Wir können in ein Geschäft gehen und eine Glühbirne, Kerze, Laterne – eine Lichtquelle – kaufen, doch es ist wichtig, sich bewusst zu sein, dass es keine Möglichkeit gibt, eine „Dunkelheitsquelle“ zu bekommen. Der Grund dafür ist, dass Dunkelheit nichts als die Abwesenheit von Licht ist. Man kann ein Zimmer nur verdunkeln, wenn man das Licht aussperrt oder eine Lichtquelle ausschaltet. Und doch kann Dunkelheit sehr real erscheinen.
Die Welt kann sich häufig sehr dunkel anfühlen, was aber nichts damit zu tun hat, dass das Sonnenlicht nicht zur Erde durchdringt. Viele Menschen ringen mit düsteren Gedanken. Andere glauben vielleicht, dass bestimmte Handlungen und Entscheidungen, die Auswirkungen auf sie haben, einen dunklen Schatten auf alles werfen. Doch Christus Jesus hat seinen Jüngern in seiner Bergpredigt versichert, dass sie das Licht der Welt sind (siehe Matthäus 5:14–16). Und dieses Licht, das durch sie, ihr geistiges Wesen und ihren geistigen Charakter schien, scheint in Wirklichkeit durch jeden Menschen. Wir fragen uns dann vielleicht, wie wir dieses Licht erkennen, erleben und fühlen können, besonders da es, sofern es wirklich präsent ist, jedes Gefühl der Dunkelheit vertreiben sollte.
Der Apostel Paulus beantwortet diese Frage in einem Brief an die Kirche in Korinth (2. Korinther 4:6): „Gott, der das Licht aus der Finsternis hervorleuchten ließ, der hat einen hellen Schein in unsere Herzen gegeben, um uns zu erleuchten mit Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi.“ Zeigt das nicht, dass das Licht, das von Natur aus in allen Menschen vorhanden ist und in Jesus veranschaulicht wurde, der Christus ist?
Mary Baker Eddy, die Entdeckerin der Christus-Wissenschaft, die Jesus seine Jünger gelehrt hat, erklärt in Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift (S. xi): Christus ist „ein göttlicher Einfluss, der im menschlichen Bewusstsein immer gegenwärtig ist“, und erhellt dieses Bewusstsein mit dem Beweis, dass Gott mit uns – Immanuel – ist. An anderer Stelle (ebd., S. vii) bezieht sie sich auf Christus als den „Leitstern des Seins“ und den „Morgenstern der göttlichen Wissenschaft“.
Viele suchen nach diesem Licht, ob sie sich dessen bewusst sind oder nicht. Wenn wir uns danach sehnen, dieses leitende Licht zu erleben, das die Dunkelheit vertreibt, können wir uns auf das christliche Vorbild von Jesus stützen, und es ist wichtig, bereit zu sein, diesem Vorbild zu folgen. Jesus zeigt uns – seinen Nachfolgerinnen und Nachfolgern – in der Bibel, wie man so liebt, wie er geliebt hat, und wie man die Werke tut, die er uns aufgetragen hat.
In dem Maße, wie wir ein geistigeres Verständnis von Gott erlangen, verstehen wir besser, wer wir als Gottes geistige Schöpfung sind. Das ist kein sinnloser, vergeblicher Kampf, sondern ein Vorgehen, das praktische Auswirkungen hat und Früchte trägt. Dank eines gezielten Studiums in der Bibel und geistiger Wachsamkeit haben wir die notwendigen Werkzeuge, um dieses geistige Verständnis zu erreichen. Viele von uns stellen außerdem fest, dass Gehorsam und ein Befolgen der in der Christlichen Wissenschaft gelehrten Regeln unverzichtbar für geistiges Wachstum und praktischen Fortschritt sind.
Mit dem Christus-Licht zu leuchten hat nichts damit zu tun, im Rampenlicht oder Mittelpunkt zu stehen, die Aufmerksamkeit aller auf sich gerichtet zu haben oder mit anderen darum zu konkurrieren, bemerkt zu werden, im Fokus zu stehen oder einen gewissen Berühmtheitsgrad oder Ruf zu erlangen. Es hat auch nichts mit menschlicher Persönlichkeit zu tun. Vielmehr geht es um die Freude, die geistigen Qualitäten zum Ausdruck zu bringen, die wir alle als Gottes Ideen ganz natürlich und einzigartig widerspiegeln. Diese Christus-Qualitäten sind gut und immer präsent.
Die Christliche Wissenschaft erklärt dies, indem sie metaphorisch Gott als die Sonne, Christus als das vollständige Licht der Sonne und alle Menschen als einzelne Sonnenstrahlen beschreibt (siehe Mary Baker Eddy, Die Erste Kirche Christi, Wissenschaftler, und Verschiedenes, S. 344). Wir brauchen dieses Christus-Licht nicht erst zu erzeugen, damit wir zu dem einzigartigen und benötigten Lichtstrahl werden, der wir sind. Es ist ein natürlicher Bestandteil von uns. Wir werden uns des Lichts besser bewusst durch gottgegebene Inspiration, indem wir dem echten Verlangen nachgehen, Christus und das, was er für uns und die ganze Menschheit bedeutet, zu verstehen, und bereit sind, die Wissenschaft, die dieses Wissen praktisch umsetzbar macht, zu erforschen. Gott, das göttliche Gemüt, verteilt Inspiration nicht je nachdem, ob wir als würdig oder unwürdig erachtet werden. Noch ist sie ein persönlicher Besitz. Das Denken wird erhellt, wenn wir empfänglich für die Christus-Botschaften und geistigen Ideen sind, die Gott uns ständig zukommen lässt.
Jesus hat kategorisch gesagt, dass alle, die seinem Christus-Beispiel folgen, das Licht der Welt sind. Und Jesus hat uns nahegelegt, unser Licht leuchten zu lassen. Wie können wir das tun? Unsere wahre, natürliche Natur leuchten zu lassen bedeutet nicht nur, auf die guten Gedanken zu lauschen, die von Gott kommen, sondern sie in uns einzulassen und ihnen Folge zu leisten. Das kann manchmal Überwindung kosten, doch je mehr Erfolg wir darin haben, das Gute zu wählen, desto schneller erkennen wir es. Und wenn wir die Vorteile kennen, die damit einhergehen, dieses natürliche Licht leuchten zu lassen, werden wir dem Christus bereitwilliger folgen. Die Christliche Wissenschaft befähigt uns zu erkennen, dass wir das Christus-Licht leuchten lassen, und zeigt uns, wie wir beweisen können, dass dieses Verständnis die Dunkelheit wirksam vertreiben kann.
Seit mehr als hundertfünfzig Jahren beweisen Menschen konstant, dass die in Wissenschaft und Gesundheit ausgeführten Regeln dieser Wissenschaft des Christus-Heilens wirksam sind. Das Buch eröffnet uns nicht nur den geistigen Wert der Bibel, sondern die darin enthaltenen Ideen führen, wenn sie verstanden werden, zu Heilung. Die Wissenschaft des Christus steht allen, die sie lernen und praktizieren wollen, offen und zur freien Verfügung. Wir lesen im Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft (Wissenschaft und Gesundheit, S. 332): „Christus ist die wahre Idee, die das Gute verkündet, die göttliche Botschaft von Gott an die Menschen, die zum menschlichen Bewusstsein spricht.“ Wenn wir demütig lauschen, wird Gott dafür sorgen, dass wir Ihn auch hören.
Jesus versichert uns, dass diejenigen, die seinem Christus-Beispiel folgen, nicht in der Finsternis gehen. In Philipper 2:15 mahnt uns der Apostel Paulus, dass wir als Gottes Kinder als Lichter in der Welt scheinen sollen, selbst inmitten von Menschen, die er als verirrt und verdorben bezeichnet. Lassen Sie uns daran denken, dass die Fähigkeit, ein Sonnenstrahl zu sein, der das Licht der dauerhaft scheinenden Sonne weitergibt, nicht mit Mühe verbunden ist. Wir leuchten als der einzigartige Sonnenstrahl – der einzigartige Ausdruck Gottes –, weil wir gar nicht anders können. Lassen Sie Ihr Licht also heute leuchten.
Moji George
Mitglied des Vorstands der Christlichen Wissenschaft
