Die Pause ist eines der hilfreichsten Mittel für den Leser. Sie hilft ihm, Satzteile zu gliedern und Wörter zu einer Bedeutungseinheit zu verbinden. Nicht die Interpunktion, sondern der Zusammenhang bestimmt, wann eine Pause gemacht wird.
Die Pause ist auch eines unserer Mittel, eine wesentliche Aussage zu betonen — eine Pause davor und/oder danach hebt sie hervor. Im Johannesevangelium 9:7: „Da ging er hin und wusch sich und kam sehend“ betont z. B. eine Pause vor „sehend“ die Heilung.
Durch eine Pause kann man auch auf Veränderungen hinweisen — auf einen Wechsel bezüglich der Zeit, des Ortes, der Personen oder der Umstände — oder auf einen Übergang von der Erzählung zur direkten Rede oder umgekehrt. Im Lukasevangelium 15:24, 25 heißt es: „... er war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein. Aber der ältere Sohn war auf dem Felde...“ Eine etwas längere Pause nach „und ist gefunden worden“ macht den Hörer auf den Übergang von der direkten Rede zu der sich daran anschließenden Erzählung aufmerksam. Ferner, eine Pause nach „und sie fingen an, fröhlich zu sein“ lenkt das Augenmerk vom jüngeren auf den älteren Sohn und vom Haus auf das Feld. Signalisiert eine Pause einen Wechsel dieser Art, ist sie ein wichtiger vorbereitender Schritt, denn dadurch können sich sowohl Leser wie Zuhörer auf einen neuen Gedanken einstellen.