Seit über sechzehn Jahren hat unsere Familie die umgestaltende und erneuernde Kraft des Christus, der Wahrheit, empfunden. Während der Zeit haben Harmonie, Frieden, Freude und Inspiration die Disharmonie, Verwirrung, Trostlosigkeit und Eintönigkeit vertrieben. Mangel hat der Fülle Platz gemacht, Charakterfehler sind berichtigt worden, und durch das Überwinden zahlreicher materieller Gesetze sind Gesundheit und Freiheit bei uns eingezogen.
Als ich in einer Zweigkirche das Amt eines zweiten Lesers innehatte, boten sich mir die folgenden zwei Gelegenheiten zu beweisen, was Mary Baker Eddy auf Seite 253 im Lehrbuch „Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift“ sagt: „Die Materie kann dem rechten Bemühen wider die Sünde oder die Krankheit keinen Widerstand leisten, denn die Materie ist träge, ist gemütlos.“
Als ich an einem Sonntagmorgen aufwachte, bemerkte ich, daß eine Erkältung, an der ich mehrere Tage lang gelitten hatte, so viel schlimmer geworden war, daß es unmöglich schien, an dem Tage meines Amtes zu walten. Eine Besprechung mit dem Ausüber brachte mir jedoch die Gewißheit, daß ich Herr der Lage sein würde, und ich ging zur Kirche. Als der Zeitpunkt heranrückte, den Gottesdienst zu beginnen, schien mein Zustand immer schlimmer zu werden, und in Verzweiflung rief ich Gott an, mir zu helfen. Sofort kam mir die klare Erkenntnis, daß Gott zu loben, alles war, was ich zu tun brauchte, ungeachtet irgendwelcher materiellen Erscheinungen. Die irrtümliche Annahme fing sofort an, zu verschwinden, und ich erhob mich, um auf das Podium zu treten. Auf dem Wege konnte ich einen Blick in einen Spiegel werfen und sah, daß mein Gesicht, das geschwollen und entzündet gewesen war, nun sein normales Aussehen wiedererlangt hatte. Ich war vollständig aus dem Nebel der falschen Annahmen herausgehoben worden, und ich fühlte, daß ich auf heiligem Boden stand.
Das zweite Erlebnis war nicht nur ein weiteres Beispiel für die Richtigkeit der obigen Erklärung, sondern es erbrachte auch einen Beweis von der Kraft unserer Kirchenlieder — als Ausdruck der Dankbarkeit — den Weg für die Heilung vorzubereiten.
Als ich eines Abends nach einer Zeugnisversammlung nach Hause kam, fand ich, daß ein geliebtes Wesen hingeschieden war. Ich erinnerte mich an eine Regel für die Leser im Handbuch Der Mutterkirche (Art. III, Abschn. 1): „Sie müssen sich von der Welt unbefleckt halten — rein vom Übel — damit der mentale Einfluß, der von ihnen ausgeht, Gesundheit und Heiligkeit fördere, ja die geistige Gesinnung, die so allgemein not tut“, und ich wußte, daß ich keiner einzigen Erscheinungsform dieses Irrtums erlauben durfte, mir wirklich zu erscheinen. Aus früheren Erfahrungen hatte ich gelernt, daß ich, wenn mein Bewußtsein zu überwältigt schien, um klar denken zu können, immer in unserm Gesangbuch Zuflucht suchen konnte, um mich durch das Singen der Lieder freizumachen. Dementsprechend sang ich bis tief in die Nacht hinein, doch ehe ich noch Zeit gehabt hatte, das ganze Buch durchzusingen, war „der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft“ wieder in meinem Herzen eingezogen. Das stille, ruhige Bewußtsein Seiner ewigen Gegenwart stützte und bewahrte mich während der folgenden Tage. Ich werde immer dankbar sein für die treue Unterstützung und die liebevolle Rücksichtnahme — ohne bedrückende Teilnahme — seitens des Ausübers sowohl wie der Kirchenmitglieder, die es mir möglich machten, am folgenden Sonntag meinen Platz am Pult einzunehmen.
Die Inspiration, die der Klassenunterricht mir brachte, und die Segnungen, die ich jedes Jahr aus den Schülertagungen schöpfe, können nicht in Worten Ausdruck finden. Es ist mein aufrichtiger Wunsch, meine Dankbarkeit für Christus Jesus und Mrs. Eddy und für die große Fülle des Guten, die durch das Studium der Christlichen Wissenschaft in unser Heim gekommen ist, in gewissem Grade durch mein Wirken im Dienste meiner Mitmenschen zu bezeugen.— Portland, Oregon, U.S.A.
