
Editorials
Die Christliche Wissenschaft gründet ihre Folgerung, daß die menschlichen Leiden unwirklich sind, auf die offenbarte Wahrheit, daß G ott das unendliche Gute ist und daß das Böse und die Disharmonie nicht einem guten G ott entstammen können. Daher nimmt sie den festen Standpunkt ein, daß die sterbliche Existenz ein selbstgeschaffener hypnotischer Traum ist, der sich selbst mit seinen eignen Wahngebilden bevölkert — ein Traum, der von der Wissenschaft verscheucht wird.
Wenn die Christliche Wissenschaft wissenschaftlich demonstriert werden soll, so muß jeder Punkt ihrer Lehren in verständnisvoller Weise in Betracht gezogen werden; denn jeder Punkt, der klar verstanden wird, hilft dem Wissenschafter, durch die Heilung zu beweisen, daß es sich hierbei nur um geistige Tatsachen handelt und ein unwandelbares geistiges Gesetz. Da die Menschen glauben, daß sie in einer Welt der Materie und in materiellen Körpern leben, haben ihre sogenannten wissenschaftlichen Studien und Untersuchungen sie gänzlich von der großen geistigen Tatsache abgelenkt, die ihnen, wenn sie erfaßt wird, das Verständnis von der Wirklichkeit und von ihrem wahren, vollkommenen Sein bringt.
Der Zweck der Christlichen Wissenschaft ist nicht nur, die Liebe als Mittel und Methode zu benutzen, um der Menschheit Harmonie zu bringen, sondern die Allheit der göttlichen L iebe zu beweisen. Nur ein G ott, der die L iebe ist, konnte ein vollkommenes Menschentum und ein geistiges Weltall hervorbringen.
Im Handbuch Der Mutterkirche gibt unsere Führerin Mary Baker Eddy eine bestimmte Regel, die den Gebrauch von schriftlichen Formeln als Hilfsmittel beim Unterricht und der Anwendung der Christlichen Wissenschaft verbietet. Unter der Überschrift „Formeln verboten“ schreibt sie unter anderem (Art.
In ihrem Lehrbuch „Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift“ erwähnt Mary Baker Eddy die unendliche Berechnung des G eistes (siehe S. 209), und zweifellos gebraucht sie diesen Ausdruck, um das Denken über den Begriff der Endlichkeit zu der Erkenntnis des absoluten, unbeschränkten und unbegrenzten Wesens G ottes, des P rinzips und seiner Idee, zu erheben.
„Alle Geschichte ist eine Bibel. “ Diese Worte von Thomas Carlyle bringen eine große Wahrheit zum Ausdruck.
Behandlung kann in der Christlichen Wissenschaft in sehr weitem Sinne ausgelegt werden. Ihr beiläufiger Zweck ist, die Sünde zu zerstören, den Leidenden Erleichterung zu schaffen und Harmonie in die menschlichen Angelegenheiten zu bringen.
Als das Wunder und die Herrlichkeit des Christus in seiner unbegrenzten Anwendbarkeit auf die Nöte der Menschheit ihrem geistigen und empfänglichen Bewußtsein aufdämmerten, hegte Mary Baker Eddy die sehnliche Hoffnung, daß ihre Offenbarung und Entdeckung sofort und allgemein angenommen werden würde. Sie erkannte jedoch gar bald, daß die hartnäckigen und tief eingewurzelten materiellen Annahmen der menschlichen Wesen, sowohl individuell wie kollektiv, dem entgegenstanden, und daß die erlösende Wirksamkeit des Christus allmählich und gradweise kommen mußte und nur gemäß der geistigen Aufnahmefähigkeit des Einzelmenschen regiert und zugemessen werden konnte.
Die Christliche Wissenschaft ist wirksam als Heilverfahren, denn sie sucht den göttlichen Beistand und findet ihn. Nichts kann der Kraft der Gottheit gleichkommen, dem Leidenden Erleichterung zu bringen; und die göttliche Wissenschaft benutzt die unendliche Liebe G ottes zu Seiner Schöpfung, um menschliche Furcht und Beschwerde aller Art zu heilen.
Ist es nicht beachtenswert, daß Jesus, als er das große Gebet betete, das wir im 17. Kapitel des Johannesevangeliums finden, damit begann, den Christus, den Sohn G ottes, zu verherrlichen? Wir lesen: „Solches redete Jesus, und hob seine Augen auf gen Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist da, daß du deinen Sohn verklärest, auf daß dich dein Sohn auch verkläre.