Wir lesen in der einfachen Sprache der Bibel, daß sie es Jesus sagten, als Simons Schwiegermutter an Fieber daniederlag. „Und er trat zu ihr und richtete sie auf und hielt sie bei der Hand; und das Fieber verließ sie, und sie diente ihnen”.
Im Lichte der Christlichen Wissenschaft werden uns viele biblische Geschichten klarer. Auf Seite 586 in „Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift” erklärt Mary Baker Eddy „Furcht” als „Hitze; Entzündung; Angst; Unwissenheit; Irrtum; Verlangen; Vorsicht”. Wir können also leicht sehen, wie das fieberische oder ängstliche Denken einer Kranken durch Christus Jesus beschwichtigt und beruhigt und augenblicklich geheilt wurde.
Ein Christlicher Wissenschafter versteht, daß die körperlichen Krankheitszeichen verschwinden, wenn der falsche Gedankenzustand durch geistige Mittel geheilt ist. Auf Seite 476 und 477 des Lehrbuchs lesen wir: „Jesus sah in der Wissenschaft den vollkommenen Menschen, der ihm da erschien, wo den Sterblichen der sündige, sterbliche Mensch erscheint. In diesem vollkommenen Menschen sah der Heiland Gottes eigenes Gleichnis, und diese korrekte Anschauung vom Menschen heilte die Kranken”.
Die in den Tageszeitungen berichteten Weltereignisse lassen einen glauben, daß die Welt heute einem Fieberkranken gleicht. Überall scheinen erhitzte Erörterungen, Mißverständnisse und Verdächtigungen vorzuliegen. Wenn aber der Christus in das Bewußtsein der Menschen eingelassen wird, kommt die Beruhigung der menschlichen Leidenschaften—die Heilung des Fiebers. Die Mission der Christlichen Wissenschaft ist, der Menschheit das Bewußtsein des geistigen Friedens und der geistigen Kraft jener göttlichen Gegenwart zu bringen, die wir den Christus nennen.
Die Verwirklichung der geistigen Vollkommenheit des von Gott geschaffenen Menschen ist das Ziel, das die Christlichen Wissenschafter bei ihrer ganzen Arbeit zu erreichen trachten. Die Aufrichtung dieser vollkommenen Verwirklichung in ihrem Denken hat immer Harmonie zur Folge. Die Entdeckerin und Gründerin der Christlichen Wissenschaft zeigt in ihrem Heilverfahren, wie diese Verwirklichung erlangt wird. Wenn durch göttliche Erleuchtung die Vollkommenheit der Idee Gottes erkannt wird, ist das Ergebnis eine augenblickliche Heilung, eine sofortige Kundwerdung des Guten.
Das menschliche Bewußtsein ist jedoch nicht immer darauf vorbereitet, diese göttliche Erleuchtung sofort zu empfangen. Manchmal klammert es sich hartnäckig an seinen festgegründeten Glauben an Böses oder Krankheit. Aber wir brauchen in solchen Fällen nicht hoffnungslos zu sein. Wir können durch Forschen im Lehrbuch und in Mrs. Eddys anderen Schriften eine Beweisführung verfolgen, wodurch wir die Vorwände des Bösen in unserem Denken zerstören und die Tatsachen des Guten, die Wirklichkeit des Seins, als allerhaben bestätigen. Wenn dies richtig und gewissenhaft getan wird, folgt die Heilung. So ist ein Mensch nicht ohne Hoffnung auf Heilung. Wenn wir eine geistige Gesinnung Pflegen und uns der Mission der Christlichen Wissenschaft—der Welterlösung—weihen, werden wir immer mehr augenblickliche Heilungen erleben; denn der mentale Boden wird vorbereitet sein für die Saat himmlischer Erleuchtung, die aufgehen und Frucht tragen wird.
Es gibt Zeiten, wo es den Anschein hat, daß wir mit unseren Gedanken zu ringen haben, „bis die Morgenröte anbricht”, wie Jakob mit dem Engel rang. Wenn wir die Morgenröte anbrechen sehen, sollten wir die durch dieses Ringen gewonnene Erleuchtung nicht fahren lassen und wieder in schwächliche Furcht zurückfallen. Wir müssen an der Wahrheit festhalten, bis die Gewißheit der Wahrheit uns so erfüllt, daß sie alle Furcht und Disharmonie ausschließt. Wenn wir dies getan haben, wird in unsere Herzen jener liebliche Friede, jene Seelenruhe einkehren, die der Beweis ist, daß Christus in uns regiert. Wenn wir das Gute als die Wirklichkeit und das Böse als unwirklich sehen, dann können wir wissen, daß wir etwas von der Wahrheit erkennen.
Es sind Gelegenheiten geboten, wodurch wir unser Verständnis der Verfügbarkeit der Wahrheit vergrößern können. Wir können die Mittwochabendversammlungen in der christlich-wissenschaftlichen Kirche besuchen und uns beim Anhören der Zeugnisse an den Gedanken gewöhnen lernen, daß augenblickliches Heilen zur Hand ist, und daß alles Heilen Grund zur Dankbarkeit ist. Wir können in unserem Lehrbuch das Kapitel „Früchte” aufschlagen und von vielen Heilungsfällen erfahren, die nur das Ergebnis des Vertiefens in dieses Buch waren. Wir können die vielen beglaubigten Heilungen von Sünde und Krankheit in unseren Zeitschriften, dem Journal, dem Sentinel und den Herolden lesen. Wir erkennen, daß die Heilungen, die diejenigen erfahren haben, die die Zeugnisse abgelegt haben, ebensogut in unserem Leben vorkommen können, wenn wir gewissenhaft die Wahrheit ergründen und auf unsere Probleme anwenden.
Wir brauchen nie zu fürchten, daß Krankheitszeichen uns anhaften können, wenn die Erkenntnis der vollkommenen Harmonie in unserem Denken feststeht. Wir müssen den Krankheitszeichen immer weniger Wichtigkeit beimessen, bis sie durch das Verständnis der Wirklichkeit der Wahrheit vollständig ausgelöscht sind. Wir haben in unserer Arbeit als Christliche Wissenschafter nichts mit der Materie oder den Krankheitszeichen zu tun, sondern wir erheben uns durch Umgestaltung des Denkens über die Unwahrheit, die die Traumanzeichen wirklich zu machen schien.
Oft, wenn das „Fieber” nicht sofort nachzulassen scheint, können wir an vieles denken, wofür wir als Ergebnis unseres unablässigen Bemühens und Forschens dankbar sein können. Wir mögen zu unserer Freude finden, daß wir während einer solchen verzögerten Heilung von vielen anderen falschen Annahmen geheilt worden sind. Es ist aber hilfreich, eingedenk zu sein, daß augenblickliches Heilen, wie es im Falle der Schwiegermutter Simons bewiesen wurde, unser Ziel ist, und daß solches Heilen heute möglich ist und tatsächlich beständig stattfindet.
Wir erfahren auch, daß dieses Weib sofort nach ihrer Heilung von dem Fieber aufstand und den Nachfolgern Jesu diente. Es sollte uns ein Ansporn bei unserer eigenen Heilarbeit sein zu wissen, daß wir, wenn wir geheilt sind, nützlicher, fähiger sein werden, anderen zu helfen, und so auf dem Christusweg Fortschritt machen.
