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Die umwandelnde Macht der Heiligen Schrift

Diese illustrierte Bibelserie im Herold schildert die dramatische Entwicklung der heiligen Schriften in der Welt über Jahrtausende hinweg. Im Mittelpunkt stehen die großen Reformer, die die Bibel geschrieben und übersetzt haben. Viele von ihnen opferten ihr Leben, um die Bibel und ihren umwandelnden Einfluss allen Menschen zugänglich zu machen. Die Serie erscheint monatlich.

Die Weiterentwicklung der Urkirche

2. Teil

Aus der Januar 1994-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


DIE OFFENBARUNG


Der Überlieferung zufolge hat Johannes die Offenbarung in einer kleinen dunklen Höhle auf der Insel Patmos geschrieben, auf die er verbannt worden war. Das Buch enthält apokalyptische Visionen, wie jene im Buch Daniel im Alten Testament, aber der Verfasser spricht auch als Prophet. Dieses einzigartige visionäre Buch entstand in einer Zeit schwerer Verfolgung — wahrscheinlich um 96 n. Chr., als Kaiser Domitian in seinem ganzen Herrschaftsgebiet die Christen einkerkern und hinrichten ließ.

Johannes verkündet seinen Lesern eine Botschaft, die, wie er sagt, direkt von Jesus kommt, nämlich daß die Christen mit aller Glaubenskraft die Verfolgungen — ja, das Märtyrertum — erdulden sollen, denn sie können gewiß sein, daß Christus bald kommen und sie retten wird. Und er verheißt: Wer standhaft bleibt im Glauben, wird den endgültigen Triumph des Guten über das Böse miterleben. Und er wird das neue Jerusalem sehen, das vom Himmel herabkommt und die Welt umwandelt.

Die Offenbarung des Johannes umfaßt sieben Visionen, und jede Vision besteht wiederum aus sieben Teilen. Die erste enthält sieben Briefe an die Kirchen in Kleinasien. Die Botschaften dieser Briefe haben alle den gleichen Grundton: Die Kirchen müssen ihren Glauben besser leben — ganz gleich, welche Prüfungen sie auch zu bestehen haben. Ihnen wird verheißen, daß sie reichen Segen erwarten können, wenn sie die speziellen Probleme lösen, auf die in den Briefen hingewiesen wird.

Nach diesen Briefen schildert Johannes sechs Visionen vom Kampf zwischen Christus und den Mächten Satans oder des Bösen — womit alles bezeichnet wird, was gegen Gott und Seine Gläubigen streitet. Der Offenbarer beschreibt in kraftvollen symbolischen Bildern die Heerscharen des Satans — einen riesigen fleischfressenden Drachen und ein siebenköpfiges Tier mit zehn Hörnern, einem Pantherleib, einem Löwenrachen und Bärenfüßen.

Johannes sagt voraus, daß es eine Zeitlang so aussehen mag, als ob die Mächte des Bösen in diesem heroischen Kampf Sieger blieben. Doch die Christen sollen nicht verzweifeln, denn Christus wird schließlich die Macht des Bösen zunichte machen.

In allen seinen Visionen schildert Johannes die Herrlichkeit Gottes, gipfelnd in der Vision eines neuen Himmels und einer neuen Erde — und in der Aufrichtung des neuen Jerusalem. Und er erklärt, in diesem neuen Jerusalem werde es keinen Tempel geben, „denn der Herr, der allmächtige Gott, ist ihr Tempel, er und das Lamm“ Offb 21:22..

JAKOBUS


Das Buch des Jakobus beginnt zwar wie ein Brief — mit einem Gruß —, aber es ist im Grunde, wie das Hebräerbuch, eine Abhandlung. Manche Bibelgelehrte halten Jakobus, den Bruder Jesu, für den Verfasser, aber wahrscheinlich stammt das Buch von einem späteren „Lehrer“.

In Fragen und Antworten stellt Jakobus Glauben und Werke — die Betätigung des Gesetzes — einander gegenüber. Er ist fest davon überzeugt, daß die Christen alle Werke tun müssen, die im mosaischen Gesetz vorgeschrieben sind, damit sie vor Gottes Auge bestehen können. Besonders weist er auf das „Gesetz der Freiheit“ hin, worunter er die Freiheit versteht, die die Menschen erlangen, wenn sie dem Gesetz Gottes gehorsam sind. Dieses Gesetz fordert von den Christen, ihre Zunge im Zaum zu halten, die Leidenschaften zu besiegen, nicht nach Reichtum zu trachten, sich von Streitereien fernzuhalten und für die Witwen und Waisen zu sorgen. Am Beispiel von Abraham und Rahab erklärt Jakobus, daß „Glaube ohne Werke nutzlos“ Jak 2:12, 20. ist. Er fordert die Nachfolger Christi auf, in Geduld den Tag des Herrn zu erwarten und sich dabei ein Beispiel an Hiob zu nehmen. Zuletzt erinnert er sie daran, welche Macht das Gebet hat, Kranke und Sünder zu heilen, und er fordert die Kirche auf, sich vereint dieser Aufgabe zu widmen.

ERSTER PETRUS


Der Verfasser des 1. Petrus schrieb seinen Brief vermutlich im letzten Jahrzehnt des 1. Jahrhunderts n. Chr. Er fordert die verfolgten Kirchen in Kleinasien auf, ihre Prüfungen als Läuterung anzusehen, die sie auf die Zeit vorbereitet, zu der „offenbart wird Jesus Christus“ 1. Petr 1:7.. Er nennt die Gläubigen „lebendige Steine“ 1. Petr 2:5., Bausteine in der Glaubensgemeinde. Sie sollen bei Verfolgungen geduldig ausharren, der Obrigkeit gehorchen und einig im Geiste sein. Seine Botschaft ist erfüllt von der Gewißheit, daß Christus kommen wird und daß die Getreuen der Herrlichkeit teilhaftig werden.

ERSTER, ZWEITER UND DRITTER JOHANNES


Diese Bücher befassen sich mit einer geistigen Krise in den Christengemeinden. Der erste Brief des Johannes ist an die christlichen Kirchen gerichtet. Er weist die Christen darauf hin, daß sie in Gefahr stehen, ihren Glauben zu verlieren. Er warnt vor moralischem Verfall und vor Spaltungen in den Kirchen. Wie Johannes erklärt, tritt beides meist gemeinsam in Erscheinung, weil das Hauptelement des Christentums die Liebe ist. Gott ist die Liebe, heißt es in dem Brief, und Jesus hat den Christen das neue Gebot gegeben, einander zu lieben.

In einer Botschaft, die durch die lebendige Gegenüberstellung von Gut und Böse, Licht und Finsternis besonders hervorgehoben wird, ermahnt Johannes seine Leser, „im Licht [zu] wandeln“ 1. Joh 1:7..

Der zweite Brief des Johannes, wahrscheinlich einige Jahre nach dem ersten geschrieben, ist „an die auserwählte Herrin und ihre Kinder” gerichtet — das heißt an die Kirche und ihre Mitglieder. Der Verfasser fordert die Christen auf, einander zu lieben, und warnt dringend vor den Ketzereien, die leugnen, daß Christus Jesus „in das Fleisch gekommen” 2.Joh 1:1,7. ist.

Der dritte Brief des Johannes wendet sich an einen Christen mit Namen Gajus und geht inhaltlich in die gleiche Richtung. Besonders besorgt ist der Verfasser jedoch über das Verhalten eines gewissen Diotrephes, der einigen Johannesjüngern die Gastfreundschaft verweigert hat. Gajus wird in dem Brief aufgefordert, „dem Guten“ nachzufolgen, denn „wer Gutes tut, der ist von Gott“ 3. Joh 1:11..

DIE PASTORALBRIEFE


Diese Briefe — 1. und 2. Timotheus sowie Titus — werden so genannt, weil aus ihnen eine tiefe pastorenhafte und hirtengleiche Liebe und Fürsorge für das Wohlergehen der Gemeinden spricht, an die sie gerichtet sind. Der Verfasser fordert die Christen auf, an ihrem Glauben festzuhalten, bis das Reich Christi erscheint.

Paulus wird damit geehrt, daß er als Verfasser dieser Briefe bezeichnet wird und seine Reisegefährten Timotheus und Titus als Empfänger. Aber viele Gelehrte nehmen an, daß die Briefe erst im ersten Viertel des 2. Jahrhunderts geschrieben wurden.

Diese drei Bücher der Bibel gehen auf Probleme ein, die in den Kirchen damals weit verbreitet waren. Sie sind einzigartig darin, daß sie Weisungen geben für Kirchen, die nun fast ausschließlich aus Heidenchristen bestehen — Kirchen, die noch keine maßgebende Sammlung der Schriften haben, kein Glaubensbekenntnis und in vielen Fällen auch keine moralische Tradition. Sehr direkt prägt ihnen der Verfasser die heilsame Lehre und Moral ein.

Er warnt seine Leser vor falschen Lehren wie etwa Gnostizismus, Kaiserverehrung und Astrologie. Er stellt auch strenge moralische Regeln auf für den Lebenswandel der Führer der Kirche, denn die Führer müssen ein Beispiel für die Gläubigen sein. Sie müssen ein absolut reines Leben führen, frei von aller Unmoral und Ausschweifung. Der Verfasser erklärt, daß hohe moralische Wertmaßstäbe ein Teil der heilsamen Lehre sind, und beides brauchen die Christen, die das Erscheinen Christi erwarten. Vor allem aber, so sagt er, müssen die Kirchenmitglieder treu an der Lehre der Apostel festhalten und sowohl Ketzerei als auch starren Konservatismus meiden.

Die Briefe lehren die Christen, „wie man sich verhalten soll im Hause Gottes, das ist die Gemeinde des lebendigen Gottes, ein Pfeiler und eine Grundfeste der Wahrheit" 1. Tim 3:15..

JUDAS


Wie die Pastoralbriefe, so ist auch das kleine Judasbuch vermutlich zwischen 110 und 130 n. Chr. geschrieben worden. Es enthält eine strenge Warnung an die Christen. Der Verfasser weist sie an, sich vor den „Gottlosen“ Jud 1:4. zu hüten, die das Evangelium der Wahrheit verfälschen und sich der Autorität widersetzen. Solche Leute sind gottlose Sünder, so sagt er, und werden mit dem Gericht Gottes rechnen müssen.

ZWEITER PETRUS


Das Buch des Neuen Testaments, das zuletzt niedergeschrieben wurde, war 2. Petrus. Viele Gelehrte datieren es zwischen 130 und 150 n. Chr. Dem Autor, der unter dem Namen des Apostels Petrus schreibt, geht es wie dem Verfasser des Judasbuches darum, daß die Kirchenmitglieder an den traditionellen christlichen Glaubenslehren festhalten.

Wer etwas anderes lehrt als den überlieferten Christenglauben, der wird seine Schüler zu Ausschweifungen und in die Sklaverei der Sünde führen. Die wahren christlichen Lehrer dagegen führen ihre Nachfolger zum Heil.

Das zweite Kommen des Christus ist gewiß, und so sollen die Christen danach streben, „in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Heilands Jesus Christus“ 2. Petr 3:18. zu wachsen. Dann werden sie sich eines neuen Himmels und einer neuen Erde bewußt werden, „in denen Gerechtigkeit wohnt“ 2. Petr 3:13..

Die Redakteurin Mary Trammell ist Bibelgelehrte, und der Redakteur für besondere Aufgaben William Dawley war als Journalist tätig.

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