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Original im Internet

Wohllautendes

Herrlichkeit im Garten

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 22. Mai 2026


Es war der Montag vor Ostern, und ich las die Bibellektion aus dem Vierteljahresheft der Christlichen Wissenschaft. Natürlich erwartete ich in dieser besonderen Wochenlektion Stellen aus den Evangelien über die Kreuzigung und Auferstehung von Christus Jesus. Doch so weit war ich noch nicht vorgedrungen. Noch ging es um Jesu herzzerreißendes Erlebnis im Garten Gethsemane am Abend vor seiner Kreuzigung.

Und dann stieß ich auf diese erläuternde Stelle in Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy (S. 47–48): „In seiner Nacht der Trübsal und Herrlichkeit im Garten Gethsemane erkannte Jesus, wie völlig irrig es ist, an eine etwaige materielle Intelligenz zu glauben.“ Ich blieb an den Worten „In seiner Nacht der Trübsal und Herrlichkeit im Garten“ hängen und stieß hervor: „Herrlichkeit? Wo war denn da Herrlichkeit in diesem Garten?“ Ich konnte nichts als Traurigkeit, Leiden und die Pflichtverletzung der Jünger erkennen. Also machte ich mich auf die Suche nach der Herrlichkeit. 

Die Vorfälle an jenem Abend im Garten Gethsemane werden in drei der vier Evangelien beschrieben – bei Matthäus, Markus und Lukas. Nachdem ich die Lektion beendet hatte, beschloss ich, mir diese drei Berichte vollständig durchzulesen. Sie alle berichten, dass Jesus in dem Wissen, was ihm bevorstand, seinen himmlischen Vater bat, ihm die Kreuzigung zu ersparen, dann aber voller Demut betete: „Nicht mein, sondern dein Wille geschehe!“ Laut Lukasevangelium (22:43) erschien ihm in diesem Augenblick der Selbstaufgabe „ein Engel vom Himmel und stärkte ihn“.

„Aha!“, dachte ich. „Das war die Herrlichkeit im Garten.“ Wir wissen zwar nicht, worin die Botschaft des Engels bestand, können aber sicher sein, dass sie Jesus die Kraft gab, voranzugehen.

Das sagte mir, dass eine Sache noch so hoffnungslos oder verzweifelt aussehen kann, doch nichts kann Gottes tröstende, erhaltende, heilende Wahrheit aufhalten, verbergen oder zum Stillstand bringen. Wenn wir sie akzeptieren, stillt sie jeden menschlichen Bedarf auf fühlbare Weise. Diese von Gott gesandte Botschaft ist der Christus – die unaufhaltsame, unaufhörliche, unfehlbare heilende Wahrheit, die zum menschlichen Bewusstsein kommt, um die Kranken und Sündigen zu heilen. Es muss Jesus beruhigt haben, dass Gottes Wille ausschließlich gut ist und dass sein Sieg über ein materielles Verständnis von Leben – und somit das Grab – gesichert war.

Ungefähr eine Woche später war die Tiefe dieser Erkenntnis meine Rettung. Es war Sonntagnachmittag. Mein Mann war gerade zu einer fünftägigen Geschäftsreise aufgebrochen, als unser sechsjähriger Sohn über den Lenker seines Fahrrads flog und mit der Stirn auf dem Bürgersteig aufschlug. Ich versuchte, drei verschiedene Praktikerinnen und Praktiker der Christlichen Wissenschaft zu erreichen, damit mein Sohn metaphysische Behandlung erhalten konnte, doch niemand von ihnen ging ans Telefon. Und so betete ich selbst für ihn. 

Obwohl die Lage alarmierend aussah, fühlte ich mich dank dieser herrlichen Sicht auf Jesu Erfahrung in Gethsemane keine Sekunde lang hilflos. Mein Denken war von geistigem Licht und Vertrauen in Gottes zärtliche Fürsorge erfüllt.

Während ich die Wunde reinigte, sangen mein Sohn und ich ein Kirchenlied, das wir sehr liebten; es handelt von Gottes Trost und Fürsorge für Seine Kinder. Die Worte sind von Mary Baker Eddy, der Entdeckerin der Christlichen Wissenschaft, und beginnen folgendermaßen: 

Kraft, Freude, Friede, holde Gegenwart,
   die schützend birgt, was noch des Werdens harrt, 
liebreich des Nestlings zagen Flug bewacht:
   Dein Fittich trag empor mein Kind heut Nacht!

(Liederbuch der Christlichen Wissenschaft, Nr. 207) 

Die Zeilen „liebreich des Nestlings zagen Flug bewacht: Dein Fittich trag empor mein Kind heut Nacht“ sprachen mich besonders an. „Dein Fittich trag empor mein Kind jetzt gleich“, sang ich. Das war mein inniges Gebet. Ich spürte, wie Gottes Arm uns liebevoll umgab, und ich bin sicher, dass mein Sohn es ebenfalls fühlen konnte.

Kurz vor dem Abendessen nickte er kurz ein. Direkt nachdem er aufgewacht war, kam unsere Nachbarin, eine Krankenpflegerin, vorbei. Sie sagte, sie hätte den Sturz von ihrem Fenster aus gesehen, und entschuldigte sich dafür, nicht schon früher gekommen zu sein. Sie zeigte sich freudig überrascht, dass es unserem Sohn so gut ging angesichts der „Gehirnerschütterung“. Ich dankte ihr für ihre Fürsorge. Beim Herausgehen warnte sie mich vor ernsten Nachwirkungen.

Doch es gab keine, und die Wunde verheilte sehr schnell.

Judith Hardy Olson

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