Skip to main content Skip to search Skip to header Skip to footer

„Für alle Obrigkeit“ beten

Aus der August 1968-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


Wir neigen zu der Annahme, daß die Gegenwart noch nie dagewesene Probleme in sich birgt, die von der Menschheit gelöst werden sollen — Probleme hinsichtlich des Freiwerdens von Ausbeutung, Probleme der Selbstregierung und Probleme, die durch unvereinbare politische und religiöse Ideologien entstehen. Aber eine Überprüfung der Geschichte der Menschheit zeigt deutlich, daß die heutigen Probleme jahrhundertealt sind, jedoch einen immer größeren Umfang annehmen.

Trotz allen Anscheins können die Lösungen jedoch näher sein als je zuvor. Wachsame Christliche Wissenschafter erkennen die gegenwärtige Unruhe als eine große moralische Chemikalisation, bei der ein höherer Begriff von Wahrheit den Irrtum aufdeckt, ehe er ihn zerstört. In ihren Gebeten und in ihrer Arbeit sind sie auf der Suche nach einer besseren Welt, indem sie den göttlichen Geboten gehorsam sind, die Christus Jesus ihnen dringend ans Herz legte — Gott, das Gute, über alles und ihren Nächsten wie sich selbst zu lieben. Diese Gebote beruhen auf der Anerkennung, daß Gott Geist und der wirkliche Mensch Sein von Ihm untrennbarer geistiger Ausdruck ist, Sein Bild und Gleichnis.

Mrs. Eddy, die diesem Zeitalter den Christus, die Wahrheit, offenbart hat, sagt: „Die Gottheit allein löst das Problem der Menschheit, und zwar zu Gottes eigener Zeit.“ The First Church of Christ, Scientist, and Miscellany, S. 306; Die Erlösung der Menschheit kann heute in dem Verhältnis erreicht werden, wie die Menschen aufrichtig und verständnisvoll die göttlichen Weisungen in die Praxis umsetzen, zuerst jeder in seinem eigenen Leben und dann in einer alle umfassenden gemeinschaftlichen Aktion.

Eins der dringendsten Probleme des Tages ist übertriebenes politisches Parteigängertum. Es hat viel Zwietracht und Haß erzeugt, die wiederum Tragödie und Herzeleid im Gefolge hatten. Wenn auch eine freie Gesellschaft jedem Menschen das Recht zugesteht, seine Partei und den Amtskandidaten zu wählen, die seines Erachtens am besten den Frieden und Wohlstand und eine ehrenhafte Regierung fördern, wird doch Gehorsam den göttlichen Weisungen gegenüber ihm nicht erlauben, sich in Böswilligkeit und Haß zu ergehen.

Ehrliche Parteizugehörigkeit ist ein Vorrecht des freien Menschen. Aber wenn die Objektivität verlorengeht und die Tätigkeit persönlich und boshaft wird, wenn Meinungsverschiedenheiten in bezug auf politische Ereignisse zu Angriffen auf die Rechtschaffenheit eines Menschen führen, dann dient das keinem guten Zweck.

Eine Haltung oder Einstellung kann deutlich hervorgehoben und Motive und Unternehmen können in bezug auf ihre Klarheit in Frage gestellt werden, und ein jeder von uns kann hinsichtlich der Qualifikation eines Kandidaten für ein öffentliches Amt zu seinem eigenen Schluß kommen. Aber selbst wenn dieser Schluß anders ist als unserer, sollten wir, die wir die göttlichen Gebote respektieren und zu befolgen suchen, uns nicht zu Verwünschung und Verfluchung hinreißen lassen. Wir sollten vielmehr beten, daß alle richtig geführt werden mögen, wie wir es auch für uns wünschen.

Der Apostel Paulus gab in seinem liebevollen Brief an Timotheus einen guten Rat: „So ermahne ich nun, daß man vor allen Dingen zuerst tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit ... Solches ist gut und angenehm vor Gott, unserm Heiland, welcher will, daß allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“ 1. Tim. 2:1–4;

Als Christliche Wissenschafter ist es unsere Pflicht, den Irrtum unpersönlich zu machen. Wenn es ohne Selbstgerechtigkeit getan wird, können wir ihn öffentlich oder privat anprangern. Aber wir sollten nicht die Menschen anprangern, die dafür verantwortlich zu sein scheinen. Wir sind beauftragt worden, „für alle Obrigkeit“ zu beten, selbst wenn sie für eine Sache eintritt, die unserer Auffassung vom Rechten zuwiderläuft, ja selbst dann, wenn sie als unser Feind gilt. Für sie zu beten ist das einzige, was uns selbst von ihrer scheinbaren Böswilligkeit befreien kann.

Zu beten heißt die Tatsache von der Allmacht Gottes zu bejahen. Und dazu gehört auch die beweisbare Unwirksamkeit — die früher oder später zutage tritt — irgendwelcher Macht, die dem Guten entgegengesetzt ist. Das Böse und seine Fürsprecher hinterlassen keinen bleibenden Eindruck bei Menschen und Regierungen, die bereitwillig den Standard des menschlichen Gesetzes aufrechterhalten wollen, das das göttliche Gesetz widerspiegelt, das sich auf die Anerkennung Gottes als der vollkommenen Ursache und des idealen Menschen als Seiner vollkommenen Wirkung gründet. Wenn wir den idealen Menschen im Bewußtsein aufrechterhalten, erhaschen wir einen Schimmer von der Wirklichkeit und sehen Beispiele einer höheren Menschheit, die von einem höheren Begriff der Gottheit regiert wird.

Als Mrs. Eddy bei einer Gelegenheit gefragt wurde, welches ihre politischen Anschauungen wären, antwortete sie unmißverständlich: „Ich habe in Wirklichkeit keine, außer dem Bestreben, eine gerechte Regierung zu unterstützen, Gott über alles und meinen Nächsten wie mich selbst zu lieben.“ My., S. 276; Hier haben wir für den Anhänger der Christlichen Wissenschaft eine Definition von Politik. Eine gerechte Regierung zu unterstützen heißt die Regierung Gottes zu unterstützen, denn die menschliche Regierung muß sich, wenn sie gerecht sein will, die göttliche zum Vorbild nehmen.

Der Beweggrund vieler wirklich außergewöhnlicher Staatsmänner war gerechtes Gesetz. Sie waren von dem tiefinneren Wunsch erfüllt, ihr Bestes zu tun, um Gott und ihre Mitmenschen zu verstehen und zu lieben. Sie wußten, wie sie sich selbst und das Volk, das sie regierten, vor den Anschlägen erklärter Feinde verteidigen konnten. Männer von Aufrichtigkeit, die zur „Obrigkeit“ gehören und die von unseren Gebeten unterstützt werden, werden wissen, wie und wann sie ihren Gegnern begegnen sollen, aber sie werden mit dem Bösen niemals einen Kompromiß schließen.

Mrs. Eddy schreibt: „Wir sollten unsere Feinde lieben und ihnen von der Grundlage der Goldenen Regel aus helfen; aber wir sollten es vermeiden, denen Perlen vorzuwerfen, die sie mit den Füßen zertreten und dadurch sich und andere berauben.“ Wissenschaft und Gesundheit, S. 234.

Wenn Sie mehr Inhalte wie diese erforschen möchten, können Sie sich für wöchentliche Herold-Nachrichten anmelden. Sie erhalten Artikel, Audioaufnahmen und Ankündigungen direkt per WhatsApp oder E-Mail. 

Anmelden

Mehr aus dieser Ausgabe / August 1968

  

Die Mission des Herolds

„... die allumfassende Wirksamkeit und Verfügbarkeit der Wahrheit zu verkünden ...“

                                                                                                                            Mary Baker Eddy

Nähere Informationen über den Herold und seine Mission.