Christus, die wahre Idee Gottes, heilt. Demut ist die offene Tür, durch die diese wahre, geistige Idee in das menschliche Bewußtsein Einlaß findet. Wenn die Tür offen ist und der Christus hereinkommt, verschwindet Krankheit oder Disharmonie.
Der Christus zeigt, daß Gott das einzige Leben, die einzige Wahrheit oder Liebe, das einzige Gemüt des Menschen ist. Diese geistige Idee ist im menschlichen Bewußtsein immer wirksam und tut allen das Wesen des göttlichen Gemüts kund. Aber der menschliche Egoismus klammert sich an einen begrenzten, materiellen Begriff von Leben und Gemüt, bis der Appell des Christus oder die Leiden des Fleisches den einzelnen demütig werden lassen.
Wenn Krankheit oder Disharmonie auftritt, so ist dies ein Zeichen dafür, daß irgendeine Phase der materiellen Annahme zerstört werden muß.
Krankheit und Disharmonie bestehen an sich aus derselben falschen Annahme, die behauptet, daß die Individualität nicht von Gott ausgehe, nicht vom göttlichen Gemüt regiert werde, sondern ein eigenes Gemüt und Leben, eine eigene Wahrheit und Liebe habe. Wenn wir krank oder in Schwierigkeiten sind, muß diese Annahme dem göttlichen Gemüt weichen. Was wir als für unser Leben wichtig ansehen, muß vielleicht dem Raum geben, was für das göttliche Leben wichtig ist. Was wir lieben, und unsere Art zu lieben, muß vielleicht durch einen mehr geistigen, mehr christusgemäßen Begriff, in dem die göttliche Liebe Alles ist, ersetzt werden.
Christus Jesus sagte: „Wer sich selbst erniedrigt, der soll erhöht werden.“ Luk. 14:11. Wenn wir demütig zugeben, wie wenig wir von dem Unendlichen wirklich wissen, öffnet sich für uns der Weg, etwas über die grenzenlosen Möglichkeiten des Gemüts zu lernen — über unser eigenes grenzenloses Leben, unsere eigene glorreiche Wahrheit und ewige Liebe. Die daraus resultierende Heilung ist ein Schritt zur Erkenntnis unseres erhabenen Wesens als Kinder des einen Gemüts.
