Die Christliche Wissenschaft lehrt, daß Gesundheit eine geistige, ewige Eigenschaft Gottes ist, die durch göttliche Widerspiegelung zum Menschen gehört, der Gottes vollkommener Ausdruck ist. Gesundheit ist unendlich und unveränderlich. Die sterblichen Sinne können sie nicht erkennen, dem geistigen Sinn jedoch ist sie klar und beständig erkennbar.
In Gott gibt es keine Krankheit; es folgt daher, daß auch in dem zu Seinem Gleichnis geschaffenen Menschen keine Krankheit ist. Gesundheit umfaßt keine Eigenschaft der Disharmonie. Nichts kann die geistige Gesundheit angreifen oder sie verfälschen. Der Mensch ist beständig der Empfänger der Wohltaten Gottes, der der ewige Alles-in-allem ist, die einzige Ursache, der einzige Schöpfer. Das ganze Sein des Menschen — seine Kraft, seine Weisheit, seine Liebe, seine Gesundheit — stammen von Gott her, in dem der Mensch in der sich beständig entfaltenden Harmonie existiert.
Indem sie vom Wesen des Bösen spricht, erklärt Mary Baker Eddy in „Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift“ (S. 287): „Der Irrtum ist eine falsche, sterbliche Annahme; er ist eine Illusion, ohne geistige Identität oder Grundlage und hat kein wirkliches Dasein.“
Der Christlichen Wissenschaft zufolge hat die Krankheit, die nur eine Erscheinungsform des Bösen oder des Irrtums ist, in Wirklichkeit keine Gestalt, keine charakteristischen Merkmale, keine Ausdehnung und keine Dauer. Krankheit ist nur das Erzeugnis einer falschen Annahme und sie nimmt lediglich den Umfang an, den ihr die individuelle oder universale Zustimmung zugesteht. Krankheit hat keine intellektuellen Fähigkeiten, keine Macht, keine ihr innewohnende gefährliche Anlage oder Tätigkeit, keine Wesenheit. Sie ist eine gemütlose Illusion.
Die Krankheit ist, ungeachtet ihrer äußeren Erscheinung, nur eine illusorische Annahme, die beansprucht, daß Disharmonie einen Namen und eine Form annehmen kann, und daß sie, wenn geglaubt wird, daß sie ansteckend ist — herumgetragen werden kann, um jene zu belästigen, die mit ihr in Berührung kommen.
Mitunter finden wir in biblischen Berichten, daß man glaubte, die Kranken wären von einem Teufel oder einem unsamuberen Geist besessen. Vielleicht hatte Christus Jesus es in dem Fall des Besessenen, der seine Wohnung in den Gräbern hatte und von vielen Teufeln geplagt war, mit solch einer gespensterischen Annahme zu tun. Der Meister erkannte die Machtlosigkeit des Irrtums und gebot ihm (Mark. 5:8): „Fahre aus, du unsauberer Geist, von dem Menschen!" und er fuhr aus; und der Mensch war geheilt.
Niemand braucht die Annahme hinzunehmen, daß Krankheit oder Disharmonie ihn anfallen oder besitzen kann. Wenn sein Denken gut gewappnet ist mit dem klaren Verstehen der Wahrheit, daß der Mensch Gottes vollkommenes, geistiges Bild und Gleichnis ist, so hat er sich von den Ansprüchen des Irrtums freigemacht. Die Disharmonie kann das Kind Gottes nicht anfallen und wenn diese Wahrheit verstanden und angewandt wird, so widersteht sie jedem Wirken kranker Annahmen in unserer Erfahrung.
Wenn wir das Wesen der geistigen Vollkommenheit verstehen und uns weigern, der Krankheit in unserm Bewußtsein Aufnahme zu gewähren, so haben wir sie ihrer einzigen Möglichkeit beraubt, ihre Ansprüche geltend zu machen.
Niemand braucht Krankheit als wirklich anzunehmen, ungeachtet dessen, wie allgemein die Annahme ist, daß die Menschheit dafür empfänglich sei. Einer der vorherrschendsten Faktoren, der zu der Erscheinung von Krankheitssymptomen am Körper führt, ist die furchterfüllte Vorahnung von Disharmonie. Mrs. Eddy erkannte die Neigung der Menschen, populäre Disharmonien anzunehmen. Sie sagt (Wissenschaft und Gesundheit, S. 197): „Ein neuer Name für ein Leiden wirkt auf die Menschen wie ein Pariser Name für ein neues Gewand. Jeder beeilt sich, in dessen Besitz zu gelangen. Eine ausführlich beschriebene Krankheit kostet manch einem das Wohlergehen seiner Erdentage. Welch ein Preis für menschliches Wissen!“
Es ist für keinen Menschen notwendig, vernünftig noch wissenschaftlich, den Glauben als wahr anzunehmen, daß in seinem Körper Krankheiten zeitweilig oder dauernd eine Wohnstätte finden können. Nichts kann in das Leben des Menschen eindringen, als was er durch Furcht, Unwissenheit oder Sünde einwilligt, aufzunehmen.
Der Mensch, Gottes Gleichnis, ist nicht mit Pforten versehen, durch die böser Geister oder Disharmonien eindringen können. Keine Form des Bösen kann durch die Tore des individuellen Bewußtseins eindringen, das mit einem wirksamen Verständnis von Christus, der Wahrheit, erfüllt ist. Der Psalmist sang (Ps. 91:9, 10): „Der Herr ist deine Zuversicht; der Höchste ist deine Zuflucht. Es wird dir kein Übel begegnen, und keine Plage wird zu deiner Hütte sich nahen.“
Mit der absoluten Gewißheit, daß unsere wahre Wohnstätte in Gott, dem göttlichen Gemüt, ist, können wir unseren täglichen Aufgaben in völliger Unempfänglichkeit für falsche Krankheitsansprüche nachgehen. Die gespenstischen Annahmen, die von der Mehrheit der Menschheit unwissentlich als wirklich hingenommen werden, werden uns nicht berühren. Unser klares Verständnis von Gott als dem unendlichen Geist, als der einzigen Quelle von Leben und Gesundheit, wird nicht allein unseren Körper vor dem Eindringen des Irrtums beschützen, sondern wird auch viel zum Schutz unserer Nachbarn und unseres Gemeinwesens vor Epidemien und anderen Disharmonien beitragen.
Der aufrichtige Anhänger der Christlichen Wissenschaft wird der Krankheit weder Wesenheit, Namen, Örtlichkeit noch Quelle zugestehen. Er wird nicht versuchen, sie körperlich zu diagnostizieren, noch ihre Symptome, ihren Fortschritt und ihre schließliche Wirkung festzustellen. Mrs. Eddy erklärt (Wissenschaft und Gesundheit, S. 472): „In der Christlichen Wissenschaft lernen wir, daß alle Disharmonie des sterblichen Gemüts oder Körpers Illusion ist, die weder Wirklichkeit noch Identität besitzt, obwohl sie wirklich und identisch zu sein scheint.“
Wenn sich Krankheit uns als eine Möglichkeit oder tatsächliche Wirklichkeit aufzudrängen sucht, so haben wir göttliche Vollmacht, ihr den Glauben zu verweigern. Die einzige Form, das einzige Vorbild oder Ideal, das wir in unserm Bewußtsein ausdrücken sollten, ist der Christus, der Sohn Gottes. Durch die Macht des Christus sind wir vor aller Disharmonie geschützt und dafür ausgerüstet, aus dem Bereich des Denkens und des Körpers jede zudringliche böse Annahme, jede Form des Irrtums oder der Disharmonie auszuschalten, ungeachtet ihres populären Namens oder Wesens.
