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Original im Internet

Ist Heilung möglich?

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 14. Mai 2026


Diese Frage haben schon viele gestellt. Die Psychiatrie lehrt, dass Heilung von der Funktion und dem Zustand des Gehirns abhängt. In der Psychologie könnte die Antwort so aussehen, dass Beziehungen geheilt werden können, doch nur, wenn beide Seiten zu einer Änderung bereit sind. Die Schulmedizin gründet ihre Antwort auf Daten, Erfahrungen und Prognosen. Doch wie beantwortet die Christliche Wissenschaft diese Frage?

Christus Jesus, dessen Leben und Lehren die Grundlage für das Christentum schafften, lieferte die Antwort durch seine Werke. Seine Heilungen der Blinden, Kranken und sogar der Sündigen zeigen, dass Heilung auf rein geistigem Weg möglich ist. Nur einmal musste er einen Patienten zweimal geistig behandeln (siehe Markus 8:25), und es gibt nur einen Ort – seine Heimatstadt, Nazareth –, an dem Jesus „wegen ihres Unglaubens“ nicht viele Wunder tat (Matthäus 13:58). Letzteres zeigt, wie wichtig unser Denken in Bezug auf Heilung ist.

Wir müssen offen dafür sein, geheilt zu werden. Bevor Jesus einen Mann am Teich von Bethesda heilte, stellte er ihm diese grundlegende Frage (Johannes 5:6): „Willst du gesund werden?“ Unsere erste Reaktion, wenn wir eine Heilung anstreben, ist oft: „Ja, ich will gesund werden! Ich will wiederhergestellt werden! Ich will aktiv, bewegungsfähig, gesund sein.“ Doch auch das müssen wir bedenken: „Bin ich bereit, mein Denken, meine Wünsche und mein Handeln zu verbessern? Bin ich bereit, falsche Überzeugungen aufzugeben – selbst wenn das bedeutet, meinen Charakter zu ändern?“

Mary Baker Eddy schreibt in ihrem Buch Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift (S. 147): „Gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts demonstrierte ich die göttlichen Regeln der Christlichen Wissenschaft. Sie wurden der weitestreichenden praktischen Prüfung unterzogen und überall dort, wo sie ehrlich angewandt wurden, und unter Umständen, unter denen die Demonstration menschlich möglich war, hat diese Wissenschaft gezeigt, dass Wahrheit nichts von ihrer göttlichen und heilenden Wirksamkeit eingebüßt hat, obwohl Jahrhunderte vergangen sind, seit Jesus diese Regeln auf den Hügeln Judäas und in den Tälern Galiläas betätigt hat.“

Eine ehrliche Anwendung der göttlichen Regeln der Christlichen Wissenschaft erfordert ein offenes und ehrliches Herz – ein Herz, das darauf gerichtet ist, im Alltag christlicher zu handeln, geistiger zu denken und gottähnliche Eigenschaften wie Ehrlichkeit, Selbstlosigkeit, Bescheidenheit, Freundlichkeit, Vergebung usw. zum Ausdruck zu bringen. Solch ein Herz schließt die Bereitschaft ein, materielle Denkmodelle zu hinterfragen, die uns davon abhalten, unser wahres Selbst als Gottes Kind zu beweisen. Solch ein Herz, das bestrebt ist, seine Einheit mit Gott zu erkennen, lässt zu, dass Christus, die wahre Idee von Gott, uns offenbart, was erforderlich ist, um so berichtigt zu werden, dass eine Heilung eintreten kann. Es ist nötig, den geistigen Sinn – das inspirierte Wort – der Bibel zu studieren, doch unsere Offenheit für den Geist Christi in uns ist das, was Heilung möglich macht.

Ein ehrliches Herz verfolgt nichts als geistige Wirklichkeit, und zwar demütig und hingebungsvoll. Diese Aussage im Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft ist enorm tröstlich (Wissenschaft und Gesundheit, S. 199): „Die Hingabe des Denkens an eine ehrliche große Leistung macht diese Leistung möglich.“ Das versichert uns, dass unser Einsatz erfolgreich sein wird, wenn wir unser Denken auf die ehrliche große Leistung richten, Gott zu kennen und Heilung zu erlangen. 

Die sichtbaren Auswirkungen unserer Hingabe des Denkens beweisen, dass die Christliche Wissenschaft anwendbar und beweisbar ist. Wir können uns fragen: „Habe ich mein ganzes Herz – mein gesamtes Denken, Leben und Sein – darauf gerichtet, Gott besser zu verstehen? Oder rechtfertige ich mein Vorgehen und bin nicht bereit, eine Änderung vorzunehmen? Klammere ich mich an den körperlichen Augenschein und meine, das falsche Konzept irgendwie im Zaum halten zu können?“ Das sind ehrliche Fragen. Beantworten wir sie ehrlich, dann betreten wir den Weg, der zu Heilung führt.

Wodurch wird Heilung durch Gebet möglich? Indem wir aufhören zu planen, eigene Vorstellungen zu haben, uns auf uns selbst zu verlassen und unserem eigenen Willen zu folgen und uns stattdessen ausschließlich darauf verlassen, dass Gott den Weg durch Turbulenzen weisen wird. Schwierige Umstände erfordern nicht, dass wir uns materiellen Theorien über eine Heilung zuwenden, denn Heilung bedeutet, sich vollständig und unvoreingenommen Gott und Seiner Macht zu unterstellen und die alten Denkmuster abzulegen – indem man Angst, Rache, Hass usw. besiegt. Wenn wir unser Denken für die Macht des Christus, der Wahrheit, öffnen, lassen wir bereitwillig geistige Ideen ein, die zu Heilung führen.

Vergeistigtes Denken ist nicht theoretisch, sondern bringt die praktische Demonstration der Gesetze der göttlichen Wahrheit hier und jetzt hervor. Wenn wir geistig sehen, nehmen wir das wahr, was uns wahrhaftig umgibt, den körperlichen Sinnen aber verborgen zu sein scheint. Dann akzeptieren wir die unübersehbare Gegenwart und Liebe Gottes, selbst mitten in mentalen und physischen Stürmen. Und das führt zu Heilung.

Einmal bat mich eine Freundin um christlich-wissenschaftliche Behandlung. Sie hatte Schmerzen in der Hüfte und einem Bein und konnte nicht laufen. Als wir beteten, um Gott und nicht den Körper als die Quelle ihrer Bewegungen zu erkennen, wurde sie zu dieser Aussage geführt (Wissenschaft und Gesundheit, S. 371): „Wahrheit ist ein veränderndes Mittel für den ganzen Organismus und kann ‚den ganzen Menschen ... gesund‘ machen.“ Sie betete weiter im Licht ihrer gottgegebenen Vollkommenheit als Gottes Kind, und schon bald brauchte sie den geborgten Stock nicht mehr als Hilfestellung. Ein paar Tage später lief sie problemlos die Treppe rauf und runter, machte lange Spaziergänge und fuhr Fahrrad. Sie war vollständig geheilt.

Die göttliche Wahrheit wirkt im menschlichen Denken, indem sie auf natürliche Weise alles zerstört, was ihr selbst unähnlich ist. Dieses mentale Vorgehen tritt so schnell ein, wie wir den Geist der Wahrheit akzeptieren. Es liegt in der Natur der Wahrheit, den Irrtum zu überwinden. Darin liegt die Tätigkeit der Wahrheit.

Empfänglichkeit für Wahrheit bedeutet, dass wir bereit sind, Gottes Gesetz zu akzeptieren. Doch Akzeptieren allein reicht nicht; wir müssen auch Bereitschaft zeigen. Wir müssen unsere persönlichen Wünsche aufgeben und das eine Verlangen Gottes annehmen – Ihn zu kennen und Seinen guten Willen zu tun. Das erfordert Empfänglichkeit für Wahrheit und eine Unempfänglichkeit für Angst, Wut und Hass. Mit anderen Worten, es erfordert, dass wir materielle Theorien und Vorstellungen hinter uns lassen und das Vorhandensein Gottes und des geistigen Seins des Menschen begreifen – die wissenschaftliche Wahrheit, dass es nur eins gibt, nämlich Gott und Seine Schöpfung.

Es gibt nicht Gott und den Menschen sowie Krankheit oder Gott und den Menschen sowie Sünde. Das Einzige, was existiert, ist Gott und Seine Schöpfung, das göttliche Gemüt und seine Idee, Wahrheit und ihr Ausdruck. Erreichen wir dieses geistigen Verständnis lösen sich Sünde, Krankheit und Tod auf. Mrs. Eddy erklärt (Wissenschaft und Gesundheit, S. 14): „Werde dir einen einzigen Augenblick bewusst, dass Leben und Intelligenz rein geistig sind – weder in noch von der Materie –, und der Körper wird keine Beschwerden äußern. Wenn du an einem Glauben an Krankheit leidest, wirst du entdecken, dass du augenblicklich gesund bist.“

Wie erlangen wir diesen „einzigen Augenblick“, an dem wir Leben und Intelligenz als rein geistig erkennen? Indem wir unser Denken für die Allheit Gottes und Seiner guten Schöpfung und für nichts anderes öffnen. Das ist es, was es heißt, sich bewusst zu werden, dass es nichts als Leben und Intelligenz gibt und dass sie weder in noch von Materie sind. Alles ist Geist, Gott, und sein unendlicher Ausdruck. Alles ist göttliche Liebe und ihr Ebenbild. Alles ist Leben und seine Manifestation. Diese Aussagen christlich-wissenschaftlicher, biblischer Wahrheit gründen sich auf die Lehren von Christus Jesus und offenbaren das, was hier und jetzt zutrifft: Die Einheit und Vollkommenheit von Gott und dem Menschen.

Doch der Widerstand eines materiellen Denkens, des sterblichen Gemüts, kann uns den Anschein geben, die geistige, wissenschaftliche Wahrheit sei vor uns verborgen. Das sterbliche Gemüt behauptet fähig zu sein, Gott, der immer überzeugenden und alles umfassenden göttlichen Liebe, und Seinem Ausdruck etwas entgegenstellen zu können. Wenn wir diese aus dem sterblichen Gemüt entstandene Mentalität nicht zerstören, bekommt sie den Anschein, als würde sie die Allmacht Gottes überschatten. Tatsache ist jedoch, dass dieses sogenannte unempfängliche Denken durch das Licht des Christus, der Wahrheit, aufgelöst wird. Es wird durch die Allgegenwart der unendlichen Wahrheit ausgemerzt.

Es mag den Anschein haben, als könnte dieser „andersartige“ Denkzustand, diese Unempfänglichkeit, weder von uns losgelassen noch von Wahrheit zerstört werden. Doch das ist eine Lüge, die Behauptung einer unverzeihlichen Sünde. Mrs. Eddy schreibt (Wissenschaft und Gesundheit, S. 329): „Die Vergebung durch die göttliche Barmherzigkeit ist die Zerstörung des Irrtums.“ Keine falsche Überzeugung ist unverzeihlich – unfähig, umgekehrt und zerstört zu werden –, denn jeder falsche Glaube löst sich auf, wenn er als etwas erkannt wird, das auf einer irrigen Vorstellung von Gott und dem Menschen beruht. 

Der eine Augenblick, in dem wir uns im Gebet von einem unempfänglichen, materiellen Begriff von Leben (wozu Angst, Krankheit, Hass usw. gehört) zu einem geistigen Verständnis von Leben wenden (das Wahrheit, Gesundheit, Liebe usw. einschließt), ist der Augenblick, in dem Heilung stattfindet. Das, was zunächst menschlich unmöglich erschien, wird als möglich bewiesen, wenn das Denken die wissenschaftliche Tatsache erfasst, dass in Gottes Schöpfung kein Übel enthalten ist.

Wenn wir überlegen, ob Heilung möglich ist, fragen wir nicht, ob die körperlichen Sinne zustimmen oder ob wohlmeinende medizinische Fachkräfte derselben Meinung sind. Vielmehr fragen wir uns: „Ruhe ich auf der soliden geistigen Grundlage, auf der ich nichts ‚Abweichendes‘ habe und nur Gott und Seine Schöpfung als wirklich akzeptiere?“ Wenn dem der Fall ist, demonstrieren wir, dass Gott in der Tat alle Dinge möglich sind. Für Wahrheit ist jede Art von Heilung möglich.

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