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Christliche Liebe

Aus der November 1977-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


Christus Jesus bereitete seine Jünger geduldig auf die Aufgabe vor, seine Lehren unter der Menschheit zu verbreiten. „Ich will euch zu Menschenfischern machen!“ Matth. 4:19; war eine seiner ersten Äußerungen darüber, was seine Nachfolger als wirksame Vertreter seiner Kirche kennzeichnen würde. In Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift schreibt Mary Baker Eddy: „Jesus gründete seine Kirche und behauptete seine Mission auf der geistigen Grundlage des Christus-Heilens. Er lehrte seine Nachfolger, daß seine Religion ein göttliches Prinzip habe, das Irrtum austreiben und die kranken wie die Sündigen heilen würde. Er erhob keinen Anspruch auf eine von Gott getrennte Intelligenz und Tätigkeit noch auf ein von Gott getrenntes Leben. Trotz der Verfolgung, die dies über ihn brachte, gebrauchte er seine göttliche Kraft, um die Menschen körperlich wie geistig zu erlösen.“ Wissenschaft und Gesundheit, S. 136;

Der Meister bewies durch seine liebevollen, heilenden, von Gott inspirierten Werke, daß sein Vater, oder das göttliche Prinzip, Leben, Wahrheit und Liebe war. Er demonstrierte den Christus, das geistige Menschentum, das die liebevolle Natur und Macht der Göttlichkeit verkörpert und durch Widerspiegelung das Universum des Geistes in sich schließt. Jesus forderte als eine Regel für das menschliche Verhalten, Gott, das Gute, über alles und unseren Nächsten wie uns selbst zu lieben. Ja, Gott über alles und unseren Nächsten wie uns selbst zu lieben ist die natürliche Ordnung des Seins in der göttlichen Wissenschaft. Es ist Gott, der das göttlich liebevolle Wesen des Menschen geschaffen hat, denn das wahre Bewußtsein des Menschen ist Gottes Widerspiegelung.

Das Gesetz der Liebe, das beständig in dem wirklichen oder geistigen Menschen wirkt, ist die Grundlage von Gesundheit, Harmonie und Unsterblichkeit. Wenn das geistige Selbst des Menschen in der Christlichen Wissenschaft offenbar wird, kommen die liebevollen Eigenschaften des wahren Menschentums im menschlichen Leben ans Licht. Wenn unharmonische Zustände zu entstehen scheinen oder wenn unsere Bemühungen, den Fremdling zu unserer Kirche zu ziehen, nicht erfolgreich sind, sollten wir sorgfältig unser Denken überprüfen, um uns zu vergewissern, daß wir den zwei großen Geboten gehorchen, auf denen die wirksame Ausübung des wissenschaftlichen Christentums beruht.

In der Christlichen Wissenschaft wird die Kirche göttlich erfaßt und hervorgebracht ― die geistige Idee, die die Wahrheit über das ist, was wir menschlich als unsere Kirche wahrnehmen. Diese Kirche muß auf den Felsen, Christus, gebaut sein ― auf die geistige Idee von Gott und dem Menschen als Gottes Bild und Gleichnis, die heilt, errettet, erlöst, erleuchtet und segnet.

Als Jesus dieses Thema mit seinen Jüngern erörterte, wandte er sich an sie mit den Worten: „Wer sagen die Leute, daß des Menschen Sohn sei?“ (Siehe Matth. 16:13–18.) Mrs. Eddy umschreibt diese Frage in Wissenschaft und Gesundheit folgendermaßen: „Wer oder was ist es, das also mit dem Austreiben der Teufel und dem Heilen der Kranken identifiziert wird?“ ebd.; Die Jünger erwiderten: „Etliche sagen, du seiest Johannes der Täufer; andere, du seiest Elia; wieder andere, du seiest Jeremia oder der Propheten einer.“ Jesus verwarf diese Antwort und wies so darauf hin, daß weder die moralische Rechtschaffenheit Johannes des Täufers noch die prophetischen Lichtblicke von der Wahrheit, die im Alten Testament offenbart werden, hinreichen, um die geistige Idee im menschlichen Bewußtsein zu fördern und fest zu begründen.

Die moralische Rechtschaffenheit Johannes des Täufers hatte an sich keine gewinnende Wirkung, obwohl das Werk dieses mutigen Predigers viel dazu beitrug, das menschliche Denken auf die herrliche Offenbarung des Christus, der Wahrheit, vorzubereiten, auf das Kommen des Messias. Es scheint, daß das Geheimnis des Gewinnens dem Meister unter den Christen näherlag, der, obwohl er die Sünde haßte, dennoch als der Freund der Sünder bekannt war. Dies ist ein wichtiger Punkt, an den wir denken sollten, wenn wir uns mit Kirchenangelegenheiten befassen und uns an die Menschen in unserem Gemeinwesen wenden.

Christus Jesus liebte selbst angesichts des intensiven Widerstandes der Welt dem Guten gegenüber, das er offenbarte. Vielleicht müssen wir jetzt gerade auf diesem Gebiet unsere Bemühungen erneuern, dem Beispiel des Meisters eifriger zu folgen. Lieben wir diejenigen, die die von Gott verordneten Normen, die wir aufrechtzuerhalten versuchen, zu verachten scheinen? Lieben wir diejenigen, die geheime und offene Propaganda gegen die demokratische Regierungsform richten? Wir können der Verpflichtung nicht entrinnen, selbst denen gegenüber Liebe zu empfinden, die uns durch das, was sie tun, schockieren. Aber ein falsches Gefühl moralischer Überlegenheit, das sich in einer selbstgerechten Haltung ausdrückt, macht es für uns oft schwerer, Vergebung, Erbarmen und christliche Liebe walten zu lassen.

Mit anderen Worten, wenn unsere Neigung zu moralisieren stärker wird, wird unsere einfühlende und barmherzige Zuneigung oft schwächer. Ebenso verhält es sich mit unserem höflichen Respekt anderen gegenüber. Auf diese Weise verliert eine enge Auslegung von moralischen Grundsätzen oft unwillkürlich einige der einnehmendsten Waffen aus der christlichen Rüstkammer Jesu: die Willigkeit, die Häuser anderer beim Eintreten sorgsam zu grüßen; die Willigkeit, auf die Ernte zu warten, bevor wir das Unkraut ausreißen; die Willigkeit, besser zu verstehen, warum die Menschen widerwärtige Systeme annehmen, die ihnen selbst und anderen Schaden bringen. Wir müssen sorgfältig auf das achten, was wir als unseren moralischen Eifer ansehen, wenn wir den Fremdling zu den Türen unserer Kirchen ziehen wollen. Seien wir der Worte unseres Meisters eingedenk: „Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Gehet aber hin und lernet, was das ist:, Ich habe Wohlgefallen an Barmherzigkeit und nicht am Opfer.‘ Ich bin gekommen, die Sünder zu rufen und nicht die Gerechten.“ Matth. 9:12, 13;

Wenn wir bei unseren Bemühungen, die Lehren der Christlichen Wissenschaft zu fördern, nicht mit großem christlichem Takt vorgehen, werden wir eher Antagonismus hervorrufen, als Interesse für sie zu gewinnen. Als Mitglieder Der Mutterkirche und einer Zweigkirche müssen wir die Aufgaben und die Definitionen des Christentums und der göttlichen Wissenschaft einfühlend genug darstellen, um das Interesse der Menschen zu gewinnen. Wir sollten niemals unsere Zuneigung, unsere tiefe christliche Liebe für die, die wir mit unserer Botschaft erreichen wollen, durch ein Gefühl moralischer Erhabenheit oder ungezügelte Begeisterung für eine wissenschaftliche Definition verdrängen lassen. Jakobus faßt es in seinem Brief kurz folgendermaßen zusammen: „Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott, dem Vater, ist der: die Waisen und Witwen in ihrer Trübsal besuchen und sich selbst von der Welt unbefleckt halten.“ Jak. 1:27;

Wir haben bereits gesehen, daß Jesus in seinem Gespräch mit seinen Jüngern die allgemeine Ansicht verwarf, die ihn als eine Art Medium betrachtete. Er ruhte nicht, bis die Jünger anerkannten, daß er die Macht des Christus, die geistige Idee der Liebe, in seinem Wirken veranschaulicht hatte. Mrs. Eddy bezieht sich hierauf, wenn sie schreibt: „Von der Sehnsucht erfüllt, verstanden zu werden, wiederholte der Meister die Frage:, Wer saget denn ihr, daß ich sei?‘ “ Und sie fügt im nächsten Absatz hinzu: „Mit gewohntem Ungestüm erwiderte Simon für seine Brüder, und mit seiner Erwiderung tat er eine große Tatsache dar:, Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn!‘ Das heißt: Der Messias ist das, was du kundgetan hast ― Christus, der Geist Gottes, der Geist der Wahrheit, des Lebens und der Liebe, der mental heilt.“ Wissenschaft und Gesundheit, S. 137;

Diese Erkenntnis des Petrus, daß die Heilarbeit des Meisters die Offenbarwerdung des Immanuel, oder „Gott mit uns“, die Offenbarwerdung des immer wirkenden Christus, der Wahrheit, ist, veranlaßte Jesus zu sagen: „Selig bist du, Simon, Jonas Sohn; denn Fleisch und Blut hat dir das nicht offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich bauen meine Gemeinde, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen.“

Gegen Ende seines Wirkens enthüllte Christus Jesus den Zweck seiner Lebensarbeit, als er betete: „Vater, die Stunde ist da: verherrliche deinen Sohn, auf daß dich der Sohn verherrliche.“ Joh. 17:1. Er kannte die Herrlichkeit der göttlichen Liebe und widmete sein Leben der Offenbarung des Willens seines Vaters. Er offenbarte den Höhepunkt seiner göttlichen Vorschriften in seiner Gabe des neuen Gebotes an seine Jünger, daß sie sich untereinander lieben sollten, so wie er sie geliebt hatte. Beten wir um die Inspiration dieser reinen, selbstlosen Liebe, damit sie alle unsere Handlungen kennzeichnen möge. Auf diese Weise weihen wir unser Leben, unsere Tätigkeiten und unsere Neigungen der Verherrlichung Gottes, des Guten, und wir werden wahre Nachfolger Christi sein.

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