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„Ich wusste, ich muss mich an Gott halten"

Aus der Februar 2000-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


Dokumentierte Heilung durch Christian Science

Heilung von Schwächeanfällen

Vor etwa achtzehn Jahren begann ich ein seltsames Phänomen zu erleben. Ohne die geringste Vorwarnung, so schien es, kippte ich des öfteren um, so als ob eine erbarmungslose Kraft mich zu Boden zöge. Ich griff dann automatisch nach etwas, woran ich mich festhalten konnte, doch es gelang mir nie zu verhindern, dass ich zu Boden geworfen wurde.

Die Versuchung war groß, keine verkehrsreichen Straßenkreuzungen allein und zu Fuß mehr zu überqueren. Aber die Erkenntnis, dass dieses scheinbar physische Geschehen nie etwas anderes als eine mentale Suggestion war, machte mir Mut. Ich durfte mich nicht einschüchtern lassen; ich hielt es für wichtig, dass ich mich nicht durch Furcht von meinen normalen Tätigkeiten abhalten ließ.

Sieben Jahre vergingen. Trotz meiner Gebete und trotz der Liebe und der wirklich hingebungsvollen Behandlung, die mehrere Christian Science Praktiker mir zu verschiedenen Zeiten zuteil werden ließen, wiederholten sich diese Episoden. Es sollte noch weitere sieben lange Jahre dauern, bis die vollständige Heilung eintrat.

Vierzehn Jahre hören sich wie eine lange Zeit an, aber ich bemühte mich die Jahre nicht zu zählen. Immer wenn der Gedanke kam: „Dieser Zustand dauert schon so lange an", rief ich mir in Erinnerung, dass das Verfließen von Jahren nur eine momentane Suggestion einer Vorgeschichte war. Ich brauchte mich nicht beeindrucken zu lassen. Diese Erkenntnis war bedeutsam für mich. Nach und nach wurde mir klar, dass die Versuchung mich selbst zu bemitleiden den Argumenten ähnelten, mit denen Nehemia von der Mauer, an der er baute, weggelockt werden sollte. Ich musste der Versuchung widerstehen mir selber leid zu tun — und auch nur einen einzigen Augenblick mit dem Beten aufzuhören. Nehemia sagte zu seinen Feinden: „Es könnte das Werk liegenbleiben, wenn ich die Hand abtäte und zu euch hinabkäme" (Neh 6:3). Warum sollte ich auf irrige Suggestionen hören, die um meine Aufmerksamkeit buhlten? Wie Nehemia musste ich oben bleiben und mein wahres geistiges Sein, mein Einssein mit Gott, anerkennen. Denn warum sollte das aufhören? Diese neu gefundene Fähigkeit, mein Denken und Bestreben auf die Wahrheit ausgerichtet zu halten, war ein Meilenstein für mich. Ich wusste, ich muss mich an Gott halten. Ich hatte keine andere Wahl.

In all den Jahren des Gebets richtete ich meine Aufmerksamkeit immer mehr auf Gottes Allheit und auf die Notwendigkeit mit mir selber liebevoll umzugehen. Alles, was ich tat, lernte ich mit sanfter Liebe zu tun. Das brachte eine Ruhe mit sich, die nach und nach mein ganzes Leben bestimmte. Später wurde mir klar, dass diese Zeit sanfter Liebe ein weiterer Meilenstein gewesen war, denn ich hatte auf jede unangenehme und harte Situation das Öl von „Hingabe; Nächstenliebe; Sanftmut; Gebet; himmlischer Inspiration" (Wissenschaft und Gesundheit, S. 592) angewandt.

Eine weitere positive Entwicklung war für mich, dass ich Zärtlichkeit mehr schätzen lernte. Zuerst schätzte ich diese Eigenschaft hauptsächlich in anderen. Dann erkannte ich, dass Zärtlichkeit nichts Persönliches ist. Sie kommt von Gott und daher spiegele auch ich sie in ihrer stillen Schönheit wider. Nach einiger Zeit entdeckte ich, was für eine Kraft wahre Zärtlichkeit darstellt. Es gab viele Nächte, in denen ich mit erschreckenden Symptomen aufwachte. Ich wandte mich dann augenblicklich der Erkenntnis zu, dass ich durch Widerspiegelung die Zärtlichkeit der göttlichen Liebe verkörpere. Sie war nicht von mir getrennt. Beim Beten strebte ich danach, dies noch mehr zu verstehen, und jedesmal spürte ich dann, wie der Frieden und die Gegenwart der Zärtlichkeit die Schmerzen dahinschmelzen ließen. Obgleich diese Heilung der Anfang einer anderen Heilung war, die nichts mit dem oben erwähnten „Umkippen" zu tun hatte, war doch die schnelle Wirkung des Gebets sehr ermutigend für mich, als ich das Bild vom gewaltsamen Zusammenklappen durch die sanfte Wahrheit vom Menschen als Gottes Widerspiegelung ersetzte.

Es war so wunderbar in all den Jahren die Gewissheit zu haben, dass der Praktiker mich nie als Sterbliche sah, sondern immer als Gottes vollkommene Widerspiegelung. Das war ungeheuer befreiend — es ermöglichte mir, langsam Herrschaft zu gewinnen und nicht bei dem zu verweilen, was nur zum Traum und niemals zur Wirklichkeit gehört. Meine Hilfegesuche waren daher keine Aufzählung von Schwierigkeiten, sondern herrliche Gelegenheiten gemeinsam mit dem Praktiker die ständig vorhandene Vollkommenheit anzuerkennen.

Zuerst schätzte ich Zärtlichkeit hauptsächlich in anderen. Dann erkannte ich, dass Zärtlichkeit nichts Persönliches ist. Sie kommt von Gott und daher spiegele auch ich sie in ihrer stillen Schönheit wider.

Es gab viele, viele Gespräche mit dem Praktiker, wo wir in aller Ruhe Gedanken austauschten. Und in meinem eigenen Gebet strebte ich täglich danach, meine gegenwärtige Vollkommenheit klarer zu erkennen, bis ich eines Tages wusste, dass ich von diesem Problem frei war.

Ein Jahr war vergangen seit dem letzten Mal, wo ich dieses Phänomen erlebt hatte, und da wurde mir plötzlich klar, dass ich in all den Monaten davon frei gewesen war. Ich freute mich über diese Freiheit und die Tatsache dass ich nicht einmal mehr ans Fallen gedacht hatte. In Wissenschaft und Gesundheit heißt es: „Entferne den Irrtum aus dem Denken und er wird ohne Wirkung bleiben" (S. 40).


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