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WENN DU GLAUBST, DU LIEBST DEINE ELTERN NICHT

Aus der Juli 1974-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


Warst du schon einmal böse auf deine Eltern? So sehr, daß du gedacht hast, sie haben dich anscheinend nicht wirklich lieb?

Es ist noch nicht sehr lange her, da ging es mir tatsächlich so. Meine Eltern glaubten, ich hätte etwas getan, was ich nicht hätte tun sollen, und schickten mich in mein Zimmer. Wie ich dort saß, kamen mir einige ziemlich unfreundliche Gedanken über sie, und ich sagte ihnen im stillen meine Meinung.

Nach einer Weile kam meine Mutter herein, um mit mir zu sprechen. Ich wollte nicht mit ihr sprechen, aber sie redete trotzdem. Sie sagte mir, daß ich sehr gut sei, weil Gott mich so erschaffen habe. Ich schaute sie nur an und dachte: „Wenn sie glaubt, ich bin so gut, warum hat sie mich dann in mein Zimmer geschickt?“ Aber dann fügte sie hinzu, daß manchmal mein Verhalten nicht gut sei und daß ich mich so benehmen müsse, daß meine Taten mit dem Guten übereinstimmten, das mein wirkliches Ich sei. Sie redete noch ein bißchen weiter und sagte, daß sie mich liebhabe und daß sie überzeugt sei, daß ich sie und meinen Vater liebhätte.

Ich konnte es nicht mehr aushalten. „Mir ist im Augenblick nicht danach, euch liebzuhaben“, sagte ich.

„Nun“, sagte meine Mutter, „vielleicht gefällt dir unser Verhalten nicht. Eine Ausüberin der Christlichen Wissenschaft sagte einmal zu mir, daß ich jemand anderem keine größere Liebe erzeigen könnte, als wenn ich die Wahrheit über ihn wüßte. Wenn du dich nicht richtig benimmst, kann ich dich immer noch liebhaben, weil ich weiß, daß du Gottes Kind bist — vollkommen und gut. Ich möchte nun, daß du noch zehn Minuten in deinem Zimmer bleibst und über deine Eltern nachdenkst und darüber, was die Wahrheit ist.“

Als sie die Tür zumachte, glaubte ich nicht, daß ich das tun würde. Aber dann kam mir einiges von dem in den Sinn, was ich gelernt hatte, wie: „Gott ist Liebe“ 1. Joh. 4:16; und: „Gott ist unser Vater und unsere Mutter.“

Mein Exemplar von Wissenschaft und Gesundheit lag auf dem Nachttisch neben meinem Bett, und ich fand die Stelle, wo Mrs. Eddy das Wort „Mutter“ erklärt: „Gott; göttliches und ewiges Prinzip; Leben, Wahrheit und Liebe.“ Wissenschaft und Gesundheit, S. 592; Ich fand auch die Erklärung für „Vater“: „Ewiges Leben; das eine Gemüt; das göttliche Prinzip, allgemein Gott genannt.“ ebd., S. 586;

Dann wurde mir klar, daß unsere menschlichen Eltern Gottes Liebe zu uns ausdrücken, wenn sie uns liebhaben. Deshalb können sie uns unter allen Umständen lieben.

Mir kam noch ein anderer Gedanke. „Auch ich bringe immer Gottes Liebe zum Ausdruck, und wenn ich Gott liebe, liebe ich meine Eltern.“ Bald war ich wieder glücklich und zufrieden. Als die zehn Minuten um waren, ging ich hinunter und sagte meiner Mutter, daß ich sie wirklich liebhätte.

Ich erzählte ihr, daß mir einige Worte aus Mrs. Eddys Lied „Christus meine Zuflucht“ in den Sinn gekommen waren:

Auf sturmbewegter Meeresflut
Seh’ Christus ich;
Erbarmungsvoll, mit mildem Wort
Er nahet sich.Liederbuch der Christlichen Wissenschaft, Nr. 256;

Ich hatte das Gefühl, der Christus spricht zu einem, wenn man betrübt oder verärgert ist, und sagt einem, daß man seine Eltern lieben und ehren soll.

Ich schlug das Wort „ehren“ im Wörterbuch nach. Es bedeutet achten, gehorchen und höflich sein. Ich dachte an eines der Zehn Gebote: „Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.“ 2. Mose 20:12. Wenn du gut bist, ehrst du deinen Vater und deine Mutter. Und in Wirklichkeit ehrst du auch Gott.

Wenn du also etwas Gehässiges über jemanden denkst, erinnere dich daran, ihn zu lieben und zu ehren. Du wirst Erfolg haben! Auch wenn er sich nicht gleich zeigt, so wird doch schließlich alles gut. Laß den Irrtum nicht ein! Ich denke gern an die folgenden Worte aus demselben Lied von Mary Baker Eddy:

O laß mich täglich Gutes tun
Für sie, für Dich,
Ein Opfer reiner Lieb’, zu dem
Gott führet mich!

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