt werden kann. Er wußte, daß der Mensch als das Bild Gottes die Vollkommenheit Gottes widerspiegelt. So verstand der Wegweiser, was die Christliche Wissenschaft so klar lehrt, nämlich daß „das christusgleiche Verständnis vom wissenschaftlichen Sein und vom göttlichen Heilen als Basis des Gedankens und der Demonstration ein vollkommenes Prinzip und eine vollkommene Idee — einen vollkommenen Gott und einen vollkommenen Menschen — umfaßt” (Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy, S. 259).

Diese grundlegenden geistigen Wahrheiten beherrschen das Denken des Christlichen Wissenschafters. Wenn er darüber nachdenkt, sie bestätigt und sie sich vergegenwärtigt, ist es, wie wenn er sich unmittelbar an Gott gewandt hätte und von Ihm gehört und erhört worden wäre. Nehmen wir zur Veranschaulichung an, ein Fall einer Krankheit oder einer Sünde werde vor einen Christlichen Wissenschafter gebracht mit der Absicht, daß er helfe und den Fall heile. Zur Vernichtung der falschen Annahme wendet sich der Wissenschafter an Gott, oder mit andern Worten, er gibt eine christlich-wissenschaftliche Behandlung. Er erklärt oder bejaht die Wahrheiten der Allheit Gottes — der Allheit des Guten — und verneint, daß der Irrtum, das Böse — die Annahme, die ihm dargeboten worden ist — Gegenwart, Wirklichkeit oder Macht hat. Seine Behandlung ist wirksam, wenn er sich die Wahrheiten, die er erklärt, vergegenwärtigt und der Hilfesucher für die Wahrheit empfänglich ist. Die Wahrheit, die er versteht und sich vergegenwärtigt, ist es also, die heilt. In dieser Weise kann gesagt werden, daß Gott sein Gebet gehört und erhört hat.

Paulus schrieb (1. Thess. 5, 21): „Prüfet aber alles, und das Gute behaltet”. Der Schüler der Christlichen Wissenschaft hält unerschütterlich an der Wahrheit, wie die Christliche Wissenschaft sie enthüllt, fest und wendet sie beharrlich auf jede Art Irrtum an. So besiegt er den Irrtum und beweist die Macht der Wahrheit. Dies ist sein Lebenswerk, da das ihm stets vorschwebende Ziel die Vernichtung alles Irrtums einschließlich Sünde, Krankheit und Tod ist.

Gott ist nicht in weiter Ferne. Gott ist der allgegenwärtige Geist, das allgegenwärtige Gemüt. Der Mensch ist nie von Gott getrennt, da er die Idee des Gemüts ist. Das Verständnis der unauflöslichen Einigkeit zwischen Gott und dem Menschen macht die augenblickliche Verfügbarkeit der Kraft Gottes — der unendlichen Kraft Gottes — zu Gunsten aller gewiß.

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