
Editorials
Am 31. März 1910 schrieb Reverend Mary Baker Eddy an ihren Verleger wie folgt: „Bitte tun Sie sofort Schritte, um „Science and Health“ in die deutsche Sprache übersetzen zu lassen.
Es ist bemerkenswert, daß die erste im Neuen Testament verzeichnete Erklärung hinsichtlich der Mission Jesu unter den Menschenkindern die folgende ist: „Er wird sein Volk selig machen von ihren Sünden. ” Wenn wir Jesus auf dem kurzen Wege seiner Amtstätigkeit folgen, wird es uns klar, daß der Hauptzweck seines Kommens darin bestand, der Menschheit die universelle Erlösung, das Einssein von Gott und dem Menschen zum Bewußtsein zu bringen und die Menschheit allmählich zu der Erkenntnis Gottes zu führen, die er als „das ewige Leben” bezeichnete.
Keine Christen räumen dem Vaterunser einen hervorragenderen Platz ein, als die Christian Scientisten. Unsere Führerin sagt in Bezug auf dasselbe, es decke alle menschlichen Bedürfnisse (siehe „Science and Health“, S.
Wenn wir in dem fünften Buch Mose unter den Dingen, die als ein Ärgernis vor dem Herrn gebrandmarkt werden, auch einen besonderen Hinweis auf eine auch in unseren Tagen leider nur zu häufig beobachtete Unsitte finden, so gilt das eben nur als ein weiterer Beweis dafür, daß es im Bereich der menschlichen Selbstsucht nicht viel neues unter der Sonne gibt. Das Unrecht, auf das Bezug genommen wurde, war ein unwürdiges, unehrliches Verfahren in geschäftlichen Dingen, und die Worte des darauf bezüglichen Gesetzes der Wahrheit lauten: „Du sollst nicht zweierlei Gewicht in deinem Sack.
Keine größere Hoffnung erfüllt die menschliche Brust, als die Hoffnung auf Unsterblichkeit, und nie ist das Wesen der Unsterblichkeit klarer dagelegt worden, als in den folgenden Worten Christi Jesu: „Das ist aber das ewige Leben, daß sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesum Christ, erkennen. ” Für ihn war Unsterblichkeit kein weitentfernter, ungewisser, zukünftiger Zustand.
Christus Jesus erklärte die Unendlichkeit und Allheit des Reiches Gottes und die sich daraus ergebende Nichtigkeit und Machtlosigkeit des Übels in dem Schlußsatz jenes wunderbar umfassenden und für die Christian Scientisten heutigentages so tief bedeutungsvollen Gebetes, das er seine Nachfolger vor neunzehnhundert Jahren lehrte: „Denn dein ist das Reich, und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. ” In seiner Erklärung dieses Gebetes ermahnte er seine Nachfolger mit den Worten: „Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches [die sogenannten Unentbehrlichkeiten des Daseins] alles zufallen.
Jesus richtete seine dreimalige Frage: „Hast du mich lieb?” an einen Jünger, der sich bei aller Treue und Ergebenheit doch als sehr impulsiv und unzuverlässig erwiesen hatte. Ferner betonte der Meister das für alle Zeiten und alle ausgesprochenen Christen geltende göttliche Erfordernis, daß die Liebe echt sein muß, daß Wahrheit keinen falschen Schein dulden kann; daß die Opfergabe, so gering sie auch sein möge, nickt schadhaft oder entstellt sein darf.
Als die Verfasserin dieses Artikels vor einiger Zeit mit den Schülern einer Sonntagsschule über die Gebote sprach, warf sie die Frage auf, welchen praktischen Wert Gottes Gesetz überhaupt habe, wenn es nicht befolgt wird. Es ist ganz selbstverständlich, daß Gottes Gesetze hier in diesem Leben in Kraft treten müssen und daß das Bestreben, jedem gerechten Gesetz zu gehorchen, zu größerer Freiheit führt und nicht zu Beschränkung, wie so viele zu glauben geneigt sind.
Die Christian Science lehrt unzweideutig, daß Sünde, Krankheit und Tod nur verschiedene Erscheinungsformen des einen Übels sind, gegen welches sich die Anhänger dieser Lehre verpflichtet haben; daß sich die Menschheit diesen angeblichen Zerstörern des Frieden und des Glücks nicht unterwerfen, sondern sie bekämpfen soll, bis sie dieselben völlig überwunden hat; daß dieser Sieg nicht mit materiellen Waffen zu erkämpfen ist, sondern durch geistige Mittel, durch folgerichtiges und beharrliches Festhalten an der Wahrheit von Gottes Allmacht, sowie durch kräftiges Verneinen aller Ansprüche des Übels auf Stellung und Macht. Angesichts der menschlichen Annahmen über Leben und Tod, Gutes und Böses, die in all den Jahrhunderten des sterblichen Daseins entstanden sind, ist es wohl kaum zu verwundern, daß die Welt die hierauf bezüglichen Lehren der Christian Science bekämpft hat.
Es ist heutzutage ebenso schwer die Gegensätze, die bisweilen zwischen Glaubensgenossen in der Familie, im Geschäft, in der Gesellschaft oder Kirche bestehen, mit ihrem Glaubensbekenntnis in Übereinstimmung zu bringen, als es für den Apostel, Johannes gewesen sein muß, da er in seiner ersten Epistel den scharfen Verweis erteilte: „So jemand spricht, ich liebe Gott, und hasset seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er siehet, wie kann er Gott lieben, den er nicht siehet?” Selbst in den Tagen der Kinder Israel wurden die Menschen dazu angehalten einander zu lieben.