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Ausgeprägte Individualität

Aus der Oktober 1965-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


Oft wird die Frage gestellt: „Deutet die Tatsache, daß es nur einen Gott gibt und daß der Mensch zu Seinem Bild und Gleichnis geschaffen ist, nicht darauf hin, daß alle Menschen einander gleich sind, das heißt Nachbildungen oder Wiederholungen?“

Die Christliche Wissenschaft erklärt, daß es nur einen Gott, nur eine Quelle und einen Schöpfer von allem gibt, und daß jedes Kind Gottes all die Eigenschaften des einen unendlichen Vaters widerspiegelt. Es trifft aber auch zu, daß Individualität an sich eine Eigenschaft Gottes ist und in Seiner ganzen Schöpfung zum Ausdruck kommt. Jedes einzelne der Kinder Gottes ist verschieden und individuell. Es gibt keine Nachbildungen. Der Gedanke, daß Gott Duplikate schafft, würde Seine unendliche Vielfalt des Ausdrucks begrenzen.

Eines der klarsten Beispiele ist die Mannigfaltigkeit im Bereich der Natur, die auf die wirkliche und geistige Schöpfung hinweist. Jede Schneeflocke ist anders. Jeder Grashalm, jedes Blatt eines Baumes ist verschieden und drückt die unendliche Vielfalt der Schöpfung aus. So wird also die Unendlichkeit des göttlichen Gemüts in unbegrenzter Vielfalt und Verschiedenheit offenbar. Mrs. Eddy sagt in „Wissenschaft und Gesundheit“ (S. 70): „Das göttliche Gemüt erhält alle Identitäten klar erkennbar und ewig, vom Grashalm an bis zum Stern.“

Jeder einzelne hat eine ausgeprägte Identität, das heißt, er spiegelt Gott in individueller Weise wider. Jeder hat seinen Platz in der unendlichen Vielfalt der Schöpfung. Keiner kann den Platz des anderen einnehmen. Wie wichtig ist es, dies zu wissen, wenn wir an den Wetteifer in der menschlichen Gesellschaft und im Geschäftsleben denken! Wenn wir das Empfinden haben, jemand anders trete an unsere Stelle, wir seien verdrängt oder einer Gelegenheit beraubt worden, können wir unsere Zuflucht zu den göttlichen Wahrheiten nehmen und unseren individuellen und unbestreitbaren Platz in Gottes Schöpfung durch inständiges Gebet beweisen.

In der heutigen Welt ist die Individualität Angriffen ausgesetzt. In der menschlichen Gesellschaft wird vielerlei Druck ausgeübt; es wird versucht uns zu veranlassen, uns den Vorbildern der Masse anzugleichen, es wird versucht uns zu sagen, wie wir handeln und was wir denken sollen. Diese Angriffe zielen sogar darauf ab, die Individualität auszulöschen. Wir müssen etwas von der wahren Individualität und ihrer geistigen Basis verstehen, um uns vor dem Mesmerismus der Masse zu schützen.

In der Wissenschaft des Seins ist Gott das Gemüt des Menschen. Der Mensch spiegelt Gott wider. Die Individualität als Eigenschaft ist ein unmittelbarer Ausdruck der göttlichen Intelligenz. Das göttliche Gemüt offenbart durch sie seine unbegrenzte Wesensart in seiner Schöpfung, dem Menschen. Mrs. Eddy sagt (Vermischte Schriften, S. 101): „Gott ist individuelles Gemüt. Dieses eine Gemüt und Seine Individualität umfassen die Elemente aller Formen und Individualitäten und verheißen die Natur und das Maß Christi, des idealen Menschen.“

Es ist wichtig, daß jeder für sich selbst denkt — es ist wesentlich für die Demonstration der Individualität. Dieses Denken sollte sich nicht wiederholen oder gewohnheitsmäßig sein. Es sollte ursprünglich und inspirativ sein. Die Christliche Wissenschaft tritt nicht für Formeln oder sich wiederholendes Gebet ein, denn diese würden den Untergang von Inspiration und Individualität bedeuten.

Gott ist das Gemüt eines jeden von uns, und durch Gebet beweist jeder, daß er das Gemüt in individueller Weise widerspiegelt. Selbst wenn wir dieselben Worte benutzen, müssen sie in ihrer Bedeutung neu und individuell sein, oder das Gebet hat wenig Wert.

Gebet ist die direkte Verbindung zwischen Gott und dem Menschen. Es demonstriert das Gemüt, das zu seiner Idee spricht. Vielleicht besser gesagt: Im Gebet drückt sich Gemüt durch den Menschen aus. „Der Geist ist es in den Leuten und der Odem des Allmächtigen, der sie verständig macht“ (Hiob 32:8). In der Wissenschaft des Seins kann nichts diese unmittelbare Beziehung beeinträchtigen. Es gibt keine Medien oder Vermittler. Individualität beruht auf unmittelbarer und sofortiger Widerspiegelung.

Unsere Beziehung zum göttlichen Gemüt ist eine ganz private Angelegenheit. Niemand kann für uns denken. Selbst in dem christusgemäßen Amt des Ausübers der Christlichen Wissenschaft maßen wir uns nicht das Vorrecht an, für einen anderen zu denken. Mit diesem Amt ist die Pflicht verbunden, die Hindernisse der sterblichen Annahme, die sich wiederholenden Annahmen des sterblichen Denkens hinwegzuräumen, so daß der einzelne seine gottgegebene Herrschaft erkennen und auf die unfehlbare Leitung des göttlichen Prinzips, der Liebe, reagieren kann. Dies befähigt ihn, zu seiner wahren Beziehung zu Gott zu erwachen und seinen natürlichen, harmonischen Ausdruck des göttlichen Gemüts wiederzuerlangen.

Um in der Demonstration der Christlichen Wissenschaft Fortschritt zu machen, studieren wir sorgfältig die Lehrbücher — die Bibel und „Wissenschaft und Gesundheit“. Wir lesen, was andere geschrieben und erlebt haben und ziehen Nutzen daraus. Aber jeder muß die Wahrheit in seiner individuellen Weise, das heißt, in seinem eigenen Leben auslegen und demonstrieren. Die Wahrheit muß aufgenommen oder verstanden werden, und dies ist eine individuelle Aufgabe. Keiner kann dies für einen anderen tun. Jeder muß die Wahrheit individuell leben, und dann wird sie für ihn zur Wirklichkeit.

Ein rechtes Verständnis von der Quelle und der Ausgeprägtheit der Individualität ist ein Schutz in unserem Leben. Jesus hatte eine ausgeprägte Individualität. Sein klares Verständnis von der Unzerstörbarkeit seiner wahren Identität als der geistigen Idee Gottes befähigte ihn, den menschlichen Körper vor Vernichtung zu schützen.

Jeder kann lernen, auf eigenen Füßen zu stehen, für sich selbst zu denken, indem er Gott widerspiegelt, und seinem göttlichen Prinzip verantwortlich zu sein. Dies erneuert seine Auffassung von Identität, schützt seine Gesundheit und seine moralischen Grundsätze und bewahrt seine Individualität.

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