Skip to main content Skip to search Skip to header Skip to footer

Leben wir in der Zeit oder in der Ewigkeit?

Aus der November 1969-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


Wer ist nicht in Eile? Die meisten Menschen haben es eilig. Sie beschweren sich, daß sie keine Zeit hätten, dieses oder jenes oder wieder noch etwas anderes zu tun. Solange sie jedoch in Begriffen von Zeit oder von soundsovielen Minuten oder Stunden oder Tagen denken, in denen etwas erreicht werden muß, werden sie sich von den durch die Zeit auferlegten Begrenzungen bedrängt fühlen. Gleich Eichhörnchen in einem Käfig, die im Kreise herumlaufen, haben die Menschen oft den Eindruck, daß Tage und Jahre sich wiederholen, während eigentlich wenig Wertvolles vollbracht wird.

Wir entziehen uns am besten dem Hemmnis der Zeit, wenn wir uns mehr und mehr der Ewigkeit bewußt werden. Vielleicht haben wir nicht erkannt, daß wir in dem Verhältnis tatsächlich in der Ewigkeit leben, wie wir die vollkommenen, zeitlosen Eigenschaften Gottes, des ewigen Lebens, ausdrücken — Eigenschaften wie Freude, Intelligenz, Weisheit, Rechtschaffenheit und Liebe.

Die Christliche WissenschaftChristian Science; sprich: kr’istjən s’aiəns. unterscheidet klar zwischen Zeit und Ewigkeit und zeigt, daß sie in Wirklichkeit niemals zusammentreffen. Mary Baker Eddy sagt in Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift: „Ewigkeit, nicht Zeit, drückt den Gedanken des Lebens aus, und Zeit ist kein Teil der Ewigkeit. Das eine hört in dem Verhältnis auf, wie das andere erkannt wird. Zeit ist endlich; Ewigkeit ist immerdar unendlich.“ Wissenschaft und Gesundheit, S. 468;

Wenn unsere Gedanken auf der Materie ruhen, werden wir in Raum und Zeit hineingezogen, die beide endlich sind. Wenn unsere Gedanken auf Gott und Seiner Schöpfung, Seiner Liebe und Macht ruhen, gleichen wir unser Leben dem Ewigen, dem Unendlichen an. Indem wir uns der unbegrenzten Bedeutung des Lebens bewußt werden, stellen wir fest, daß wir erfreulicherweise von Anspannung und Eile frei sind. Wir leisten mehr, als wir uns vorher träumen ließen, weil die endliche und falsche Vorstellung vom Leben dem unendlichen und wahren Begriff weicht. Das Ewige ist nicht im Zeitlichen eingeschlossen, sondern ersetzt es.

Auf der gegenwärtigen Stufe unserer geistigen Entwicklung müssen wir oft zwischen dem Zeitlichen und Ewigen wählen. Dies ist ein wichtigerer Schritt, als wir uns gewöhnlich vorstellen. Vielleicht haben wir die Wahl zwischen einer oberflächlichen Betätigung geselliger Natur und der Gelegenheit, uns gebeterfüllter metaphysischer Arbeit zu widmen, der Heilarbeit — wenn nicht für einen Patienten, dann für die Probleme einer Kirche, des Gemeinwesens oder der Welt. Sie alle bedürfen unserer hingebungsvollen Aufmerksamkeit.

Ein Grund, warum es den Menschen scheinbar an ausreichender Zeit mangelt, ist, daß sie trödeln. Sie vergeuden die Zeit, die ihnen zur Verfügung steht, indem sie sich länger als tunlich mit den menschlichen Dingen aufhalten, die noch getan werden müssen. Ungeteilte, wache und tatkräftige Hingabe des Gedankens an eine Aufgabe hilft uns, sie schnell zu erledigen und uns frei zu machen für Betätigungen, denen in gewissem Maße ewige Substanz zu eigen ist. Ein Interesse an materiellen Dingen und Unternehmungen kann sehr wohl eine Versuchung sein, von der man seine Aufmerksamkeit entschieden abwenden muß.

Es ist interessant festzustellen, daß, als Christus Jesus in der Wüste versucht wurde und der Teufel ihm „alle Reiche der ganzen Welt“ Luk. 4:5; anbot, falls er ihn anbeten würde, diese Versuchung sich „in einem Augenblick“ zutrug. Wenn wir materialistischen Versuchungen begegnen, werden wir mit ihnen kurzen Prozeß machen, sofern wir die Unrichtigkeit des Zeitbegriffs verstehen und uns ernsthaft ewigen Dingen zuwenden.

Jesus erkannte den Unterschied zwischen Zeit und Ewigkeit und zwischen materiellen Annahmen und geistigen Tatsachen. Seine Erkenntnis des Geistigen ermöglichte es ihm, in etwa drei Jahren das zu vollbringen, wozu andere, die am Zeitlichen festhalten und das Ewige vernachlässigen, Jahrhunderte benötigen mögen. Seine Erfahrung ist ein Beispiel dafür, wie die Zeit angesichts der Ewigkeit verschwindet. Nur so lange weilte der Meister im Reiche der Zeit, bis er der Menschheit gezeigt hatte, wie sie aus der Zeit in die Ewigkeit gelangen könnte.

Wir können schon jetzt in der Ewigkeit leben, wenn wir mit Fleiß die Eigenschaften Gottes, der göttlichen Liebe, widerspiegeln. Je mehr Fleiß wir darauf verwenden, desto mehr werden wir zu erreichen vermögen und desto bestimmter werden wir uns des Himmels inwendig im Menschen, der Gottes Gleichnis ist, bewußt sein.

Wir sollten den Entschluß fassen, mehr in der Ewigkeit zu leben als in der Zeit. Wenn wir Gott als Alles und den Menschen als Seinen Ausdruck betrachten, wenn wir an das Leben als nie endenden Gehorsam gegen die Forderungen der Liebe denken und in unserem Tun Güte und Rechtschaffenheit zum Ausdruck bringen, so wird uns das helfen, uns der Ewigkeit bewußt zu werden. Wie töricht ist es zu glauben, daß wir sterben müßten, um in diesem friedevollen Zustand zu leben! Mrs. Eddy sagt von Gottes geistigem Menschen: „Er schreitet nicht über die Grenzen der Zeit in die unermeßliche Ewigkeit des Lebens, sondern er besteht zugleich mit Gott und dem Universum.“ Wissenschaft und Gesundheit, S. 266.

Die Eile wird aufhören, die Angespanntheit wird abnehmen, wenn wir den Unterschied zwischen Zeit und Ewigkeit beachten und uns entschließen, uns geistigen Vorhaben zu widmen. Wir werden vollbringen, was vollbracht werden muß, um zu dem Wandel beizutragen, der bei allen Menschen vor sich gehen muß, wenn die Welt das Materielle für das Geistige, das Unwahre für das Wahre und das Zeitliche für das Ewige aufgeben lernt.

Wenn Sie mehr Inhalte wie diese erforschen möchten, können Sie sich für wöchentliche Herold-Nachrichten anmelden. Sie erhalten Artikel, Audioaufnahmen und Ankündigungen direkt per WhatsApp oder E-Mail. 

Anmelden

Mehr aus dieser Ausgabe / November 1969

  

Die Mission des Herolds

„... die allumfassende Wirksamkeit und Verfügbarkeit der Wahrheit zu verkünden ...“

                                                                                                                            Mary Baker Eddy

Nähere Informationen über den Herold und seine Mission.