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Eine Macht, die uns über Furcht hinaushebt

Aus der Februar 2000-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


Manchmal scheint Furcht eine lähmende Wirkung auf die Menschen zu haben. Ganz gleich, wie sehr sie sich bemühen, sie können mit einer Bedrohung oder Gefahr einfach nicht fertig werden. Gelegentlich hören wir jedoch von heroischen Taten, die auf eine Macht hindeuten, die größer ist als wir — eine Macht, die Furcht überwindet. Vor einigen Jahren gab es im Radio ein Interview mit einem Mann, der einem anderen Menschen das Leben gerettet hatte. Zwei Autos waren in der Nähe seines Hauses zusammengestoßen. Das eine war in Brand geraten und ein Insasse steckte im Wagen fest. Die Umstehenden wollten helfen, wagten sich aber nicht ans Auto heran, weil sie Angst hatten, es würde explodieren. Doch dieser Mann sagte, er habe gebetet und er habe die Macht und Gegenwart Gottes gespürt. Er blieb ruhig. Es gelang ihm ans Auto heranzukommen und die Person in Sicherheit zu bringen.

Vorfälle wie diese regen uns an, unsere Vorstellungen von dem, was im Angesicht von Furcht möglich ist, zu erweitern. Trotzdem mögen wir in Frage stellen, ob solche Macht beständig verfügbar ist und ob denn überhaupt außer irgendwelchen sehr geistig gesinnten Menschen andere die Fähigkeit hätten, solche Macht zu nutzen. Gibt es eine universal wirksame Macht, die uns unabhängig von jeder Willensanstrengung aus Furcht befreien kann, auch wenn wir selber uns nicht in der Lage fühlen die Furcht zu überwinden?

Die heiligen Schriften vieler Religionen weisen darauf hin, dass es so eine Macht gibt. Die Bibel sagt, dass Gott uns von der schrecklichsten Angst frei machen kann. Im Alten Testament verheißt uns Gott: „Fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit."  Jes 41:10.

Wenn wir darum ringen, Angst oder irgendeine andere lähmende Emotion zu überwinden, ist es beruhigend zu wissen, dass die Macht Gottes auf unserer Seite steht und uns die Freiheit gibt effektive Schritte zu unternehmen.

Gott ist Wahrheit. Die Macht Gottes, die die Furcht auflöst, ist in Wirklichkeit die Macht der Wahrheit, die Unwissenheit zerstört — Unwissenheit über das Wesen Gottes, über die Gegenwart und Herrschaft der göttlichen Liebe. Und diese Unwissenheit möchte die Menschen daran hindern, Seine Macht beständig zu erleben. Mary Baker Eddy, die Christian Science entdeckte, zieht die folgende Schlussfolgerung: „Wenn wir zu Gott beten, als wäre Er eine körperliche Person, wird uns das hindern, die menschlichen Zweifel und Befürchtungen aufzugeben, die mit einem solchen Glauben zusammenhängen, und so können wir die Wunder nicht fassen, die die unendliche, unkörperliche Liebe wirkt, für die alle Dinge möglich sind." Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, S. 13.

Wenn wir Gott als unendliche Liebe sehen, ist es klar, dass Gott nichts Schädliches verursacht. Ist es nicht ebenso logisch, dass die unkörperliche Liebe keine körperliche Schöpfung hervorbringt, der dann Schaden zugefügt werden kann? Solch ein Verständnis von Gott erhebt uns zu einer völlig anderen Sicht auf uns selbst. Die unkörperliche Liebe formt uns zu ihrem Bild und dieses Bild ist niemals körperlich. Die Liebe selbst ist die einzige wahre Substanz und das einzige wahre Bewusstsein. Ihre Macht und ihr Wesen drückt sie durch uns aus, denn wir sind ihr unsterblicher Ausdruck. Daher ist unsere Identität nicht das Ergebnis physischer oder psychologischer Entwicklungen und Impulse. Sie wird nicht von Furcht regiert oder bestimmt.

Überlegen Sie einmal aus dieser Perspektive, was den Mann an der Unfallstelle über die als „normal" angesehene Furcht hinaushob. Ist es nicht immer die Macht der göttlichen Wahrheit, die das tut und die jeden von uns erkennen lässt, dass Liebe wirklich alles ist? Wenn wir bereit sind tiefer zu schauen, tiefer als der menschliche Verstand, wird uns klar, dass tatkräftiges Handeln normal ist für jemanden, der sich bewusst ist, dass er von göttlicher Weisheit und Liebe geleitet wird.

Wenn Wahrheit uns zu diesem Selbstverständnis führt, dass wir die Manifestation Gottes sind, dann unterdrücken wir die Furcht nicht einfach. Wir verlassen uns nicht auf einen Adrenalinschub, um uns durchzuboxen. Wir sind uns bewusst, und sei's auch nur für Augenblicke, dass wir immer als Gottes Ausdruck existieren und nichts diese Tatsache gefährden kann. Diese Wahrheit zu erkennen und Gottes Liebe zum Ausdruck zu bringen wird uns dann wichtiger als alles andere. Das soll nicht heißen, dass uns die Erhaltung unseres menschlichen Lebens nicht kümmert. Vielmehr beseitigt die geistige Klarheit unsere Furcht und lässt uns selbstlos und ruhig den Umständen entsprechend handeln.

Nicht immer geht es bei der Furcht um unser Leben um die physische Sicherheit. Es mag einfach darum gehen, wie unser Leben in Zukunft aussehen soll. Eine Frau, die ich kenne, beging einen schlimmen Fehler, der sie sowohl ihre Ehe als auch ihre Karriere kostete. Eine Zeitlang rang sie sehr mit sich und empfand tiefe Reue. Doch sie glaubte, dass sie ihr Leben ruiniert hatte. Ein Christian Science Praktiker, an den sie sich um Hilfe wandte, trat dieser Furcht entgegen, indem er ihr klar machte, dass sich in ihrer unzerrüttbaren Beziehung zu Gott nichts geändert hatte. Dieses geistige und ewige Band zwischen der unkörperlichen Liebe und ihrem Kind ist uns näher als alle menschlichen Beziehungen und reicht weit darüber hinaus. Liebe kennt uns nur als ihr vollkommenes Bild und hört niemals auf uns zu lieben. Unsere Beziehung zur Liebe — und zu allem Guten — besteht weiter, wie auch unser individueller Wert in Gottes Schöpfung. Liebe bringt nur etwas hervor, was ewig nützlich und notwendig ist, etwas, was sie von Herzen liebt. An diese und ähnliche Gedanken klammerte sich die Frau. Sie wurde dadurch aufgerichtet und fühlte sich frei mit Zuversicht ihr weiteres Leben anzupacken.

Wie groß die Furcht auch sein mag, in Wirklichkeit sind wir immer noch das, wozu Gott uns gemacht hat: Sein Bild.

Wie groß die Furcht auch sein mag, in Wirklichkeit sind wir immer noch das, wozu Gott uns gemacht hat: Sein Bild. Und ganz gleich, wie hoffnungslos sich eine Sache darstellt, Gott ist immer noch „die unendliche, unkörperliche Liebe. . ., für die alle Dinge möglich sind". Wenn wir selbst angesichts von Not und Verzweiflung an dieser Tatsache festhalten, öffnet sich das Denken für Gottes erhebende Kraft und wir erleben sie in jeder Lage. Ich konnte das miterleben, als ich mit meinen Sonntagsschülern über das Massaker sprach, das letztes Jahr in einer Schule in den USA stattgefunden hatte. Zuerst schien es ihnen, als sei es zu spät über Gebet zu reden. „Schließlich ist es ja passiert", sagte eine Schülerin. „Es ist passiert." Sie sprach aus, was Millionen so erschüttert hatte.

Es ist nie zu spät, dass die Wahrheit jemanden über die falsche Anschauung hinaushebt, er bzw. sie sei ein von Gott getrenntes materielles Wesen. Und ist nicht genau da die Wurzel der Furcht zu suchen?

Doch die Klasse trat dieser Furcht entgegen. Wir sprachen darüber, dass das Leben mehr ist als nur das, was die physischen Sinne sehen. Was immer geschieht, Gott ist und bleibt Liebe, die stets bei uns ist. „Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich."  Ps 23:4. Gott liebt immer jedes Seiner Kinder, sorgt für es und lässt es Seine Gegenwart spüren. Gottes Bild stirbt nicht. Die wahre Identität jedes Einzelnen ist ewig, schreitet immer weiter voran und erlebt mehr von Gottes Güte und Liebe.

Als wir uns diese Wahrheiten klarmachten, änderte sich die Atmosphäre in der Klasse. Die Furcht ließ nach und stattdessen kehrten Ruhe und Klarheit ein. Wir bekamen einen Schimmer davon, warum es nie zu spät ist, dass die Wahrheit jemanden über die falsche Anschauung hinaushebt, er bzw. sie sei ein von Gott getrenntes materielles Wesen. Und ist nicht genau da die Wurzel der Furcht zu suchen?

Wenn Ihnen diese Ideen nicht so real erscheinen wie die Angst, die Sie ergriffen hat, dann können Sie Gott um Hilfe bitten. Bitten Sie die unendliche Liebe Ihnen verständlich zu machen, dass Sie das furchtlose Gleichnis der Liebe sind und Ihre Sicherheit in Gott ruht. Bitten Sie Ihn immer wieder. Und bejahen Sie jede geistige Wahrheit, die Sie erschauen. Bejahen Sie sie immer wieder. Beten heißt nicht Gott zum Handeln zu bewegen; Beten geschieht nicht um Seinetwillen. Die göttliche Liebe liebt uns immer aktiv, teilt uns immer aktiv gute Ideen mit, die uns helfen. Beten geschieht um unseretwillen, damit wir unsere mentalen Türen offen halten und spüren, was Gott uns mitteilt — nämlich die Wirklichkeit Seiner beständigen Macht und Fürsorge. Diese Macht ist es, die uns über die Furcht oder jede falsche Vorstellung von den Dingen hinaushebt. Unser Gebet erkennt Gottes Macht an. Und dieses Anerkennen ist keine Frage der Zeit, sondern eine Frage der Offenheit für die Wahrheit, der kindlichen Aufgeschlosseneit — wie jener Mann feststellen konnte, der so tatkräftig handelte, um die Person in dem Auto zu retten.

Wir können uns in keiner Lage befinden, wo uns nicht ein besserer Begriff von unserem sicheren und ewigen Dasein als Gottes Bild helfen würde. Fassen Sie Mut, denn wo immer Furcht zu herrschen scheint, ist die Macht der Wahrheit und Liebe bereits am Werk, um uns darüber hinauszuheben — um uns zu zeigen, dass Gott stets gegenwärtig ist und wahrhaftig die Herrschaft hat.

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