Wir leben im Atomzeitalter, vielleicht sogar im Weltraumzeitalter. In umfassenderer Weise ist es das Zeitalter der Wissenschaft genannt worden. Was bedeutet den Menschen, die in einem solchen Zeitalter leben, das Weihnachtsfest?
Jesaja sagte voraus, daß der zu erwartende Messias „Wunderbar“ genannt werden sollte. Die Weihnachtsgeschichte berichtet über das in der Geschichte erstmalige Erscheinen eines Menschen, der in seiner kurzen irdischen Laufbahn Wunder vollbrachte, die wegen ihrer Einfachheit und Wirksamkeit immer noch von den jüngsten komplizierten Entwicklungen der Naturwissenschaften unerreicht sind.
Wir wollen nur einige Tatsachen herausgreifen und sie betrachten. Die moderne Medizin hat „wunderwirkende Mittel“ wie sie es bezeichnet; aber mit wenigen gesprochenen Worten heilte Christus Jesus augenblicklich selbst solche Menschen, die nicht anwesend waren, sogar jemanden, der schon vier Tage lang tot gewesen war. Düsenflugzeuge überfliegen einen Ozean in wenigen Stunden, aber ein Schiff, in dem Jesus war, war unverzüglich an seinem Bestimmungsort. Künstliche Düngemittel und moderne Anbaumethoden haben die Nahrungsmittelversorgung der Menschheit erheblich verbessert; aber Jesus speiste mit wenigen Broten und Fischen eine Menschenmenge in der Wüste. Christus Jesus verdiente wahrlich Jesajas Beschreibung „Wunderbar“.
In den Naturwissenschaften wird erwartet, daß Ergebnisse, wie bemerkenswert sie auch sein mögen, bei ähnlichen Bedingungen von jedem, der die Handhabung und die Vorrichtung versteht, vervielfacht werden können. Auch Jesus erwartete, daß seine Werke wiederholt würden, und sagte dies seinen Nachfolgern. In gewissem Grade wiederholten die ersten Christen seine Werke, aber die Welt war so sehr in Unwissenheit und Aberglauben versunken, daß selbst die Christen im allgemeinen die Macht Jesu mit der Zeit als eine persönliche Gnadengabe betrachteten und seine Werke als außergewöhnliche Taten, die die natürliche Ordnung aufhoben.
Doch wurde das Licht, das an dem ersten Weihnachtsfest erstrahlte, nicht gänzlich erstickt. Allmählich wirkten die Lehren Jesu im Laufe der Jahrhunderte wie ein Sauerteig im menschlichen Bewußtsein, erleuchteten, reinigten und vergeistigten es. Dann im Jahre 1866, als die Welt an der Schwelle großer Entdeckungen auf dem Gebiet der Naturwissenschaften stand, erschien die göttliche Wissenschaft der Lehren Jesu. Diese Wissenschaft wurde von Mrs. Eddy entdeckt und gegründet. Im Lehrbuch „Wissenschaft und Gesundheit“ identifiziert sie Gott, Geist, den himmlischen Vater, von dem Jesus predigte, auch als das göttliche Prinzip, das den Menschen und das Universum gemäß einem unfehlbaren, segensreichen geistigen Gesetz regiert.
Von dem Meister schreibt unsere Führerin im Lehrbuch (S. 313): „Jesus von Nazareth war der wissenschaftlichste Mensch, der je auf Erden gewandelt ist. Er tauchte unter die materielle Oberfläche der Dinge und fand die geistige Ursache.“ Über das Christuselement in Jesus sagte sie (ebd., S. 271): „Das Christentum Christi ist die Kette des wissenschaftlichen Seins, das zu allen Zeiten wiedererscheint, sich in seiner unverkennbaren Übereinstimmung mit der Heiligen Schrift behauptet und alle Zeiten in dem Plan Gottes vereinigt.“
Von Gott, dem Guten, als dem göttlichen Prinzip des Universums ausgehend, erkannte Mrs. Eddy, daß das Universum in Übereinstimmung mit der Erklärung aus der Bibel (1. Mose 1:31): „Gott sah an alles, was er gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut“, gänzlich gut sein muß. Sie kam zu der weiteren Schlußfolgerung, daß alles, was Gott, Geist, unähnlich ist, alles Böse, alles Materielle, Illusion, Falschheit sein muß; für diese Schlußfolgerung gab es ebenfalls biblische Autorität, und zwar in den Worten Jesu, mit denen er den Teufel als einen „Lügner“ bezeichnet, in dem keine Wahrheit ist (Joh. 8:44).
Mrs. Eddy unterzog diese Behauptungen einer praktischen Prüfung. Sie demonstrierte, daß, wenn wir aus tiefstem Herzen die geistigen Tatsachen anerkennen und dadurch eine klare Überzeugung von der göttlichen Ordnung erhalten, und wenn wir die begrenzenden quälenden Unwahrheiten beständig verwerfen, die äußere Erscheinung sich diesem geläuterten Bewußtseinszustand angleicht und Heilung eintritt.
Diese Methode kam einer anderen wissenschaftlichen Forderung nach. Sie konnte anderen gelehrt werden. In den Jahren, seit Mrs. Eddy zum erstenmal die Christliche Wissenschaft [Christian Science] lehrte, haben die Christlichen Wissenschafter in der ganzen Welt im Verhältnis zu ihrem geistigen Verständnis demonstriert, daß diese Methode ständig angewandt werden kann, um die Menschheit zu heilen und zu erneuern und dem menschlichen Leben jene volle Genüge zu geben, von der Jesus sagte (Joh. 10:10): „Ich bin gekommen, daß sie das Leben und volle Genüge haben sollen.“
Die Weihnachtszeit läßt in vielen Menschen das Bild von der Mutter mit ihrem Kinde lebendig werden, von Joseph, der dabeisteht, von den Hirten und den Engeln und den Weisen aus dem Morgenland und all die Liebe und Zartheit, für die dieses Bild eines göttlich gesegneten Familienlebens ein Symbol ist. Aber für andere liegt eine tiefere Bedeutung darin, wenn sie das irdische Erscheinen des „wissenschaftlichsten Menschen, der je auf Erden gewandelt ist“, feiern und erneut die Gewißheit erlangen, daß die Christusmacht — weil sie wissenschaftlich ist — für alle Menschen in allen Jahrhunderten verfügbar ist, um sie zu heilen und zu segnen.
Es ist für beide Ansichten über Weihnachten Raum. In der Christlichen Wissenschaft [Christian Science] ist das göttliche Prinzip der wissenschaftlichen Demonstration auch die göttliche Liebe, der zärtliche Vater-Mutter Gott des Universums, der immerdar mit dem Menschen, Seinem geliebten Kind, wohl zufrieden ist und unaufhörlich für ihn sorgt.
