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Mit Gott, nicht mit der Zeit, wandeln

Aus der März 1959-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


Weit verbreitet ist die Annahme, daß der Mensch ein Sterblicher sei, unerbittlich der Zeit unterworfen, und daß er einen materiellen Körper besitze, der schließlich alt werden und sterben muß. Das ist eine verheerende Annahme, gegen die wir uns in tätiger und entschiedener Auflehnung durch intelligentes Verstehen von Gott und dem Menschen erheben müssen.

Der Mensch ist kein alternder Sterblicher, der durch erbarmungslose, sogenannte Gesetze der Zeit und der Materie gefesselt ist. Im Gegenteil: der Mensch besitzt ein unsterbliches Bewußtsein; er besteht aus von Gott verliehenen geistigen Eigenschaften und ist nur dem Gesetz Gottes untertan. Diese Eigenschaften, die vom göttlichen Gemüt, dem sie entstammen, in ewiger Vollkommenheit erhalten werden, können weder von der Zeit noch von der Materie berührt werden. Sie können nicht alt werden, sich abnutzen noch sterben.

Unsere geliebte Führerin Mary Baker Eddy schreibt in „Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift“ (S. 240): „Während die Zeit dahingleitet, schreiten die Sterblichen vorwärts, dem Guten oder dem Bösen entgegen.“ Die Christliche Wissenschaft enthüllt die große Notwendigkeit, dem Guten entgegenzuschreiten und nicht dem Bösen, jeden Tag Fortschritte zu machen im Überwinden der Begrenzungen von Zeit, Alter, Materie und Sünde, und die Wahrheit von der Güte des Menschen und seiner Zeitlosigkeit als jetzt beweisbar zu erfassen.

Das menschliche Bewußtsein erwacht zu der Tatsache, daß die sogenannten Altersveränderungen nicht von dem bloßen Verstreichen der Jahre herrühren. Diese Veränderungen sind gedanklich; sie zeugen von der Aufnahme falscher, sterblicher Auffassungen. Nicht die Materie, sondern die Furcht vor der Materie; nicht unsere Angelegenheiten, sondern die Besorgnis darüber; nicht die Verhältnisse, sondern die Enttäuschung über gewisse Verhältnisse; nicht Arbeit, sondern der Glaube an Überarbeitung verwirrt das Denken und belastet es mit der Annahme unwillkommenen Alterns. Nicht die Zeit, sondern der Verschleiß materieller Annahmen, sowie kleine oder große Sünden, erklären vieles von dem, was wir Anzeichen des Alterns nennen.

Unser Leben drückt unsere Gedanken aus. Daher müssen wir sorgfältig über unsere Gedanken Wache halten und sie gegen die Befürchtungen, Zweifel und Ängste falscher Annahmen verteidigen. Die ruchlose Suggestion des sterblichen Gemüts, daß mit zunehmendem Alter unsere Beschwerden wachsen — sein Argument, daß die Zeit uns unsere physische Festigkeit, die Behendigkeit unserer Bewegung, unsere Spannkraft und unser gutes Aussehen rauben könne — ist nicht wahr. Der wachsame Arbeiter in der Christlichen Wissenschaft widerlegt die Lüge des Verfalls, indem er beharrlich erklärt, daß er in Wahrheit die unsterbliche Idee Gottes und sich seiner geistigen Herrschaft stets bewußt ist.

Mrs. Eddy unterweist uns (ebd., S. 393): „Erhebe dich in der Stärke des Geistes, um allem zu widerstehen, was dem Guten unähnlich ist.“ Das Altern ist dem Guten unähnlich. Es ist Gott unähnlich. Gott ist die Liebe, und die Liebe ist zeitlos. Man kann sich von der Liebe — dem göttlichen Prinzip — nicht vorstellen, daß sie alt wird. So bringt der Mensch, die unwandelbare Widerspiegelung des unwandelbaren Prinzips, immerdar die höheren, zeitlosen Eigenschaften der göttlichen Liebe zum Ausdruck.

Als fortschreitende Christliche Wissenschafter sind wir gezwungen, uns unablässig zu bemühen, die Lebenskraft und Energie, die Liebe und Größe der geistigen Eigenschaften auszudrücken, welche die wahre Selbstheit ausmachen. Dies erfordert tägliche Verschristlichung des Denkens und Tuns. Wir sind uns der Lebenskraft der Liebe nur dann bewußt, wenn wir lieben. Wir fühlen die Energie des Geistes nur in dem Verhältnis, wie wir unser Denken vergeistigen. Das liebende, vergeistigte Denken erlöst uns von Ungewißheit; es erhält unser Bewußtsein des Guten aufrecht und bewahrt so einen harmonischen Begriff vom menschlichen Gemüt und Körper.

Der Prediger Salomo gab den Rat (Pred. 12:1): „Gedenke an deinen Schöpfer in deiner Jugend, ehe denn die bösen Tage kommen und die Jahre herzutreten, da du wirst sagen: Sie gefallen mir nicht.“ Ob wir uns nun, menschlich gesprochen, in dem befinden, was unsere Jugendzeit genannt wird, oder in dem, was Reife oder vorgeschrittenes Alter genannt wird, laßt uns bedenken, wer und was wir tatsächlich sind. Wir sind geistige Träger von Leben und Liebe, und als solche verkörpern wir keinen Zustand menschlichen Alters. Wir sind nicht auf einem Eilmarsch zu Altersschwäche, Gebrechlichkeit und Greisenhaftigkeit. Wenn wir uns selbst als intelligente Ideen Gottes ansehen, sind wir stets wachsam auf der Hut, die Bürden des Zeitbegriffs aufzuspüren und zurückzuweisen. Wir erwachen zu der immerwährenden Güte, die uns einhüllt, und sind uns unserer Herrschaft durch den ewigen Christus bewußt.

Laßt uns keine gemeinsame Sache mit der Zeit machen. Wer kann sagen, ob man mit siebzig, neunzig oder hundert Jahren alt ist? Spricht Gott so, oder narrt uns das sterbliche Gemüt? Wenn wir die vorrückenden Jahre betrachten als gefüllt mit reichen Gelegenheiten, mehr Gutes zu sehen und zu tun, werden wir sie nicht fürchten, sondern begrüßen. Jahre an sich können unsere Lebensanschauung nicht der Frische berauben, noch unser Antlitz der Schönheit oder unsere Tätigkeit der Lebenskraft, noch können sie unseren Leistungen die Freudigkeit nehmen. Richtig angewendet, bringen die fortschreitenden Jahre neue Gelegenheiten, mehr von der herrlichen Wahrheit des Seins verstehen zu lernen. Wenn wir mit Gott und nicht mit der Zeit wandeln, machen wir Fortschritte in Geistigkeit, Weisheit, Scharfsinn, Scharfsichtigkeit, Stärke und Nützlichkeit.

Je enger das Denken im Einklang mit dem unsterblichen Gemüt gehalten wird, desto weniger können die schwächenden Altersannahmen sich uns anhaften. Solange Langlebigkeit im Bereich des menschlichen Daseins liegt, ist die Verwirklichung langer Lebenstage, die zum aufbauenden Dienst der Menschheit benutzt werden, ein Schritt vorwärts zur Verwirklichung des absoluten, ununterbrochenen Seins hin. Es ist nicht eine Rückkehr zu unreifer Jugend — sei es in Erscheinung oder in Geisteshaltung — was die Christliche Wissenschaft uns zu suchen heißt. Es ist vielmehr das Verständnis, daß wir als Söhne und Töchter Gottes hier und jetzt und immerdar die freudige Kraft des Lebens widerspiegeln und die reife Leistungsfähigkeit geistiger Intelligenz besitzen.

Niemand möchte alt werden, und die Christliche Wissenschaft versichert uns, daß niemand alt zu werden braucht. Wir alle haben die von Gott verliehene Kraft, die Lüge zu widerlegen, daß wir sündige Sterbliche sind, die abgenutzt werden oder ablaufen wie ein Uhrwerk. Das sind wir nicht! Im Gegenteil: des wahren Menschen Sündlosigkeit und nie endende Tatkraft werden vom menschlichen Bewußtsein täglich klarer erkannt und so besser ausgedrückt. Wie dankbar sind wir, daß in der gegenwärtigen Zeit das Verständnis von der Vollkommenheit Gottes und des Menschen dem menschlichen Denken aufdämmert und in gewissem Maße bewiesen wird!

Wenn wir täglich unser Denken von den Lasten des Tages befreien — seien es falsche Veranlagungen oder allgemeine falsche Annahmen — so werden sie nicht dasein, um unsere Schultern am Beginn des nächsten Tages zu bedrücken. Mit Recht fordert die Christliche Wissenschaft von uns, daß wir täglich unsere Freude erneuern, voll Dankbarkeit für das Gesegnetsein durch die Entfaltung der Liebe uns gegenüber. Unsere Führerin schreibt in ihrer Botschaft an Die Mutterkirche für das Jahr 1902 (S. 17): „Es ist weise, willig auf Gott zu warten und klüger zu sein als die Schlangen, keinen Menschen zu hassen, seine Feinde zu lieben und mit jeder enteilenden Stunde abzurechnen.“

Wenn wir diesen Rat befolgen, können sich keine Störungen anhäufen, und was wir Verrinnen der Zeit nennen, wird durch geistigen Fortschritt ausgeglichen. So werden wir jeden Tag etwas mehr von der ewigen und vollkommenen Selbstheit des Menschen beweisen, die stets unberührt von der Zeit und unbefleckt von der Sünde verbleibt — eine Selbstheit, die die herrliche Widerspiegelung ist von Gottes Sein.

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