
Editorials
Die Christliche Wissenschaft ist einfach. Ein jeder, der sich ihr zwecks Heilung zuwendet, muß von der einfachen Tatsache ausgehen, daß nämlich G ott den Menschen regiert.
Die Welt sei außer Rand und Band, erklärte Hamlet bei einer bedeutungsvollen Gelegenheit und fortfahrend, beklagte er die Schicksalstücke, die ihn zum Werkzeug ihrer Wiedergeburt ausersehen hatte. Jedoch war Hamlet, wie ihn die Welt heute beurteilt, nicht gerade sehr geeignet, aus dem Wirrwarr neue Ordnung herzustellen und wenn auch nur zwischen Elsinore und Polen.
„ Abermals ist gleich das Himmelreich einem verborgenen Schatz im Acker, welchen ein Mensch fand und verbarg ihn und ging hin vor Freuden über denselben und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker. “ So sprach Jesus, indem er der Welt das Verständnis für den hohen Wert alles Geistigen beizubringen suchte.
Alles Schöne, was das Leben der Apostel, der Märtyrer und der Heiligen uns an Segnungen gebracht hat, ist das Ergebnis des inneren Schauens dieser Männer gewesen. Sie folgten dem göttlichen P rinzip in dem Maße, wie sie es erkannt hatten, und durch diesen Gehorsam offenbarten und reflektierten sie das P rinzip.
Man hört zuweilen die Frage: Was gehört dazu, ein Praktiker der Christlichen Wissenschaft zu sein? Die Frage könnte lauten: Was gehört dazu, ein Christlicher Wissenschafter zu sein; denn wie könnte man ein Christlicher Wissenschafter sein, ohne die Christliche Wissenschaft zu praktizieren oder auszuüben? Wer die Tatsache erkannt hat, daß die Christliche Wissenschaft die Wissenschaft des Christentums ist, der erkennt auch, daß man, um ein Christ zu sein, ein wissenschaftlicher Christ sein muß, und daß man, um ein wissenschaftlicher Christ zu sein, ein praktischer Christ sein muß; denn man kann die Christliche Wissenschaft nur in dem Grade verstehen, in dem man sie demonstriert. Ein jeder also, der sich der Christlichen Wissenschaft zugewandt hat und ihren Lehren treu zu sein sucht, ist ein Praktiker der Christlichen Wissenschaft geworden.
Den Erfahrungen der Praktiker nach zu urteilen, zu denen die Leidenden kommen, um von der göttlichen Weisheit oder der Christlichen Wissenschaft zu lernen, wie die Menschheit von selbstauferlegten Leiden befreit werden kann, gibt es sehr wenige Menschen, die frei sind von beständiger innerer Aufregung über die Handlungen anderer. Der Mensch glaubt an die Zuverlässigkeit seines eigenen Gemüts und meint, Harmonie sei nur dann möglich, wenn dieses Gemüt regiert.
In jedem menschlichen Herzen regt sich das sehnliche Verlangen, frei zu sein. Jedem Sterblichen ist der Wunsch angeboren, die Fesseln zu sprengen, die ihn ringsumher einschränken und seinen Schritt zum Erfolg hemmen.
„ Was seid ihr hinausgegangen zu sehen?“ fragte Jesus. „Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist denn ein Prophet.
Das Gebet ist ein Gegenstand, den der Christliche Wissenschafter für äußerst wichtig hält. Die christliche Welt hat das Gebet von jeher als das Mittel angesehen, durch welches sich der Mensch bei G ott Gehör verschaffen kann.
Die goldenen Wolken am Abendhimmel, die fernen Inseln im Meer, weit entlegene Jagdgründe — sie all haben dazu gedient, den Ort, wo die Dahingeschiedenen zu finden sind, sinnbildlich darzustellen. Die Lebenden reden von diesen glücklichen Jagdgründen, von diesen gesegneten Inseln, diesen glänzenden Wolken, und lassen dabei ihrer Phantasie in Lied und Sage freien Lauf.