Wenn wir uns in die Lob- und Danklieder des Psalmisten vertiefen, erwacht in uns das Verlangen, „dem Herrn zu danken für seine Güte und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut”. Haben wir alle, die wir die Christliche Wissenschaft kennen, nicht wenigstens eine Heilung gehabt, die wert ist, in einem öffentlichen Zeugnis erzählt zu werden?
Was ist groß oder klein? Jede Freundlichkeit, jede gute Tat kommt von Gott, und jede ist groß. Dann sollten wir nicht darüber schweigen. Das Ablegen eines Heilungszeugnisses ist ein Zeichen des Fortschritts; es ist ein Schritt, den wir nicht umgehen können, und durch den wir nicht ungesegnet bleiben können. Beim Ablegen eines Zeugnisses sollten wir keinen Gedanken des Mangels beherbergen, sei es Mangel an Redegewandtheit oder an passender Ausdrucksweise, und keine Annahme von schwacher Stimme oder Schüchternheit.
Auf Seite 3 in „Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift” schreibt Mrs. Eddy: „Dankbarkeit ist weit mehr als eine Dankesäußerung in Worten. Taten drücken mehr Dankbarkeit aus als Worte”. Es kann sein, daß einer, der mit Schüchternheit oder Befangenheit oder einer andern Schwierigkeit kämpft, diese bekannte Stelle falsch ausgelegt hat. Er mag sie so ausgelegt haben, daß es nicht besonders wichtig sei, mit Worten zu danken. Aber in seinem Bestreben, seine Dankbarkeit durch gute Werke auszudrücken und liebevoll und aufrichtig zu sein, wird er schließlich zu der Erkenntnis kommen, daß ein Zeugnis ablegen auch eine gute Tat ist, die ihn gerade von Schüchternheit und Befangenheit oder andern Irrtümern heilen kann. Ein Zeugnis ablegen, wenn einen die göttliche Liebe dazu führt, ist immer eine gute Tat; denn es bereichert unsere Erkenntnis und unser Verständnis Gottes und Seiner Schöpfung einschließlich des Menschen.
Das Ablegen eines Zeugnisses über die Heilkraft der Wahrheit läßt sich mit dem Erläutern einer Rechenregel an Hand eines Beispiels vergleichen. Eine kurze Darlegung des unharmonischen Zustandes, der uns veranlaßte, die Christliche Wissenschaft anzuwenden, stellt die Aufgabe dar, und eine klare Schilderung, wie wir unser Verständnis der Christlichen Wissenschaft zur Überwindung der Schwierigkeit anwandten und davon befreit wurden, zeigt die Lösung und bildet ein richtiges Zeugnis. Ein solches Berichten einer Heilung ist immer eine nutzbringende Tat.
Im Handbuch Der Mutterkirche (Art. VIII, Abschn. 24) erklärt unsere Führerin: „Zeugnis in bezug auf das Heilen der Kranken ist äußerst wichtig. Es ist mehr als ein bloßes Aufzählen von Segnungen, es ersteigt den Gipfel des Lobes und veranschaulicht die Demonstration des Christus, der da ‚heilet alle deine Gebrechen‘ (Ps. 103, 3)”.
Wir sollten uns daher hüten, daß wir „viel plappern wie die Heiden”. Bereiten wir dankbaren und freudigen Herzens unser Denken auf das Ablegen eines Zeugnisses vor, dann wird es uns an den rechten und verständlichen Worten nicht fehlen. Freude und Dankbarkeit sind eng miteinander verbündet, und wenn unser Bewußtsein davon erfüllt ist, wird sich die Verheißung im Propheten Jesaja als wahr erweisen: „Der Stammelnden Zunge wird fertig und reinlich reden”
Die Freude, mit der wir für das Heilen zeugen, gibt der Stimme genug Klang und Lautstärke, so daß unser Zeugnis alle erreicht, die empfangsbereit auf die Worte des Zeugen warten. Mangelhafte Klangwirkung wird kein Hindernis bilden, und kein horchendes Ohr wird verschlossen sein; denn es ist der Wille Gottes, daß das Wort der Wahrheit nicht leer zurückkehren soll.
Das Zeugnis, das von Gottes Heilkraft und Allgegenwart erzählt, findet Gehör. Es stärkt den Glauben und läßt unterdrückte Hoffnung aufleben. Es bewirkt Heilung, weil es das Verständnis weckt. Es ist ein Weckruf und Antrieb zu tieferem Eindringen in die Christliche Wissenschaft. Es löst Freude und Dankbarkeit aus und wird weitere Zeugnisse und Danksagungen zur Folge haben.
Beim Einzug Jesu in Jerusalem pries „der ganze Haufe seiner Jünger” Gott vor allem Volk und erzählte von Seinen herrlichen Taten. Jesu Gegner wollten sie zum Schweigen bringen; aber Jesus sagte: „Wo diese werden schweigen, so werden die Steine schreien”. Wenn wir wahre Nachfolger sind, können und werden auch wir Gott preisen und Ihm freudig und frei danken, indem wir vor allen bekennen, daß wir „einen Gott haben, der da hilft”, einen „Herrn Herrn, der vom Tode errettet”.
