J. B. Priestley schrieb vor vielen Jahren eine humorvolle Betrachtung über Frau Beeton, die Verfasserin berühmter Koch- und Haushaltsbücher. Er kannte Frau Beeton überhaupt nicht, doch malte er sich aus, wie sie herrliche Kochrezepte zusammenstellte („Man nehme zwei Dutzend Eier“), während ihr bedauernswerter Ehemann täglich ein armseliges Stück kalten Hammelfleisches zu Mittag aß. Als die maßgebliche Biographie über Frau Beeton herauskam, kam ebenfalls heraus, daß sie eine schöne junge Frau war, die für ihre Familie und Freunde einen ausgezeichneten Tisch führte und einen durchweg zufriedenen Ehemann hatte.
Ohne jemanden zu beleidigen, kann gesagt werden, daß viele von uns eine Vorstellung von Mary Baker Eddy, der Gründerin der Christlichen Wissenschaft, haben, die der Wirklichkeit ebensowenig entspricht wie Priestleys Vorstellung von Frau Beeton. Für uns hat Mrs. Eddy eine vage Ähnlichkeit mit jenen transzendentalistischen Damen, mit denen Dickens in „Martin Chuzzlewit“ seinen gutmütigen Spott trieb. Mit dieser Vorstellung räumt das große neue Buch Mary Baker Eddy — The Years of Discovery (Mary Baker Eddy — Die Jahre der Entdeckung) von Robert Peel vollständig auf ...
Mrs. Eddy war vielmehr eine normale, besonnene Frau, die — im kongregationalistischen Glauben erzogen und vorübergehend zum Methodismus neigend — in hohem Maße die Gabe des geistigen Heilens besaß, wie wir es heute nennen. Als sie feststellte, daß sie und einige ihrer interessierten Freunde eine Reihe authentischer Erfahrungen auf diesem Gebiet gemacht hatten, hielt sie es für berechtigt, diese Methode der Krankheitsbehandlung mit „Wissenschaft“ zu bezeichnen. Schließlich beruht die Wissenschaft auf der Beobachtung und Auswertung offensichtlicher Tatsachen.