
Editorials
Das Verlangen nach Fortschritt ist jedem menschlichen Wesen eigen. Diesem Verlangen liegt eine göttliche Wirklichkeit zugrunde, die geistige Wahrheit, daß der Mensch in seinem einzigen wahren Sein niemals von einem Zustand der Vollkommenheit herabgesunken ist, sondern daß er als die unendliche Idee G ottes immerdar alle Eigenschaften und Attribute des göttlichen G emüts, der einen in sich selbst existierenden Ursache, widerspiegelt.
Die Christliche Wissenschaft verkündet ein einziges göttliches G emüt, einen Christus, einen göttlichen Einfluß. Dieser Einfluß offenbart unfehlbare Weisheit, unwandelbare Herrschaft und wird von „mitfolgenden Zeichen“ begleitet.
Als Christus Jesus sagte (Joh. 6:63): „Der Geist ist es, der da lebendig macht“, sprach er in der Gegenwart, womit er wohl andeuten wollte, daß die lebenspendende und schöpferische Wirkung G ottes, des G eistes, eine fortgesetzte Tätigkeit ist.
Wenn jemand das Studium der Christlichen Wissenschaft aufnimmt, so mag er anfangs wenig mehr als ein Leser sein, der sich hauptsächlich dafür interessiert, den Buchstaben dieser Lehre verstehen zu lernen. Denn hier werden ihm neue und sehr absolute Begriffe von G ott, dem Menschen und dem Weltall dargelegt, Begriffe, die vielleicht grundverschieden sind von allem, was er bisher geglaubt hat, und überhaupt von den Glaubenslehren vieler anderer Religionen.
Aus der Heiligen Schriften können wir gar vieles über die Ausdehnung des Guten erfahren. Die Bäume, die da Frucht tragen und ihren eigenen Samen bei sich selbst haben; der Sauerteig, der den ganzen Teig ausdehnt; das Wachstum des Senfkorns; die Heiden, die da selig werden, und ihre Herrlichkeit in die vom Lichte G ottes erleuchtete Stadt bringen, in das unsterbliche Bewußtsein — sie alle deuten hin auf die Vitalität des Guten, die Lebenskraft, die allem innewohnt, das von G ott ausgeht, um das unendliche Wesen seines göttlichen P rinzips auszudrücken.
Wir brauchen Licht, und mehr Licht, um richtig sehen zu können. Der Prediger sagte (Sprüche 29:18): „Wo keine Weissagung ist, wird das Volk wild und wüst.
Geistiges Denken führt jeden klaren Denker zu der Erkenntnis, daß hoch erhaben über den widersprechenden Meinungen und mentalen Bildern der materiellen Sinne das Gesetz und der Wille G ottes, des göttlichen P rinzips, jede Einzelheit des wahren Seins in Harmonie und Ordnung erhält. Das Studium der Christlichen Wissenschaft erweckt unser Bewußtsein zur Erkenntnis dieser unumstößlichen Tatsache.
Wenn wir uns rückhaltlos an G ott wenden, so wird unsre Notdurft gestillt, — nicht nur vielleicht gestillt, sondern wirklich gestillt, mit regelmäßiger und unvermeidlicher Sicherheit. Wenn unsre Notdurft nicht gestillt wird, so ist dies ein untrügliches Anzeichen dafür, daß entweder das scheinbare Bedürfnis nicht wirklich notwendig ist, oder daß das sterbliche Gemüt, oder vielmehr das Gemüt eines Sterblichen, sich noch nicht ganz der W ahrheit ergeben hat, sondern in gewissem Grade noch einen mentalen Vorbehalt beherbergt.
Die Heilige Schrift ist tief metaphysisch. Sie behandelt das göttlich Wirkliche und führt die Logik ihrer lebhaften Darstellungen zu der unfehlbaren Schlußfolgerung, daß alles, was G ott und Seiner vollkommenen Schöpfung widerspricht, unwirklich ist und daher verschwinden muß.
Angesichts der beispiellosen mentalen Unrast, die sich heutzutage im menschlichen Bewußtsein bemerkbar macht, muß es allen denkenden Menschen klar werden, daß wir uns inmitten einer geistigen Chemikalisation befinden. Die komplizierten und unglücklichen Zustände, die überall zu Tage treten, zwingen die Menschen, nicht nur mit Worten sondern auch mit Werken Zuflucht zu nehmen bei einer Macht, die höher ist als der menschliche Daseinsbegriff.