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Aufbauendes Argument

Aus der Dezember 1963-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


In der christlich-wissenschaftlichen Behandlung oder dem Gebet im Sinne der Christlichen Wissenschaft spielt das Argument eine bedeutende Rolle. Wohl gibt uns der Geist der Wahrheit, der Christus-Geist, die Macht, die Kranken und Sündigen ohne Argumente zu heilen, wenn wir diesen Geist in genügendem Maße besitzen. Und diese Art des Heilens ist das Ziel des christlich-wissenschaftlichen Heilers. In unserem gegenwärtigen Stadium geistigen Wachstums jedoch ist es nötig, die hingebungsvolle Erklärung von der Allheit Gottes und der Vollkommenheit des Menschen sowie auch die Verneinung des Bösen zu entwickeln. Das verständnisvolle Argument der Christlichen Wissenschaft [Christian Science] ist gewöhnlich eine Notwendigkeit und eine Wohltat.

Mary Baker Eddy erteilt uns gründliche Anweisungen in bezug auf das wissenschaftliche Argument. Um nur ein Beispiel zu geben: In ihrem Buch „Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift“ gibt sie uns die folgende grundlegende Regel (S. 418): „Wahrheit ist bejahend und verleiht Harmonie.“ Und sie fügt hinzu: „Alle metaphysische Logik wird durch diese einfache Regel der Wahrheit inspiriert, die alle Wirklichkeit regiert.“ Diese Unterweisung steht in vollem Einklang mit der von Christus Jesus gegebenen Regel, die uns Johannes überliefert hat (8:32): „[Ihr] werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“

Das wissenschaftliche Argument sollte auf den Fall abgestellt sein, mit dem sich die Behandlung befaßt. Mit anderen Worten, es sollte spezifisch sein, denn die Behandlung im Sinne der Christlichen Wissenschaft [Christian Science] berichtigt falsche Annahmen oder Fehler, die spezifisch sind. Die auf den jeweiligen Fall bezüglichen Wahrheiten sollten ausdrücklich erklärt und die auf den betreffenden Fall bezüglichen Irrtümer ausdrücklich verneint werden.

Der Irrtum ist stets zerstörerisch, denn dies ist das Wesen des Bösen. Wahrheit ist stets aufbauend, denn dies ist das Wesen Gottes, des Schöpfers von allem, was wahr ist. Beim geistigen Heilen wird das Zerstörerische durch das Aufbauende verbannt oder unwirksam gemacht. Jesus muß das im Sinne gehabt haben, als er sagte (Matth. 7:13, 14): „Gehet ein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, der zur Verdammnis führt, und ihrer sind viele, die darauf wandeln. Und die Pforte ist eng, und der Weg ist schmal, der zum Leben führt, und wenige sind ihrer, die ihn finden.“

Ein Trick des sterblichen Gemüts besteht darin, die Menschen zu veranlassen, in ihrer gebeterfüllten metaphysischen Arbeit in zerstörerischer Weise zu argumentieren, während sie glauben, sie argumentierten richtig. So verneinen sie zum Beispiel zuweilen den Besitz menschlicher Dinge, die sie in ihrer gegenwärtigen Daseinsauffassung benötigen. Nehmen wir einen Fall von gestörtem Sehvermögen an. Wir sollten nicht argumentieren: „Ich habe keine Augen, weil das Sehvermögen geistig ist.“ In unserem gegenwärtigen Stadium der Entwicklung brauchen wir gesunde Augen, und wir sollten sie nicht gern verlieren.

Beim Sehvermögen geht es um mehr als nur illusorische Materie; es geht dabei um Fähigkeit, Energie, Klarheit, Stärke und Ordnung. Wahrnehmungsvermögen ist mental unter allen Umständen, und weil das wirkliche Wahrnehmungsvermögen geistig ist, sollten wir dafür argumentieren, daß Gott das Wahrnehmungsvermögen des Menschen erschafft und ewiglich erhält, daß Sein Gebot für das Sehvermögen Vollkommenheit ist und daß es kein böses Gemüt gibt, das diesem Gebot widerstehen und eine Sehstörung hervorrufen könnte. Auf diese Weise bauen wir einen normalen menschlichen Begriff von Sehvermögen auf, anstatt ihn niederzureißen.

Diese Art des Denkens wird fortfahren, das menschliche Sehvermögen mit dem Willen Gottes in Übereinstimmung zu bringen, bis wir das materielle Auge nicht länger benötigen, denn der Mensch als Gottes Gleichnis, im Vollbesitz seiner geistigen Fähigkeiten, wird in Erscheinung getreten sein.

Wenn wir uns einen Fuß oder einen Arm brechen, dann argumentieren wir nicht: „Ich habe keinen Fuß“, oder: „Ich habe keinen Arm.“ Füße und Arme sind hier und jetzt nützlich, und ebenso wie das Auge stellen sie in unserem Fortschritt aus dem haltlosen Chaos der nichtintelligenten Materie etwas Konstruktives dar. Unser gegenwärtiges Bedürfnis besteht darin, ein normales Leben zu führen und selbst in menschlicher Hinsicht von Gott beherrscht zu werden. Und Seine Herrschaft über alles sollten wir bejahen. Negative Erklärungen über das zu machen, was gegenwärtig nützlich ist, stellt eine heimtückische Art der zerstörerischen Tätigkeit des Irrtums dar.

Im Christian Science Sentinel vom 12. Oktober 1899 wurde die Frage gestellt: „Wenn alle Materie unwirklich ist, warum leugnen wir dann die Existenz der Krankheit im materiellen Körper und nicht den Körper selbst?“

Mrs. Eddys Antwort, die sich auf Seite 217 ihres Buches „The First Church of Christ, Scientist, and Miscellany“ findet, schließt die folgenden Worte ein: „Wir verneinen zuerst die Existenz der Krankheit, weil wir dieser Verneinung leichter nachkommen können, als alles zu verneinen, was die materiellen Sinne bejahen.“ Und im nächsten Abschnitt sagt sie von Jesus: „Er fordert nicht, daß der letzte Schritt zuerst getan wird. Er kam nicht in die Welt, um das Gesetz des Seins zu zerstören, sondern um es in Gerechtigkeit zu erfüllen.“

Das Leugnen der Materie im allgemeinen ist wesentlich, denn die Materie ist eine falsche und begrenzte Denkweise. Das Leugnen von Krankheit und Mißbildung ist wesentlich, denn diese Irrtümer sind zerstörerisch und zeigen Auflehnung gegen den Willen Gottes an. Aber wie wir bereits gesehen haben, ist für alles, was gegenwärtig nützlich ist, ein Verständnis nötig, das eine verbesserte Annahme hervorbringt. Dies ist das Verständnis, daß Gott alles stützt, was wirklich und nützlich ist, und daß nichts auf diese stützende Kraft störend einwirken kann.

In der heilenden Ausübung der Christlichen Wissenschaft [Christian Science] wird der Körper nicht zerstört, sondern wiederhergestellt. Als Materie wird er für den Christlichen Wissenschafter immer unwirklicher, und in dem Maße, wie dieser Wandel in seinem Denken vor sich geht, werden die unkörperlichen Elemente der Stärke, der Harmonie und der Nützlichkeit immer gefestigter und sicherer begründet. Der wirkliche Körper oder die geistige Identität, die sich aus diesen unsichtbaren Elementen zusammensetzt, scheint durch den Nebel der Materie hindurch, und der Mensch als Gottes Gleichnis — geistig gesund und frei — kommt ans Licht. Das aufbauende Argument übt seine Wirkung aus als eine Kraft, die sich von dem einen Schöpfer des Menschen herleitet.

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