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Wahrer Fortschritt

Aus der Juni 1916-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


Um auf irgendeinem Gebiet Fortschritte zu machen, muß man erst die feste Überzeugung haben, daß das Ziel, wonach man strebt, wünschenswert ist. Diese Überzeugung verleiht die Kraft, beharrlich weiterzuarbeiten, Hindernissen mutig zu begegnen und Entmutigung abzuweisen. Unerläßlich ist ferner die bestimmte Erwartung des endlichen Erfolgs.

Wie bedauerlich ist es doch, daß in so vielen Fällen, wo das Streben nach Fortschritt manche gute Eigenschaft erzeugt, das Ziel sich nur allzuoft als trügerisch erweist. Die meisten Sterblichen wundern sich und sind auch wohl enttäuscht, wenn sie hören, daß der einzig wahre Fortschritt geistig ist. Viele haben geglaubt, Gott dienen heiße ein einsames, freudloses Leben führen, und nur den weltlich Gesinnten werde Freiheit und Erfolg zuteil. Wie zur Zeit Jesu versucht der Irrtum auch heutzutage die Menschen mit dem falschen Versprechen, denen, die vor ihm niederfallen und ihn anbeten, die Herrschaft über diese Welt zu geben. Immer noch sucht er auf Grund der mangelhaften Erfolge der Sterblichen die vollkommene Wirksamkeit der göttlichen Liebe in Abrede zu stellen. Solche irrige Anschauungen erklären in vielen Fällen die laue und gleichgültige Stellung zur Religion, während der größte Eifer und die besten Kräfte auf weltliche Dinge verwendet werden. Ja viele sind im Zweifel, ob es sich überhaupt lohne, sich mit der Religion abzugeben.

Sollte uns nicht gerade die Ungerechtigkeit einer solchen Denkweise sofort beweisen, daß wir es hier mit einer Fallgrube des Irrtums zu tun haben? Güte ist gleichbedeutend mit Macht. In dem Maße, wie man an Rechtschaffenheit zunimmt, gewinnt man an Macht. Gottes Macht und Güte sind unbegrenzt, und je mehr man sich Gott nähert, desto größere Herrschaft über die Welt erhält man. Jeder Schimmer von Schönheit, Harmonie, Freiheit, Überfluß, Friede und Reinheit, den man von Zeit zu Zeit erhascht, weist auf die endliche Alleinherrschaft des Guten hin, das sich schon jetzt mit stets wachsender Macht in der menschlichen Erfahrung entfaltet. Wenn wir klar erkannt haben, daß Gott gut ist, daß Er Liebe ist, daß Er „denen, die ihn suchen, ein Vergelter” sein wird, dann haben wir die scheinbare Macht des Irrtums gebrochen und werden sie zuletzt ganz vernichten.

Ist dieses Ziel nicht begehrenswert genug, um einen jeden von uns zu neuen Anstrengungen, besserer Arbeit und größerem Eifer anzuspornen? Über den Ausgang besteht kein Zweifel. Die Belohnung bleibt nicht aus. Der Erfolg in dieser Hinsicht ist allumfassend. Wir werden von mühsamer Anstrengung befreit, von Disharmonie, Armut, Unwissenheit, Ungerechtigkeit, Leiden, ja sogar von der Furcht vor dem Tode. Diese Segnungen mögen uns nicht alle auf einmal zuteil werden, denn, wie Mrs. Eddy sagt, die Erfahrung ist ein wichtiger Faktor im Fortschritt. (Siehe Wissenschaft und Gesundheit, S. 296.) Erfahrung ist aber keineswegs gleichbedeutend mit Leiden. Sie braucht nicht schmerzvoller zu sein als das Studium der Musik oder Mathematik. Ihre Aufgabe ist, uns zu richtigem Handeln zu erziehen. Damit ist jedoch nicht gemeint, daß das christliche Leben oder das Streben nach Vollkommenheit keine Opfer verlange. Aber jeder Sieg über die Selbstsucht und geistige Trägheit bringt ein größeres Maß von Friede und Freude, während dem Irrtum frönen, obschon dies scheinbar Genuß und Freude zu gewähren scheint, doch stets Leiden und Enttäuschung mit sich bringt.

Für solche, die in der christlichen Lebensführung einigermaßen Fortschritte gemacht haben, sind die gröberen Übel der menschlichen Erfahrung keine Versuchung mehr. Aus diesem Umstand können wir Mut schöpfen und vertrauensvoll der Zeit entgegensehen, wo die kleinlichen Ansprüche von Stolz und Selbstsucht uns nicht mehr einreden können, daß wir wahre Befriedigung von ihnen erwarten dürfen, sondern wo wir ihr wahres Wesen ebenso klar erkennen werden, wie das der augenfälligeren Übel. Dann erscheinen sie uns nicht mehr als Versuchungen. Was dem Sünder verführerisch erscheint, sieht der gute Mensch als Mißgeschick an. Wir müssen alle in der Erkenntnis der göttlichen Liebe so wachsen, daß Bosheit und Haß in unserm Bewußtsein keinen Widerhall mehr finden.

Auf Seite 326 von Wissenschaft und Gesundheit schreibt Mrs. Eddy: „Den Vorsatz und den Beweggrund, recht zu leben, können wir heute gewinnen. Hast du diesen Punkt erreicht, dann hast du so angefangen, wie du solltest ... und nichts als unrechte Absicht kann deinen Fortschritt hindern.” Widerstand, Eifersucht und abfällige Kritik vermögen den Fortschritt nicht zu hemmen. Wir können und müssen fortfahren, in der Gotteserkenntnis zu wachsen, denn diese Erkenntnis zerstört jede Neigung zum Bösen, überwindet Furcht, heilt Krankheit und verbannt Armut, so daß wir dann mit dem Apostel ausrufen können: „Siehe, es ist alles neu worden!”


Wie arm bist du, wie bettelarm geworden,
Seitdem du niemand liebst als dich!

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