Skip to main content Skip to search Skip to header Skip to footer

Bibelnotizen

FÜR DIE BIBELLEKTIONEN VOM Juni 1995

Aus der Juni 1995-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


Jede Lektionspredigt, die im Vierteljahrsheft der Christlichen Wissenschaft — Bibellektionen veröffentlicht wird, bildet eine Einheit. Die Bibelzitate (nach der Lutherbibel, revidierte Ausgabe 1984) werden durch Stellen aus dem Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy, bestätigt und erklärt. Der Herold der Christlichen Wissenschaft veröffentlicht verschiedene Anmerkungen und Kommentare, um den Lesern die vielseitigen Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie selbst weiterforschen können.

4. Juni

Gott die einzige Ursache und der einzige Schöpfer

Der Segen des Herrn allein macht reich, und nichts tut eigene Mühe hinzu. (Spr 10:22)

Segen wird im Wahrig als „Gunst, Gnade; Heil, Glück“ bezeichnet. Es ist u.a. verwandt mit dem kirchenlateinischen signare „bezeichnen, (ver)siegeln; das Zeichen des Kreuzes machen“. Durch diese Erklärung wird deutlich, daß dieses Bezeichnetsein, diese Zugehörigkeit zu Gott alles einschließt, was wahren Reichtum ausmacht. Bruns gibt diesen Vers so wieder: „Der Segen des Herrn macht reich, eigene Anstrengung bringt nichts zustande.“ Und er kommentiert die Sprüche Salomos Kap. 10–22 mit dem Hinweis: „In der Form ist es fast immer ein Zweizeiler, durch den die Wahrheit positiv und negativ bezeugt wird. Im ganzen sind es nicht weniger als dreihundertsechsundsiebzig solcher Zweizeiler. Es werden fast alle Lebensgebiete besprochen.. .. Durch alles zieht sich der Gedanke, uns Menschen zu einem wirklichen Leben unter Gottes Führung zu verhelfen.“

Niemand sage, wenn er versucht wird, daβ er von Gott versucht werde. Denn Gott kann nicht versucht werden zum Bösen, und er selbst versucht niemand. (Jak 1:13)

In der modernen Bibelübersetzung Hfa finden wir eine Erklärung, warum es unmöglich ist, daß Gott jemand zum Bösen versuchen könnte: „Niemand, der in Versuchung gerät, kann behaupten:, Diese Versuchung kommt von Gott.‘ Denn Gott, der für das Böse unangreifbar ist, wird niemanden zum Bösen verführen.“

11. Juni

Gott der Erhalter des Menschen

Ich sitze oder stehe auf, so weiβt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne. Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. (Ps 139:2, 5)

In der AÜ wird dieser Text noch vertieft: „Du weißt, wann ich sitze und wann ich aufstehe; mein Denken und Streben kennst du sogar, noch eh es mir klar geworden. Von allen Seiten hältst du mich umschlossen, du hast deine Hand auf mich gelegt.“ Gott weiß nicht erst etwas über den Menschen, nachdem er es getan hat, sondern noch ehe es dem Menschen bewußt wird. Auch umgibt Er ihn nicht nur wie z. B. ein Gewand, sondern diese Verbindung ist noch viel enger: Gott umschließt den Menschen. Eine Fußnote in der AÜ besagt: „Der Dichter kann Gottes Macht nicht entgehn, und er kann auch nichts tun, wenn ihm Gott nicht die nötige Bewegungsfreiheit dazu gibt.“

Er aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch und bewahre euren Geist samt Seele und Leib unversehrt, untadelig für die Ankunft unseres Herrn Jesus Christus. (1. Thess 5:23)

Aus diesen Segensworten des Paulus spricht seine ganze Fürsorge für die Gemeinden. Er weiß, daß die Ankunft des Christus in jedem Augenblick dort bewiesen wird, wo Christus-Eigenschaften ausgedrückt werden. In Hfa lautet dieser Vers: „Mein größter Wunsch ist, daß Gott euch mit seinem Frieden erfüllt und ihr ohne jede Einschränkung ganz ihm gehört. Nur so könnt ihr, wenn unser Herr Jesus Christus wiederkommt, rein und fehlerlos an Geist, Seele und Leib vor ihm erscheinen.“

18. Juni

Hat sich das Weltall, einschliesslich des Menschen, durch atomare Kraft entwickelt?

Himmel und Erde sind dein, du hast gegründet den Erdkreis und was darinnen ist. Nord und Süd hast du geschaffen, Tabor und Hermon jauchzen über deinen Namen. Du hast einen gewaltigen Arm, stark ist deine Hand, und hoch ist deine Rechte. (Ps 89: 12—14)

Die Bibel ist voll von symbolischen Bildern. Die Stärke und Allgewalt Gottes werden hier durch einen gewaltigen Arm, eine starke Hand und die erhobene Rechte dargestellt. Singen und Jauchzen sollen Lobpreis und Glückseligkeit des Menschen über diese große Macht ausdrücken. Über „Tabor und Hermon“ berichtet das CB: „Tabor, weithin sichtbarer, schön geformter Kalksteinkegel im Süden des galiläischen Berglands, im Nordosten der Jesreel-Ebene, mit reicher Vegetation. .. Das Plateau, von dem man einen herrlichen Ausblick genießt, mißt 1200 × 400 m. Gegen den kanaanäischen Kult auf dem T. wendet sich Hos 5,1. Auf die Erhabenheit des T. beziehen sich Ps 89,13; Jer 46,18.“ Und „Hermon. Mit H. bezeichnet das AT in erster Linie die während eines großen Teils des Jahres mit Schnee bedeckte, 2760 m hohe südlichste Erhebung des Antilibanon, heute dschebel et-teldsch (Schneeberg). .. genannt.“

Und des Herrn Wort geschah zu mir: Was habt ihr unter euch im Lande Israels für ein Sprichwort: „Die Väter haben saure Trauben gegessen, aber den Kindern sind die Zähne davon stumpf geworden“? So wahr ich lebe, spricht Gott der Herr: dies Sprichwort soll nicht mehr unter euch umgehen in Israel. Denn siehe, alle Menschen gehören mir; die Väter gehören mir so gut wie die Söhne. (Hes 18:1—4)

Das Thema „Erbsünde“ hat schon viele Menschen beschäftigt, und die StEB kommentiert dazu in einer Fußnote: „Das Sprichwort, das im Lande Israels (vgl. Jer 31,29), aber wohl auch bei den Deportierten in Babylonien umgeht, bringt die Empfindungen einer Generation zum Ausdruck, die für die Schuld der Vorfahren büßen muß. Demgegenüber wird in Kap. 18 die unbestechliche Gerechtigkeit von Gottes Gerichtshandeln klargestellt. Der alte Grundsatz der Kollektivhaftung (vgl. 2Mo 20,5) ist damit außer Kraft gesetzt und die persönliche Verantwortung jedes einzelnen aufgerichtet.“

25. Juni

Die Christliche Wissenschaft

So spricht der Herr, dein Erlöser, der Heilige Israels: Ich bin der Herr, dein Gott, der dich lehrt, was dir hilft, und dich leitet auf dem Wege, den du gehst.“ (Jes 48: 17)

In diesem Vers kommen die Vater-Mutter-Eigenschaften für Gottes Kinder zum Ausdruck: lehren, helfen, leiten. Die Übersetzung der WStB betont das praktische Element dieser fürsorglichen Liebe besonders: „. .. Ich bin Jahwe, dein Gott, der dich lehrt, um (dir) zu nützen, der deinen Weg bereitet auf der Bahn, da du gehst.“ Und es heißt dazu im Kommentar: „Wieso spricht der Prophet an dieser Stelle von, Lehre‘? Wir erkennen aus dem Zusammenhang:, Lehre‘ meint die Zusammenfassung dessen, was dem Volk bis dahin von seinem Gott gesagt wurde., Lehre‘ ist keine abstrakte Theorie-Bildung, sondern will das Verkündigte befestigen. Auf diese Weise soll Gottes Volk auf das kommende Heil besser vorbereitet sein., Lehre‘ bereitet auf die Praxis des Gehorsams vor. Dieses erkennt man aus der Fortsetzung: um (dir) zu nützen. Israel soll als gelehrtes und erleuchtetes Volk seinen Gang durch die fernere Geschichte, gelehrt‘ und damit bewahrt bleiben: der deinen Weg bereitet auf der Bahn, da du gehst.“

Leidet jemand unter euch, der bete; ist jemand guten Mutes, der singe Psalmen. Ist jemand unter euch krank, der rufe zu sich die Ältesten der Gemeinde, daβ sie über ihm beten und ihn salben mit Öl in dem Namen des Herrn. Und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der Herr wird ihn aufrichten. (Jak 5:13—15)

Barclay schreibt dazu u. a.: „Die Frühkirche war eine Singende Kirche, das heißt, die Christen waren jederzeit bereit, Lobgesänge anzustimmen.. .. Die innere Freude der Christen kam in Lobgesängen zum Ausdruck, mit denen sie Gottes Barmherzigkeit und Gnade priesen.“ Und zu den Versen 14 und 15 heißt es bei Barclay: „In diesem Abschnitt begegnen wir noch einem anderen wichtigen Wesenszug der Frühkirche, die eine heilende, helfende Kirche war. Sie knüpfte damit an die jüdische Tradition an. Kranke Juden suchten lieber einen Rabbi als einen Arzt auf. Der Rabbi salbte sie mit Öl, das der römische Arzt Galen, das beste aller Heilmittel‘ nannte, und betete für sie. In der Frühkirche widmete man sich den Kranken mit ganz ungewöhnlicher Hingabe. Justinus der Märtyrer schreibt, unzählige Besessene seien von Christen geheilt worden, nachdem alle anderen Geisterbeschwörungen versagt und alle Arzneimittel nichts genützt hätten.“

Die „Ältesten“ werden in der ScB als Fußnote zu Tit 1:5 wie folgt beschrieben: „Ältester (griechisch presbyteros) und Aufseher (griechisch episkopos) bezeichnen dasselbe Amt (vgl. V. 7; Apg 20,17; vgl. V. 28); der erste Ausdruck bezieht sich auf die Person, der letztere auf die Funktion des Dienstes. Das Ältestenamt in den apostolischen Gemeinden war in der Mehrzahl gemeint; es gibt kein Beispiel, wo nur ein Ältester in einer örtlichen Gemeinde war. Die Aufgaben der Ältesten sind: zu leiten (1 Tim 3,4.5; 5,17); zu lehren (1 Tim 5,17); das Ganze der geoffenbarten Wahrheit vor Veränderung und Irrtum zu bewahren (Tit 1,9); und die Gemeinde zu behüten wie ein Hirte die Herde (Joh 21,16; Apg 20,28; Hebr 13,17; 1Petr 5,2). Die Ältesten werden durch den Heiligen Geist zubereitet und in die Gemeinden eingesetzt (Apg 20,28), aber es wird im NT großer Wert auf ihre rechte Einsetzung gelegt (Apg 14,23; Tit 1,5). In dem Titusbrief und in dem 1. Timotheusbrief werden die Befähigungen eines Ältesten zu einem Teil der Schrift gemacht, um die Gemeinden bei diesen Ernennungen Zu leiten (1 Tim 3,1—7).“

Abkürzungen

= Albrechts Bibelübersetzung
Barclay = William Barclay, Auslegung des Neuen Testaments
Bruns = Hans Bruns, Die Bibel mit Erklärungen
CB = Calwer Bibellexikon
Hfa = Hoffnung für alle
ScB = Scofield-Bibel
StEB = Stuttgarter Erklärungsbibel
Wahrig = Wahrig, Deutsches Wörterbuch
WStB = Wuppertaler Studienbibel

Wenn Sie mehr Inhalte wie diese erforschen möchten, können Sie sich für wöchentliche Herold-Nachrichten anmelden. Sie erhalten Artikel, Audioaufnahmen und Ankündigungen direkt per WhatsApp oder E-Mail. 

Anmelden

Mehr aus dieser Ausgabe / Juni 1995

  

Die Mission des Herolds

„... die allumfassende Wirksamkeit und Verfügbarkeit der Wahrheit zu verkünden ...“

                                                                                                                            Mary Baker Eddy

Nähere Informationen über den Herold und seine Mission.