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Die Unverletzlichkeit des geistigen Seins

Aus der Februar 1996-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


Eines Abends Musste ich noch einmal auf die Straße gehen, um mein Auto näher am Haus zu parken. Es war schon dunkel. Ich rannte etwas und trat dabei vom Bürgersteig auf den Fahrdamm — und in ein tieferes Loch, das bei Straßenbauarbeiten am gleichen Tag entstanden war. Mein Fuß knickte um, und ich fühlte einen starken Schmerz. Trotz der Verletzung setzte ich meinen Weg fort, wobei ich mit dem besagten Fuß immer nur ganz kurz den Boden berührte.

Meine Gedanken wandten sich sofort Gott zu, und ich betete: Hier ist Gott. Gott schützt und führt. Er ist der Wirkende und allein Handelnde, und ich bin das Kind Seiner Obhut.

Der Schmerz wollte mich überwältigen und mir die Klarheit meines Denkens rauben. Ich beharrte aber unerbittlich darauf, daß Schmerzen nicht zum geistigen Sein gehören und daß das geistige Sein unser einziges Dasein ist. Dieses Gebet war ein kurzer Dialog in mir, und die geistige Wahrheit war stärker als die Furcht und die Beschwerden.

Inzwischen hatte ich mein Auto erreicht. Ich konnte mich hineinsetzen, es starten und vor das Haus fahren. Als ich die Haustür aufschloß, fühlte ich ganz plötzlich, daß die Schmerzen verschwunden waren, und zwar total. Es war ein wunderbarer Augenblick.

Später kam mir der Gedanke, daß ich einen geistigen Standpunkt eingenommen und diesen Standpunkt fest und unnachgiebig verteidigt hatte, als ich mich entschloß, meinen Weg zum Auto fortzusetzen, nachdem ich gestolpert war. Gleichzeitig hatte ich zwei weitere wichtige Denkschritte vollzogen, die beide für eine geistige Heilung unentbehrlich sind. Der erste Schritt war das Leugnen, daß das Böse — in diesem Fall der Schmerz — wirklich ist, da es im Reich des Geistes, Gottes, gar nicht existiert. Der zweite Schritt war, daß ich an der Tatsache von der Existenz und Macht Gottes, des universalen Guten, festgehalten hatte.

Wir können diese geistige Verfahrensweise bei allen Problemen anwenden, ganz gleich, ob es sich dabei um Verletzungen oder andere Schwierigkeiten handelt. Die Herausforderungen können zwar manchmal sehr schwer zu überwinden sein. Aber durch Gottes Liebe haben wir Macht über alles, was uns einreden möchte, daß wir materielle Wesen seien anstatt Seine geistigen Kinder. Jeder gute Gedanke, der der Liebe zu Gott und dem Menschen entspringt, ist wirksam. Wie Christus Jesus bewies, wenden wir uns nie umsonst an die geistige Wahrheit.

Wenn uns zum Beispiel das Verhalten anderer Menschen mit Enttäuschung und Entsetzen erfüllt und wenn die Anforderungen, die an uns gestellt werden, untragbar erscheinen, dann sollten wir den Blick geduldig auf Gott und Seine Gegenwart in unserem Leben richten. Wir können Schönheit, Liebe, Reinheit und Integrität — die Attribute Gottes — im Denken aufrechterhalten und danach streben, diese Eigenschaften auszudrücken. Diesem Licht kann letzten Endes kein Schatten standhalten, und so finden wir den ersehnten Frieden.

Wir erkennen die Beständigkeit des Guten klarer, wenn unser Vertrauen auf Gott stark genug ist. Aber wir müssen wachsam sein! Die Gedanken, die wir denken, bestimmen zum Großteil unser Leben; ebenso unsere Motive und Ziele. Wir müssen daher sehr achtgeben, mit welchen Gedanken wir uns beschäftigen, welche Gespräche wir führen und welche Entscheidungen wir treffen.

Wenn etwas mit unserer Gesundheit, Familie oder Arbeit nicht in Ordnung ist, dann sollten wir wissen: In Gottes Reich herrscht Ordnung und Liebe, und wir können in Wahrheit nicht von Ihm getrennt werden. In keinem Fall dürfen wir hassen oder gehässig sein. Das Denken, das arm an Liebe ist, leitet in eine Sackgasse, aus welcher oft ein schmerzlicher Weg herausführt. Es bringt uns Gott, der Liebe, nicht näher.

Wenn wir uns in unserem Leben an der Geistigkeit orientieren, werden wir geheilt aus unseren Situationen hervorgehen.

Mary Baker Eddy, die Entdeckerin und Gründerin der Christlichen WissenschaftEinb., S. 11., schreibt in ihrem Buch Die Einheit des Guten: „Jesus lehrte uns, über die Ströme der Materie oder des sterblichen Gemüts hinwegzuwandeln, nicht in sie hineinzugehen noch mit ihnen zu treiben.“ Ps 23:4. Böse Gedanken, die aus boshaften Motiven entstehen und sich gegen uns richten, können uns nicht schaden, ja nicht einmal berühren, wenn festes Vertrauen auf den geistigen Schutz, ernste Entschlüsse und beständige Wachsamkeit das Bewußtsein ausfüllen. Wir sind wachsam, aber nicht aus Furcht, sondern weil wir uns von dem falschen Anspruch des Bösen auf Wirklichkeit abwenden, hin zur Realität der Liebe Gottes. Dieses Vorgehen half mir bei meinem verletzten Fuß.

Der Psalmist weist uns an, auf Gottes Fürsorge zu vertrauen, wenn er schreibt: „Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir.“ Christian Science (kr´istjen s´aiens) Lieblosigkeit und Haß — jegliche Form des Bösen — haben keine Macht vor Gott, der Wahrheit.

Durch unser Studium der Christlichen Wissenschaft lernen wir, daß Gott voll Zartheit ist. Wenn wir uns in unserem Leben an der Geistigkeit orientieren, treiben wir nicht in den Strudeln des materiellen Denkens, seiner Verworrenheit, Aussichtslosigkeit und seinen Gefahren. Statt dessen werden wir geheilt aus unseren Situationen hervorgehen, durch das Heil unseres Gottes.

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