
Editorials
Der Gesellschaftsgedanke bereitet dem sterblichen Gemüt viel Unannehmlichkeit: einmal sehnt es sich nach jemand, der abwesend ist, ein andermal sucht es sich ärgerlich von jemand, der anwesend ist, zu befreien. Vergeblich versuchend, sich selber und seinem krankhaften Denken zu entrinnen, sucht es in der Regel lieber Gesellschaft als Einsamkeit.
Während des Sommerurlaubs begeben sich die Leute mehr als gewöhnlich in verschiedenerlei Beförderungsmitteln von einem Ort zum andern. Aus diesem Grunde darf dem, was allgemein als Beförderung bezeichnet wird, mit Recht vielleicht mehr als zu anderen Zeiten Beachtung geschenkt werden.
In Jesu Bergpredigt lesen wir die Worte: „Ihr habt gehört, daß da gesagt ist: ‚Auge um Auge, Zahn um Zahn‘. Ich aber sage euch, daß ihr nicht widerstreben sollt dem Übel”.
Wenn man die Werke Christi Jesu betrachtet, denkt man unwillkürlich an die vielen bemerkenswerten Heilungen von „allerlei Seuche und Krankheit”, wie er den Blinden das Gesicht und den Tauben das Gehör gab, das Volk speiste und für andere und schließlich für sich selber den Tod überwand. Auch der einfache Bericht von der Befreiung Jesu aus den Händen grimmiger Widersacher, die ihn an den Steilabfall eines Hügels geführt hatten, um ihn in die Tiefe zu stoßen, wobei „er aber mitten durch sie hinwegging”, macht Eindruck auf uns.
Was für eine Kraft zur Förderung des Guten die Christliche Wissenschaft doch allen denen verleiht, die ihre Lehren verstehen! Dadurch, daß sie ihnen die Allmacht G ottes und den Menschen als G ottes Ebenbild enthüllt, zeigt sie ihnen, daß der wirkliche Mensch unbegrenzte Kraft widerspiegelt. Ihre Aufgabe ist, die Wahrheit zu beweisen.
Jeder Schüler der Christlichen Wissenschaft erkennt, daß er beweisen muß, was er von dieser Lehre versteht. In diesem Lichte betrachtet, sollte er sich außergewöhnliche Prüfungszeiten als hervorragende Gelegenheiten zu geistigem Siege dienen lassen, „auf daß da komme die Zeit der Erquickung von dem Angesichte des Herrn”.
Auf Seite 75 in „Rückblick und Einblick” schreibt Mrs. Eddy: „Die Wissenschaft des G emüts schließt Gegensätze aus und beruht auf Einheit”.
Schüler der Christlichen Wissenschaft finden durch Ergründen der Worte und Werke des Beispielgebers Christus Jesus Ermutigung, Anleitung und Erleuchtung zur Lösung ihrer Probleme. Es ist beachtenswert, daß Jesus vor Beginn seines öffentlichen Wirkens in die Wüste ging, wo er in 40tägigem Fasten oder Verneinen des materiellen Sinnes eine solch klare, bestimmte Auffassung von G ott und Seiner vollkommenen Schöpfung und von seiner Beziehung zum Vater erlangte, daß sie ihm sein ganzes irdisches Leben lang als Führung und Schutz diente.
Die Versicherung, die die Christliche Wissenschaft von der großen geistigen Wahrheit gibt, daß G ott alles, was wirklich ist, regiert, ist wunderbar. Und sie ist noch wunderbarer, wenn wir an den Wirrwarr denken, der oft in der Welt zu herrschen scheint.
Ein ermutigendes Zeichen der Zeit ist die immer weiter um sich greifende Erkenntnis der Tatsache, daß menschliches Kriegführen den Krieg so wenig abschaffen kann, wie Haß Bosheit beschwichtigen, Furcht dem Bangen vor dem Bösen entgegenwirken oder Schatten Finsternis vertreiben kann. Die einzigen Frieden stiftenden Krieger sind diejenigen, die erkennen, daß ihre Feinde nicht andere Menschen sondern falsche Gedanken sind; denn „des Menschen Feinde werden”, wie Christus Jesus sagte, „seine eignen Hausgenossen sein”.