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Die Bibel: unser geeigneter Führer

Ein kostspieliger Betrug: Das rätselhafte Ende von Hananias und Saphira

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 18. Mai 2026


Manchmal stoßen wir auf eine Geschichte in der Bibel, die uns verwundert und die Frage aufwirft, warum sie in die Bibel aufgenommen wurde und wo darin die Spiritualität verborgen ist.

Die vom Evangelisten Lukas verfasste Apostelgeschichte enthält solch eine Geschichte. Im fünften Kapitel erfahren wir von Hananias und Saphira, einem Ehepaar, das der Gemeinschaft der frühen Christen angehörte. Sie hatten ein Stück Land verkauft und dann behauptet, die gesamte Summe an die Kirche gespendet zu haben, während sie in Wirklichkeit einen Teil des Erlöses für sich behielten. Als Petrus sie wegen dieses Betrugs zur Rede stellte, starben sie beide plötzlich. Beim Lesen einer so bestürzenden Geschichte hilft es, sich den Kontext und die Reihenfolge der Informationen anzusehen, denn darin finden wir Hinweise darauf, warum sie in der Bibel enthalten ist.

Diese konkrete Geschichte folgt unmittelbar auf Kapitel 4, in dem Barnabas folgendermaßen beschrieben wird (Vers 36, 37): „Joses aber, von den Aposteln Barnabas genannt, das heißt: Sohn des Trostes, ein Levit, aus Zypern gebürtig, hatte einen Acker, verkaufte ihn, brachte das Geld und stellte es den Aposteln zur Verfügung.“

Diese Erzählung erscheint am Anfang der Apostelgeschichte, die geografisch in Jerusalem beginnt. Im Verlauf dieses biblischen Buches wird gezeigt, wie sich die Botschaft des christlichen Evangeliums über das gesamte Römische Reich verbreitet, insbesondere durch den Einsatz des Apostels Paulus. Die Tatsache, dass die Berichte von Barnabas und Hananias in Apostelgeschichte 4 und 5 aufeinander folgen, einem Buch mit 28 Kapiteln, ist ein subtiles Mittel von Lukas, die Qualitäten hervorzuheben, die vonnöten sind, um die Botschaft von Christus Jesus weiterzuleiten. Die Großzügigkeit, die Barnabas an den Tag legt, verdeutlicht einen wahren Nachfolger von Christus Jesus – einen, der großherzig, gütig und selbstlos ist.

Demgegenüber stößt man mit Hananias und seiner Frau Saphira, die unmittelbar darauf im 5. Kapitel erscheinen, auf eine ganz andere Art von Nachfolger. Hier sieht man Eigenschaften wie Eigennutz, Verlustangst, Widerwillen und unwilliges Geben. Wie soll die neue Kirche wachsen, wenn die Mitglieder keine „fröhlichen Geber“ sind? Wie Paulus später an die Korinther schrieb: „Jeder gebe, wie er es sich im Herzen vorgenommen hat, nicht mit Unwillen oder aus Zwang; denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb“ (2. Korinther 9:7).

Lukas’ Verwendung des Kontrasts zwischen dem von Gott motivierten Verhalten (Barnabas) und dem Verhalten, das von Eigeninteresse motiviert ist (Hananias und seine Frau), war ein Lehrmittel, mit dem die Leserschaft der hebräischen heiligen Schriften vertraut war, eine Praxis, die man als Negativbeispiel bezeichnen könnte. Als Kontrast zu all den inspirierten, gehorsamen Propheten wie Elia, Jesaja, Jeremia usw. begegnen wir beispielsweise außerdem Jona, der eine Art Anti-Prophet war. Er verweigerte Gott den Gehorsam und floh vor seiner Aufgabe (obwohl er später seinen Kurs berichtigte und tat, was ihm aufgetragen worden war). Was für eine gut nachvollziehbare Geschichte, die deutlich macht, was man tun soll und was nicht!

Der große Unterschied zwischen der Großzügigkeit von Barnabas und dem Widerwillen von Hananias, der frühen Kirche etwas zukommen zu lassen, wird noch besser dadurch verdeutlicht, dass die beiden gesellschaftlich und finanziell auf einer Höhe waren. Beide hatten Grundbesitz. Beide scheinen einer höheren jüdischen Gesellschaftsschicht angehört zu haben. Beide waren finanziell fähig, die junge Kirche zu unterstützen. Solche Ähnlichkeiten sind den damaligen Lesern sicher nicht entgangen, und auch wir sollten sie nicht aus den Augen verlieren.

Eine wichtige Lehre der Geschichte ist, dass es nicht darum geht, wie viel wir geben, sondern mit welchem Motiv. Es geht auch nicht darum, dass wir freiwillig und nicht aus Pflicht spenden sollten. Sie konnten so viel oder so wenig von dem Erlös geben, wie sie wollten. Es war unnötig, deswegen zu lügen. Doch wir lesen: Er „unterschlug etwas von dem Geld mit Wissen seiner Frau“. Dieser Betrug war die Sünde, die Petrus dann später tadelt: „Warum hast du dir denn diese Tat in deinem Herzen vorgenommen? Du hast nicht Menschen, sondern Gott belogen.“

Im Mittelpunkt der von Petrus getadelten Sünde war vielleicht das, wovon Hananias erfüllt worden war: Hat der Heilige Geist oder „der Satan dein Herz erfüllt, dass du den Heiligen Geist belogen ... hast“?

Der völlig unerwartete Höhepunkt der Geschichte ist, dass Hananias unmittelbar, nachdem er diesen verdeutlichenden Tadel von Petrus erfuhr, zu Boden fiel und starb – und Saphira erging es ein paar Stunden später genauso. Die logische Frage für uns als Leserinnen und Leser ist: Hat Gott das veranlasst? Mary Baker Eddy erklärt, dass Sünde sich selbst bestraft. Als würde sie die Begegnung zwischen Petrus und Hananias beschreiben, sagt sie (Rückblick und Einblick, S. 63): „Wenn wir der Sünde jede Machtbefugnis absprechen, beginnen wir ihre Kraft zu untergraben; denn diese Bloßstellung muss ihrer Zerstörung vorangehen.“

Und deshalb ist die Geschichte heute für uns relevant. Ob es darum geht, unserer Kirche, der Familie oder einer gemeinnützigen Organisation etwas zu geben, die wir unterstützen möchten, was ist das Motiv unserer Spende? Ist es der Wunsch, großzügig zu erscheinen, oder wollen wir anderen wirklich helfen? Wir können beim Geben nicht zu kurz kommen, da die Quelle dessen, was wir geben, unser unendlicher Gott ist.

Wie furchtlos teilen wir die Fülle, die wir erhalten haben, mit anderen? Paulus äußerte sich über genau diesen Punkt, als er an die Korinther schrieb (2. Korinther 8:13, 14): „Nicht, dass andere Erleichterung haben sollen, ihr aber Bedrängnis, sondern es soll ein Ausgleich stattfinden. So helfe euer Überfluss in dieser Zeit ihrem Mangel ab, damit auch ihr Überfluss danach eurem Mangel abhilft und so ein Ausgleich geschieht.“

Die Bibel leitet uns also nicht nur beim Spenden an, sondern auch bei unseren dahinterliegenden Motiven. Können wir uns die furchtlose Großzügigkeit von Barnabas zu eigen machen und vertrauen, dass wir bei unserer Freigiebigkeit an einem göttlichen Austausch teilnehmen, der sicherstellt, dass niemand – uns eingeschlossen – Mangel leidet?

Madelon Maupin

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