
Editorials
Paulus schrieb an die Kolosser: „Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist. Denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit Christo in Gott“ (3:2, 3).
Jahrhunderte sind vergangen seit der Nacht, da der Heiland geboren wurde und die Hirten die Botschaft der himmlischen Heerscharen hörten (Luk. 2:14): „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen!“ Doch die Wahrheit jener Botschaft fährt fort, Zwietracht zu überwinden und wird dies auch fernerhin tun, bis G ottes Friedensreich der Menschheit voll und ganz bekannt ist.
Die Antwort auf diese Frage ist intellektuell nicht schwer zu verstehen, doch die ganze Tiefe ihrer Bedeutung entfaltet sich im menschlichen Denken nur, wenn man es unternimmt, die damit verbundenen Verpflichtungen auf sich zu nehmen und sein ganzes Denken von ihnen regieren läßt. Um dies zu tun, ist eine geistige, religiöse Wertschätzung der einfachen Antwort erforderlich, die die Christliche Wissenschaft gibt, nämlich, daß die göttliche L iebe G ott ist.
Christus Jesus gab uns ein Beispiel dafür, was ein Mensch vollbringen kann, wenn er seine Beziehung zu G ott an erste Stelle setzt; und das Geheimnis seines Erfolges ist enthalten in seiner Erwiderung an den Schriftgelehrten, der ihn fragte (Matth. 22:36): „Welches ist das vornehmste Gebot im Gesetz?“ Jesus sagte: „, Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüte.
Wenn wir mit einem körperlichen oder moralischen Problem oder mit irgendeinem anderen unharmonischen Zustand zu ringen haben, können wir Ermutigung finden in der Bitte des Psalmisten an G ott: „Siehe an meinen Jammer und mein Elend und vergib mir alle meine Sünden“ (Ps. 25:18).
Interessiert sein heißt, für etwas oder für jemanden Anteilnahme beweisen. Um sich für beide als wahrhaft segensreich zu erweisen, für den, der das Interesse hegt, und für den Gegenstand, auf den es sich richtet, muß das Interesse seinen Beweggrund in etwas haben, das über der sterblichen Natur steht, — in geistiger Liebe.
Das geistige Heilen ist natürlich — göttlich natürlich; und doch erscheint den meisten Menschen solch ein Heilen übernatürlich und wie ein Wunder. „Der natürliche Mensch“, sagte Paulus, „vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen; denn es muß geistlich gerichtet sein“ (1.
Im allgemeinen Wortgebrauch bezeichnet „Masse“ eine Anhäufung, in der die Individualität verlorengeht, und „Sauerteig“ eine Substanz, die, wenn sie einer Masse hinzugefügt wird, eine Gärung erzeugt und sie mit einem umwandelnden Einfluß durchdringt. In der Vergangenheit war ein charakteristisches Merkmal für die große Masse des menschlichen Denkens eine gewisse geistige Trägheit, die das Ergebnis der kritiklosen Zustimmung des menschlichen Denkens zur Materialität und Sterblichkeit als den grundlegenden Tatsachen des Lebens und der Wirklichkeit war.
Die Christenheit hat sich schon immer bemüht, die Menschen von bösen Charaktereigenschaften zu befreien, die ihnen anhingen, und sie hat sich dabei die Methode der Selbstdisziplin zunutze gemacht. Das ist zwar hilfreich, doch da das fleischliche Gemüt, das bösartige Eingenschaften hervorbringt, aggressiv ist, wenn es diese Eigenschaften den Menschen auferlegt, führt solch eine Disziplin nicht immer zum Erfolg.
Der individuelle Mensch, der Asdruck G ottes, ist seinem Wesen, seinen Neigungen und seiner Bestimmung nach gottähnlich. Da die Widerspiegelung nichts anderes bekunden kann als Gehorsam gegen ihren Schöpfer, reagiert der Mensch spontan auf die beständigen Forderungen des göttlichen P rinzips.