Sind sie es wirklich? Glauben wir nicht vielleicht, daß sie eigentlich eine Art Besitz seien, der uns persönlich anvertraut ist und für dessen Ernährung, Kleidung, Erziehung, Ausbildung und vieles andere mehr in erster Linie wir, die Eltern, verantwortlich sind? Wenn wir glauben, daß dem so sei, dann sollten wir unser Denken ernstlich überprüfen, denn es ist entscheidend für die Qualität unserer Beziehungen zu unseren Kindern.
So schön und positiv eine gegenseitige Zuneigung zwischen Eltern und Kindern auch ist, im Zusammenleben der Menschen erweist es sich manchmal, daß die zwischenmenschlichen Beziehungen, wenn sie zu sehr auf die Person gegründet werden, zu Spannungen und Auseinandersetzungen führen können. Viele, die Kinder großgezogen haben, werden darin übereinstimmen, daß sie früher oder später solchen Konfliktsituationen in der einen oder anderen Form gegenüberstanden.
Solche Spannungen zwischen den Generationen sind jedoch keineswegs nur eine Erscheinungsform unserer Tage. Zahlreiche Stellen in der Bibel behandeln kritische Beziehungen zwischen Eltern und Kindern. Aber daß dieses Problem uns heute immer noch und oft in verschärfter Form beschäftigt, beweist, wie hartnäckig es sich über die Jahrhunderte erhalten hat. Welche Haltung sollte heute der Christliche Wissenschafter bei Auseinandersetzungen zwischen Eltern und Kindern einnehmen? Sollten wir sie als Probleme sehen, die wir lösen helfen können?