In Meinem Zweiten Studienjahr mußte ich einen Kurs über die westliche Zivilisation belegen. Der Professor lehrte in seinen Vorlesungen, daß die Zivilisation mit Abrahams Anbetung des einen Gottes ihren Anfang nahm. Anschließend behandelte er die Geschichte der großen Religionen und wandte sich auch den weniger bekannten zu.
Als er über die Christliche Wissenschaft sprach, erwähnte er, daß sie Gott als eine heilende Macht anerkennt. Mehr sagte er nicht; statt dessen schlug er vor, wir sollten selbst nachforschen, wenn wir mehr wissen wollten. Das war die letzte Vorlesung an jenem Vormittag. Beim Mittagessen unterhielten sich einige Studenten über das, was der Professor gesagt hatte. Keiner hatte je von der Christlichen Wissenschaft gehört.
Damals arbeitete ich nebenbei, um Geld für mein Studium zu verdienen. Es war eine verantwortungsvolle Stellung, und ich mußte oft bis spät abends arbeiten. Ich konnte mich wenig ausruhen. Einige Tage nach der Vorlesung bekam ich große Schmerzen im Rücken und in den Beinen — sie waren so stark, daß ich zum Arzt ging. Dieser verschrieb einige Medikamente, die jedoch nicht halfen. Dann schlug er vor, ich solle Krankengymnastik machen, doch das half auch nicht. Ich holte einen zweiten Befund von einem anderen Arzt ein, der eine strenge Diät verschrieb. Nach einigen Wochen fragte ich ihn, welche Alternativen es gebe. Er empfahl mir, den Ischiasnerv operieren zu lassen, warnte mich aber, daß ich dabei lebenslange Lähmungen davontragen könnte.
Ich ging nach Hause und legte mich aufs Bett. Die Ereignisse der vergangenen Monate gingen mir immer wieder durch den Kopf. Die Schmerzen und der trostlose Ausblick auf die Zukunft ließen mich fast verzweifeln, und ich zog ernsthaft Selbstmord in Betracht.
Dann stand ich auf und beschloß, mich durch Lesen abzulenken. Das Regal stand nahebei, und ich nahm das erstbeste Buch zur Hand. Es handelte vom Gemütsheilen (und enthielt Plagiate der Christlichen Wissenschaft, wie ich später feststellte). Durch das Lesen darin fand ich etwas Erleichterung, doch es warf auch einige Fragen auf. Zum Beispiel enthielt es ritualistische Formeln. So legte ich es beiseite.
Am nächsten Tag erinnerte ich mich auf der Arbeit an das, was mein Professor über die Christliche Wissenschaft gesagt hatte, und fragte einen Kollegen, ob er je davon gehört hätte. Er sagte ja und beschrieb den Weg zu einem Leseraum in der Nähe. Auf meinen Krückstock gestützt, ging ich hin, so schnell ich konnte. Die Leseraumbibliothekarin begrüßte mich und erklärte mir, daß unzählige Menschen durch das Lesen des Lehrbuchs der Christlichen Wissenschaft, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy, geheilt worden sind. Ich kaufte das Buch und eilte nach Hause.
Nach dem Essen legte ich mich hin und fing an zu lesen. Als ich bei Seite 14 angekommen war, hielt ich inne und las folgende Stelle noch einmal: „Werde dir einen einzigen Augenblick bewußt, daß Leben und Intelligenz rein geistig sind — weder in noch von der Materie —, und der Körper wird keine Klagen äußern. Wenn du an einer Annahme von Krankheit leidest, wirst du entdecken, daß du augenblicks gesund bist.“ Ich las diese Sätze so oft, daß ich sie bald auswendig wußte, und dachte darüber nach, bis ich feststellte, daß die Schmerzen nachließen. Ich las bis spät nachts in dem Buch und zwang mich wachzubleiben.
Am Morgen waren die Schemerzen vollständig verschwunden. Ich stand auf und warf alle Medikamente und die Geräte für die Krankengymnastik fort, denn ich war völlig geheilt. Dies geschah vor längerer Zeit, und diese Krankheit ist nie wieder aufgetreten.
Klingt das unglaublich? Mir kam es erst unglaublich vor. Doch allein die Tatsache, daß ich mich bücken konnte, um meine Schuhe zuzubinden, brachte mir täglich in Erinnerung, daß es stimmte, was der Professor gesagt hatte: Die Christlichen Wissenschafter beten einen Gott an, der eine heilende Macht ist.
Das tägliche Studium des Lehrbuchs ist für mich nach wie vor ein Lebensretter, wie es das auch für so viele andere seit über hundert Jahren gewesen ist. Es enthält die Lösung für jedes Problem, sei es körperlicher, finanzieller, zwischenmenschlicher, geschäftlicher oder sonstiger Natur. Das beste Geschenk, das ich Verwandten, Freunden und Bekannten je machen konnte, ist das Buch Wissenschaft und Gesundheit.
Portland, Oregon, USA
